Freitag, 21. September 2007

Grammatik und Gummibärchen

Nach dem frustrierenden Erlebnis in der sechsten Klasse, die sich gegenseitig mit grammatischen Begrifflichkeiten nur so bombardiert haben, habe ich nun endlich begonnen meine nie dagewesenen Kenntnisse aufzufrischen.
Und ich muss sagen:
Ich weiß wieder, warum ich Grammatik nie leiden konnte.
Zum Glück gibt es das schöne "Lexikon der Sprachwissenschaft", das einem diese Wesen aus einer anderen Welt erklärt bzw. erklären möchte, denn ohne meinen Duden könnte ich teilweise die Texte des Lexikons auch rückwärts lesen um genau so viel zu verstehen...
So langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich hier völlig fehl am Platze bin und es sich durchaus lohnen würde, noch mal in der fünften Klasse anzufangen und das alles mal ernst zu nehmen. Jetzt wüsste ich ja, was später mal wichtig sein würde (is das jetz Konjunktiv 1?).

Meine derzeitige Lektüre habe ich jedenfalls abgebrochen.
Kafka zu lesen, wenn man eh nicht gut drauf ist, tut einem nicht gerade gut, vor allem, wenn man das Schloß liest und merkt, dass man genau so wenig weiterkommt, wie K., der ebenfalls nicht vom Fleck kommt.
Dann lieber eine Runde Sudoku zwischendurch oder mit den Jungs, die sich vom gerade erstandenen Kicker losgerissen haben, Fußball kucken.
So lässt sich die Angst vorm kommenden Semester und den damit drohenden drei Hausarbeiten und diversen Klausuren ein bisschen zur Seite schieben.
Wenn gar nichts mehr hilft, dann greift man zur letzten aller Rettungsmöglichkeiten: Zucker. Der führt ja bekanntlich zur Ausschüttung von Glückshormonen (soweit überhaupt welche vorhanden sind) und in Form von Gummibärchen kann man sogar noch lustige Spiele nebenbei spielen. Wobei man sich dabei durchaus wie ein gewisser Monk vorkommt, wenn man die kleinen Pelztierchen an der Tischkante ausrichtet, nach Farben sortiert und von jedem die gleiche Anzahl verzehrt.
Apropos sortieren:
Da ich ja sonst nichts zu tun habe, außer über die Stolpersteine des Lebens zu grübeln, habe ich mal wieder mein Bücherregal sortiert. Die Autoren nach dem ABC und innerhalb des Autors noch mal die Werke alphabetisch geordnet. Dabei fiel mir auf, dass ich bei einigen Büchern schon gar nicht mehr weiß, worum es denn genau ging, sondern dass nur noch ein Gefühl übrig geblieben ist. Ein Gefühl, das die Geschichte in mir ausgelöst hat und das nun immer noch da ist.
Komisch so was.

Es gibt übrigens Menschen, die sich durch alles und von jedem angegriffen und provoziert fühlen.
Da reicht die kleinste Kleinigkeit und schon platzt die Bombe. Es besteht noch die Möglichkeit, dass diese Menschen sich auch gerne reden hören, was zu einer unschlagbaren Kombination führt.
Wenn dieser Mensch dann auch noch Lehrer ist, kann man lediglich hoffen, dass man keine Äußerung macht, auf die er anspringt.
Wobei...wenn schon ein zufällig aufgehängter Luftballon dazu führt, dass sich jemand dazu herausgefordert sieht, über die neuen erlanger Arcaden zu diskutieren und seine Meinung lang und breit kund zu tun...ich weiß ja nicht.

Mittwoch, 19. September 2007

Pärchenfrust und Hühnchen süß-sauer

Da hat man einen nervigen Tag hinter sich, hockt in der Unibib und versucht sich an netten Mails im Studivz einigermaßen hochzuziehen und was passiert?
Schräg vor einem hockt ein Paar gemeinsam an einem Computer, begrüßt sich mit stundenlangen Küssen, tauscht die brav auswendig gelernten Kosenamen aus und wenn er nicht aufpasst, sind sie bald Eltern...
Da soll man als melancholisch veranlagter Mensch nicht die Krise kriegen.
Lange halte ich das hier sicher nicht mehr aus.
Dazu kommen ein platter Hinterreifen und sechs Stunden langweiliger Unterricht. Der wenige Optimismus der letzten Tage geht grad wieder stark gegen Null.
Der Kühlschrank gähnt einem mit leerem Bauch "Versuch´s doch wo anders!" entgegen und man ist wieder der einsamste Mensch der Welt. Das gewählte Studium ist die falscheste Entscheidung, die ein Mensch nur treffen kann, falls es den Superlativ überhaupt gibt. Sechstklässler beherrschen im Gegensatz zur eigenen Person die deutsche Grammatik mit ihren Begrifflichkeiten perfekt und dem Rücken gings auch schon mal besser.
Dabei hatte ich gestern noch den Eindruck, den Grund für meinen Motivationsmangel hinsichtlich des Studiums zu kennen: Ich hatte einfach das Ziel, für das ich lerne, aus den Augen verloren. Das Lehrerleben, das Arbeiten mit (kleinen) Menschen.
Und heute ist es mir wieder alles zu viel und überhaupt ist alles scheiße und warum noch weitermachen, wenn ich es doch sowieso nicht schaffe, wer braucht mich denn, die Welt sicher nicht, also weshalb noch bleiben, es ist alles so viel, zu viel, vor allem für mich, ein andrer könnt es besser, warum nicht einfach die Delete-Taste drücken und weg bin ich und all das was dazu gehört, so viel isses ja nich, und so weiter und so fort...
Entweder brauche ich demnächst verdammt gute Drogen oder jemanden, der mich auf Knopfdruck einfach mal in den Arm nimmt und mir sagt "Halt die Klappe und genieß es, dass es dich gibt, dass es die Welt gibt und dass ihr euch glücklicherweise auch noch getroffen habt" - und ich müsste das auch noch glauben können.
Oh man, man kann sich mittlerweile doch so vieles kaufen, warum nicht auch das Gefühl der inneren Ausgeglichenheit und Zufriedenheit mit sich selbst? - Die Marktlücke hat noch keiner entdeckt, zumindest weiß ich nichts davon. Selbst wenn, es wäre sicher nicht für Leute meiner "Gehaltsklasse" erschwinglich...
Der einzige Lichtblick des Tages war (neben dem Besuch einer Freundin) das Mittagessen. Mit dem Vorsatz, etwas zu essen, was ich noch nie beim Thai gegessen habe, ging ich los. - Mit Hühnchen süß-sauer kam ich zurück. Wieder kein Erfolg.
Gut war´s trotzdem und ich konnte mich wenigstens darüber freuen, dass ich noch mit Stäbchen essen kann.
Dann allerdings liest man was über Binge Eating Disorder, erkennt sich in einigen Punkten wieder und ist gleich doppelt frustriert.
Toll.
Und jetzt?
Morgen noch mal drei Stunden Schule.
Freitag vier Stunden.
Wochenende.
Wochenbeginn mit Ausheulen bei der Psychotante, was natürlich dazu führen wird, dass es mir den ganzen Tag schlecht geht. Super.
Ich liebe mein Leben.
Was hat Onkel Walt nur geraucht, als er den gestrigen Text geschrieben hat?

Manchmal denk ich mir, das Leben wäre viel angenehmer, wenn man blöd wäre. Also richtig blöd. (Was nicht heißen soll, dass ich mich als intelligent bezeichnen würde!)
Dann würde man wahrscheinlich nicht mehr so viel über alles nachdenken und sich fragen ob dies oder das richtig ist oder nicht.
Es wäre so viel einfacher.

Dienstag, 18. September 2007

Hm...komisch...

Werden Lehrer mit der Zeit auch von ihrer Einstellung gegenüber Schülern her "alt"?
Oder habe ich einfach nur zu idealistische Ansichten darüber, wie man mit Kindern umgehen sollte?
Klar, durchzugreifen ist kein Verbrechen und muss sicherlich bei der ein oder anderen Klasse, dem ein oder anderen Kind sein, aber wenn folgende Szene abläuft?
Lehrer steht mit Praktikantin im Gang, weil Lehrer die Klasse nur als Vertretung hat und die Kiddings 20 Minuten für ihre Hausaufgaben nutzen können, und unterhält sich mit ihr über den Beruf Lehrer. Schüler öffnet vorsichtig die Tür, tritt auf den Gang und sagt freundlich und fast zurückhaltend "Ich wollt nur mal aufs Klo."
Wäre ich in diesem Moment "weisungsbefugt" (*g*) gewesen, hätte ich gesagt "Is in Ordnung.", denn der Schüler hat sich ja abgemeldet und da kein wichtiger Unterricht ist (nur Hausaufgaben), ist das auch nicht so schlimm, wenn er mal kurz raus geht, außerdem: wenn er denn muss...
Lehrer allerdings lässt ihn nicht gehen. Er fühlt sich durch den Satz "Ich wollt nur mal aufs Klo." in seiner Autorität angegriffen, hält dem Schüler eine Standpauke, dass er gefälligst zu fragen hat, ob er überhaupt aufs Klo darf, dass das keine Selbstverständlichkeit sei, dass er, der Lehrer, hier der "Chef" sei und er jetzt eben nicht aufs Klo gehen wird, sondern zurück in die Klasse.
Zwei Minuten später kommen zwei Mädels (zwei!), fragen, ob sie mal aufs Klo dürfen und DÜRFEN dann tatsächlich gehen. Beide gleichzeitig.
Hm...komisch oder?
Dazu kommt, dass der gleiche Junge von vorher es noch einmal versucht, diesmal mit einer höflich gestellten Frage, aber der Lehrer lehnt wieder ab.
Es folgen kurz aufeinander zwei Gruppen von je vier Mädels, die fragen, ob sie gehen dürfen und die die Erlaubnis erhalten.
Darf man da als Praktikantin fragen, warum das so läuft? - Ich jedenfalls war mächtig verwirrt und mir tat der Junge schon fast leid.

Wahrscheinlich gibt es einfach Lehrer, die mit Jüngeren weniger gut und mit Älteren besser klar kommen und umgekehrt.
Das fällt einem besonders auf, wenn jemand selbst sehr viel redet, die Schüler aber nach zwei Worten in ihrem Satz schon unterbrochen werden. Als Schüler hätte ich da nach ner Weile keinen Bock mehr, was zu sagen, weil´s ja eh nicht angehört wird.

Es steht jetzt auch fest, dass ich keinen Unterricht halten werde.
Blöd, aber mittlerweile würd ich sogar fast gerne mal.
Nur mal so ne kleine Einführungsstunde zu einem Thema oder so...
Aber ich hab ja noch eine Woche O-Praktikum zu machen. Zwar weiß ich noch nicht wo, doch findet sich sicherlich auch noch was.
Woran ich mich erst wieder gewöhnen muss, ist das frühe Aufstehen. Das verlernt man irgendwie mit der Zeit.

Seit kurzer Zeit weiß ich, warum mir Faust bisher nicht gefallen hat.
Ich hab ihn mit der falschen Haltung gelesen.
Denn wenn man sich die Geschichte des Dr. F. nach seinen Vorstellungen umbaut, kann es sogar recht lustig werden. Besonders, wenn man ein paar Dinge aus einem anderen Stück herausgreift und aus beidem dann ein Neues macht.
Sehr schön sowas.
Ich sage nur "Erbsen"...

Und hier noch ein Text von Walt Whitman, der einem eine Begründung liefert, warum man leben sollte:

O ME! O LIFE!
O ME! O life! of the questions of these recurring,
Of the endless trains of the faithless, of cities fill'd with the foolish,
Of myself forever reproaching myself, (for who more foolish than I, and who more faithless?)
Of eyes that vainly crave the light, of the objects mean, of the struggle ever renew'd,
Of the poor results of all, of the plodding and sordid crowds I see around me,
Of the empty and useless years of the rest, with the rest me intertwined,
The question, O me! so sad, recurring—What good amid these, O me, O life?

Answer.
That you are here—that life exists and identity,
That the powerful play goes on, and you may contribute a verse.

In diesem Sinne!

Montag, 17. September 2007

Richtige Haltung?

Wenn man im Unterricht sitzt und sich ständig zwingen muss, nicht aufzustehen, den Lehrer an die Seite zu schieben und den Unterricht selbst zu halten, ist das dann eine gute Voraussetzung zum Lehrersein? Wenn man beim Zuschauen schon den Drang verspürt, selbst das Ding zu machen?
Gut, vielleicht lag es daran, dass es Stoff war, den ich noch kannte, reine Begriffserklärungen zur Einführung in die Materie...
Aber andauernd hatte ich Fragen auf der Zunge, die ich gestellt hätte, wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre.
Oder Ermahnungen an Schülerinnen oder Schüler, die die Sabbelei nicht eingestellt haben, was sogar mich tierisch genervt hat.
Allerdings war ich auch sprachlos. Die erste Frage, die mir gestellt wurde, als ich dem mich begleitenden Lehrer die Hand gab war: "Was haben sie jetzt für Vorstellungen?" - öhm...was hab ich für Vorstellungen...dass ich drinsitze und mich langweile oder über anstrengende Kinder den Kopf schüttle...aber das kann man ja nicht so sagen.
Morgen werde ich allerdings nicht sprachlos sein: Ich habe mir einen schönen Zettel geschrieben, mit lauter Fragen zum Lehrersein.
Was lustig war:
Die Jungs, die in der Klasse waren, hielt ich immer wieder für "Besucher", weil ich es einfach nicht gewohnt bin, dass auch männliche Wesen im Klassenraum sitzen.
Und eines ist klar:
Sollte ich es tatsächlich zur Lehrerin bringen, werde ich ein Kaugummiverbot verhängen. Oder zumindest die Regel aufstellen, dass der Mund dabei zu bleibt...denn wenn ich tagtäglich Mandeln sehen wollte, würde ich HNO-Ärztin werden. Damit das mal klar ist.

Es wird Herbst.
Ein Gedanke der mir durch den Kopf ging, nachdem mir mehrere Eicheln auf den Kopf gefallen waren, als ich wieder nach Hause fuhr.
Und die Blätter riechen wieder so wunderbar süßlich...
Schön.

Samstag, 15. September 2007

Was tun?

Wenn man in einer Welt voller (teilweise sicherlich selbstgemachter) Probleme und Problemchen lebt, verzweifelt versucht, positiv zu denken und nur das Gute aus all den schlechten Dingen, die man in seiner Scheuklappenmentalität sieht, heraus zu filtern, dann ist es nicht sonderlich hilfreich, wenn man um sich herum Leute hat, die ständig und immer das Negative sehen, die dem Guten nicht mal den Hauch einer Chance geben.
Was kann man denn dagenen tun?
Soll man diese Leute meiden?
Soll man versuchen, sie zu überzeugen, dass man auch mal die schönen Aspekte rausfiltern kann? - Aber irgendwann kann man nicht mehr, ab einem gewissen Punkt gehen einem die Argumente aus und man ertappt sich selbst sogar schon dabei, wie man das vorgelebte Verhalten übernimmt...
Man beginnt zu verzweifeln.
Dann sollte man sich mal wieder eine ordentliche Portion Norah Jones verpassen.
Komischerweise ist das eine Stimme/Musik, die einen unglaublich schnell runterkommen lässt und bei der man sich wunderbare Träume ausmalen kann, wie es sein könnte.
Ebenfalls sehr hilfreich ist Lizz Wright. Silje Nergaard ist auch so ein Fall.
Oder auch Porgy&Bess von Gershwin. Wunderbar...

Deutschland (und der Rest der Welt) ist ziemlich pessimistisch.
Finde ich.
Man sollte eine Regel schaffen, die vorschreibt, dass in jeder Nachrichtensendung mindestens eine gute Nachricht dabei sein muss. Dann würde man den Blick für die schönen Ereignisse wieder schärfen.
Klar, einen auf heile Welt machen wäre sicher falsch, denn es ist nun mal keine heile Welt in der wir leben.
Aber es gibt immer wieder Lichtblicke, die wir allerdings mit der Zeit zu erkennen verlernt haben.
Ich schätze mal, dass man, wenn man die Gewalt im Fernsehen reduzieren wollte, etwa 70 Prozent der Sendungen streichen müsste, um einigermaßen ein Gleichgewicht zu bekommen.
Der Mensch verroht tatsächlich.
Und es tut weh, wenn man das bemerkt und dabei zusieht, dass wir langsam aber sicher auf den ultimativen Genozid zusteuern. Wenn schon nicht den physischen, dann den psychischen.
Schade drum.
Denn es könnte verdammt noch mal echt schön sein auf diesem Planeten. Eigentlich sollte man die Zeit, die man hat, doch wirklich nutzen und mit angenehmen Erlebnissen und Ereignissen füllen, aber es wird einem heute richtig schwer gemacht, sich so ein Leben aufzubauen.
Und trotzdem...
Ich will ein schönes Leben!
Und ich werd es mir holen!

Schokopudding mit ein bisschen Sahne und vielen Erkenntnissen

Manchmal lernt man Leute kennen, bei denen man irgendwann beschließt, dass man sie nie wieder sehen will, weil man weiß, dass es weh tun wird.
Dann sieht man diese Leute doch wieder. Und es tut weh. Und man will am liebsten weglaufen. Bis man merkt, warum es weh tut: weil es so schön ist.
Und wenn man das erkannt hat, dann nimmt man das bisschen Schmerz gern in Kauf, weil das schöne Gefühl wie ein dickes, fettes Zauberpflaster wirkt. Oder wie Schokoladenpudding mit ein bisschen Sahne...

Weitere Erkenntnisse des heutigen Tages (bzw. des gestrigen...):
- mit guten Bekannten abends mal wegzugehen ist schön, tut gut und macht ein bisschen glücklich
- ein Bierfilzchen lässt sich minimal in 152 Stückchen zerteilen (nachgezählt!); die therapeutische Wirkung ist dabei enorm und zieht fast mit autogenem Training gleich
- Wein macht Männer genügsam, Frauen lustig und Abende länger
- "Kleine Haie" ist genail-lustig

Das Leben ist doch ein bisschen schön.

(PS: jetz is mein Pudding leer und ich geh ins Bett.)

Donnerstag, 13. September 2007

Das erste Mal

Kaum zu glauben, aber auch ich zähle seit heute zu den Millionen von Menschen, die es getan haben.
Ja, ich war beim Arbeitsamt.
Nachdem ich mir fest vorgenommen habe, dass nächstes Semester alles anders wird, ich gestern einen schönen Stundenplan gemalt habe und dann zu der Einsicht kam, dass ich meinen Eltern ja nicht ewig auf der Tasche liegen kann, hab ich im Vorlesungsverzeichnis vom Sommersemester nachgeblättert, ob es sowas wie ne Jobvermittlung für Studenten gibt. Es gibt sie. Und da war ich heute.
Gut, sonderlich freundlich war die Dame nicht gerade, denn sie ließ sich sehr wortkarg meinen Perso und den Studentenausweis zeigen, um mir dann einen Stapel mit abgegriffenen DIN A4 Seiten voller Angebote in die Hand zu drücken, aber...man kann nicht alles haben. Und Beamte und Freundlichkeit sind ja bekanntlich oft wie Sonne und Mond: Sie treten nie gemeinsam auf.
Ich setzte mich also vor das Büro und begann den Stapel Zettel für Zettel, Angebot für Angebot durchzusehen.
Es wird wohl alles darauf hinaus laufen, dass ich entweder in einer Nachhilfeagentur anfange oder beim Kaufland Regale einräume (was schon eher meinen Fähigkeiten entsprechen würde). Eigentlich ist es mir ja egal, so lange ein wenig Geld fließt und ich nicht stundenlang fahren muss, um an den Arbeitsplatz zu kommen. Und das Kaufland (ja, DAS) ist ja nur knappe drei Minuten von meinem Zimmer entfernt...klingt schon mal sehr praktisch.
Wie ich allerdings dann mit dem Lernen zu recht komme, das weiß ich noch nicht. Aber einen Versuch ist es allemal wert. Denke ich.
Und dann ist vielleicht auch das schlechte Gewissen weg, das ich habe, weil meine Eltern mir das Zimmer und Taschengeld zahlen...da kommt man sich wie ein widerlicher Schnorrer vor; wenn ich bedenke, wie sich mein Bild vom Tutor geändert hat, als der meinte, seine Eltern zahlen im die Wohnung...war schon komisch.
Und: es stärkt bestimmt irgendwie mein Selbstvertrauen, wenn ich was nützliches mache. Auch, wenn ständig der Gedanke kommt, dass das ein anderer sicher besser und schneller machen könnte...ein furchtbar hartnäckiger Gedanke, der sich nur schwer, sehr schwer, unterdrücken lässt.
Nachhilfe:
Hm, vielleicht sollte ich da mal mit Grundschule anfangen.
Ach, ich weiß nicht...im Moment ist der Marker auf der Selbstwertskala wiedermal ganz weit unten.
Irgendwas muss sich da sehr schnell ändern, sonst geh ich wieder vor die Hunde und das muss nicht noch mal sein. Aber ich werde schon einen Weg finden. Irgendeinen.

...wenn ich es mir recht überlege, dann war das heute doch eigentlich ein Schritt "nach draußen" oder? Und dass ich gestern in der Mensa und nicht in meinem Zimmer gegessen habe auch... sehr gut.

Mittwoch, 12. September 2007

Eltern...*seufz*

Schulanfang.
Und jedes Jahr der gleiche Terror in den Schreibwarenabteilungen. Dieses Jahr mal zur Abwechslung im Müller.
Neben den schon etwas selbstständigeren Mädels und Jungs, die wissen, was mit den Hieroglyphen auf den Zetteln der Lehrer gemeint ist (Lineatur 28, DIN A 5, ...), sind natürlich auch wieder die besorgten Mütter unterwegs, die ratlos mit einem Zettel in der Hand vor dem Regal stehen und nichts begreifen.
Zum Glück gibt es da die freundlichen und geschulten (wie passend) Ladenmitarbeiter, die mit Rat und Tat zur Seite stehen und eine Frau nach der anderen glücklich machen.
Nun gibt es aber ganz spezielle Härtefälle, die sich zwar Hilfe holen, aber anscheinend nur, um dann zu zeigen, dass sie für ihr Kind ja nur das Beste vom Besten wollen. Heute so erlebt.
Eine Mutter, die, lauthals mit ihrer Tochter "kommunizierend" (das passt wirklich wie die Faust aufs Auge), in die besagte Abteilung kam, suchte nach einem Farbkasten mit zwölf Farben drin. Keine schwere Sache, da geht man zum Regal, kuckt sich die Dinger an, vergleicht die Preise und entscheidet sich dann für einen.
Nicht so diese Frau.
Nein, sie ließ sich von der Hilfskraft die speziellen Unterschiede der vor ihr liegenden Produkte aufzählen und fragte immer wieder in einem sehr ... wie soll ich sagen...investigativen Ton, ob denn auch "die Farbbrillianz" entsprechend gut sei, denn es "soll nicht das Billigste sein", vielleicht "etwas in Richtung Aquarell-Qualität" (Wieso braucht ein Kind in der geschätzten zweiten Klasse sowas???; Antwort einer Mitarbeiterin die nebendran stand "Hammä nimmä doo!") und "es muss nicht viel Plastik um die Farben sein" - meine Güte, dann klöpple deiner Tochter nen Farbkasten!
Ich hatte sonst nichts zu tun und blieb etwa eine viertel Stunde im Laden, weil ich wissen wollte, für welches Teil sie sich wohl entscheiden würde. Nach 20 Minuten wurde es mir allerdings zu blöd, weil die Dame in jedem Satz mindestens ein Mal ihr Lieblingswort (Farbbrillianz) verwendete und es mir langsam zu den Ohren raushing.
Ich warte ja darauf, dass irgendwer mal den Dienst anbietet, dass man den Zettel mit den Materialien abgibt, an der Kasse wartet und dann sucht ein Student (dann wären die weg von der Straße...) die Sachen zusammen und fertig. Warum kommt da keiner drauf? Klar, die Eltern wollen sich an der Vielfalt laben und entscheiden, ob der Radiergummi fünfzig Cent oder drei Euro kosten soll, aber dann fragt man eben wie bei Mc Donald´s, ob es die billige oder die teure Variante sein soll, also Mini-Preis oder Maxi.
So.

Die Entscheidung, Kinder zu kriegen, scheitert nicht an der Angst vor dem Stress, den diese mit sich bringen, sondern daran, dass man solche Eltern miterlebt...ehrlich. Ich hab mich gefragt, ob ich irgendwann auch mal so verpeilt bin und ein Stoßgebet losgeschickt (ICH, das Heidenkind par excellance) bitte nicht so zu enden.



Erkenntnis des heutigen Tages:
Ich lebe mein Leben, so wie ich es will!
und
Ich schaffe das sehr wohl!
und
Ich muss nur rausgehen, die Welt wartet darauf, von mir erobert zu werden!
und
Ich muss das Leben auf mich zu kommen lassen und meine Mauer um mich herum einreißen!
So.

Sonntag, 9. September 2007

Wenn schon nicht...

...die Möglichkeit besteht, das Lied hier online zu stellen, dann wenigstens den Text.

Allerdings übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit, denn ich geh auch nur danach, was ich höre, und bei englischen Texten, na ja...hier jedenfalls der Text:



It's ok to think about ending

And it's ok to not even start

Put it away and wait till tomorrow

Put it away and take care of your heart

of your heart



And it's ok to stay here forever

And it's ok to read in the dark

Put it away and wait till tomorrow

Put it away and take care of your heart

of your heart



Just for a while

I'll sing and smile

Just for a while

I'll sing and smile



Schön oder?

"man lebt sein eigenes Leben doppelt"

Es gibt Momente, in denen einem sein ganzes Leben plötzlich klar wird. Man ist sich für Sekundenbruchteile bewusst, was läuft. Das eigene Verhältnis zu anderen, zu seiner Umwelt, zu bestimmten Leuten, zu sich selbst, das eigene Ich im großen und ganzen konzentriert sich vor dem inneren Auge zu einem Satz. Und dieser eine Satz ist in einer Sprache verfasst, die man selbst nicht beherrscht, man kann sie nicht sprechen oder schreiben, man kann sie nur verstehen. Nur mit dem Herzen. Mit dem, was gemeinhin als Seele bezeichnet wird.
Dann wird man für diesen kurzen Augenblick von einem einzigen Gefühl beherrscht, das einen durchströmt und es fließt von den Enden des Körpers zum Herz hin. In der Mitte der Brust fühlt es sich an, als ziehe sich alles in ein unsichtbares Loch zurück, man selbst verschwindet in einem Vakuum und kann niemandem erklären, was eigentlich geschieht. Man weiß nur eines: Für einen minimalen Zeitraum begreift man alles.
Aber man kann diese paar Sekunden nicht festhalten, man kann sie nicht ausdehnen und versuchen, sie zu hinterfragen. Sie gehen noch schneller, als sie gekommen sind und lassen einen wissend nickend zurück und man denkt sich "Genau".
Man kann dieses Etwas nicht kontrollieren, bestimmen, wann es kommt und wann es wieder geht, es passiert einfach so. Für einen kurzen Moment ist man der klügste, einfühlsamste, verständnisvollste und gleichzeitig einsamste Mensch der Welt, weil man das, was man gerade erfährt, nicht mitteilen kann, man kann es eigentlich nicht in Worte fassen und das hier ist auch nur ein stümperhafter Versuch eine Umschreibung zu finden.
Leider ist es meist nur das Negative, was einem deutlich gemacht wird. Alle Fehler und Fehlschaltungen, alle Missverständnisse und jedes noch so kleine Unglück leuchtet vor einem auf.
Als sei man in einem Kinosessel festgeschnallt, kann man nicht wegkucken. Irgendwer deutet auf DIE Stelle im eigenen Leben, erwischt zielsicher DEN Punkt, der einen im Grunde am meisten bewegt oder regungslos, oft einfach nur hilflos sein lässt, den man aber die ganze Zeit immer wieder verdrängt, man verschließt jedes Mal die Augen, hält sie sich zu, wie ein kleines Kind und ruft unsicher "Ich seh dich nicht", dabei weiß man doch, dass es das gibt.
Wenn einen dann aber so ein Moment eiskalt erwischt, gibt es keine Chance, nicht hinzusehen. So sehr man die Augen auch verschließt, das Bild wird nur deutlicher.
In den paar Sekunden lebt man sein eigenes Leben doppelt: von außen und von innen.
Dann starrt man äußerlich ins Leere und beendet den Kurztripp mit einem Seufzer, der tiefer nicht sein könnte...

Samstag, 8. September 2007

Man verzeihe mir...Und: Ist Putzen besser als Sex?

den gestrigen Beitrag. Im Nachhinein betrachtet, ist er wohl ziemlich zeigefingermäßig, was während des Schreibens nicht beabsichtigt war. Ich wollte keine Moralpredigerin sein, aber manchmal hab ich so meine Phasen, in denen ich die Welt besser machen will und den Menschen zeigen möchte, was sie meiner Meinung nach schon lange nicht mehr sehen, weil sie für viele Dinge blind geworden sind.
Wird nicht wieder vorkommen.

(Hach ja,
was ein schönes Lied nicht alles anrichten kann.
Ich höre jetzt zum etwa zehnten Mal "It´s ok to think about ending" von Earlimart und es wird mit jedem Mal intensiver.)

Es ist schon komisch, aber wenn man putzt, ist das unglaublich befriedigend. Ich möchte einen frisch duftenden Raum, einen glänzenden Spiegel oder einen sauber gewischten Boden nicht unbedingt mit einem Orgasmus gleichsetzen, aber die Tätigkeit des Saubermachens an sich, hat schon ihre gewissen Vorzüge.
Ich kann es zum Beispiel machen, wann ich will. Wenn mir langweilig ist, nichts im Radio/Fernsehen kommt, was mich interessiert oder wenn ich nur wieder mal nicht schlafen kann, weil mich was beschäftigt, egal wann, ich kann putzen. Oder aufräumen. Geht auch.
Und ich habe am Ende immer ein positives Ergebnis, dass ich auch noch aktiv beeinflussen kann. Beim Sex soll das ja angeblich doch immer wieder auch vom Partner abhängig sein. Hab ich mir sagen lassen...
Der wunderbare Nebeneffekt, dass das alles dann auch noch einen Nutzen hat, ist nicht zu vergessen. Das Zimmer (oder die ganze Wohnung) ist sauber und ich war eine Zeit lang abgelenkt oder konnte im Zweifelsfall sogar noch besser über eine Sache nachdenken, als im Bett liegend und vor mich hin grübelnd.
Und es hält einen davon ab, aus Langeweile zu essen!
Ja, es ist schon toll...
Ich schreib das übrigens, weil ich grad vorhin das Bad geputzt habe und es mir zu meiner Überraschung echt Spaß gemacht hat, ich konnte wunderbar über das ein oder andere sinnieren.
Zum Beispiel darüber, warum drei Personen ein Arsenal von etwa 30 Zahnbürsten brauchen.

Oh man, das Lied ist einfach genial, ich muss es nochmal sagen. Schade, dass ich das hier nicht einfügen kann...es ist so...tröstlich...beruhigend...einfach schön halt.

Was mich heute richtig nervt ist, dass ich, als ich im Garten war und ein wenig "Unkraut" entfernt habe (keine Angst, ich kann nicht unterscheiden, was jetzt Blumen sind und was nicht, ich entscheide ausnahmsweise aus dem Bauch heraus. Und mein ästhetisches Empfinden sagt mir schon, wo noch was weg muss.), immer wieder volle Kanne in die versteckt wachsenden Brennnesseln gegriffen habe. Das Dumme ist jetzt, dass meine Hand immer noch weh tut, weil diese kleinen Stacheln sich wunderbar in meiner Haut verhakt haben. Und da sag noch einer, Gärtnern beruhige. Gar nicht.

Ich frage mich, warum es Menschen gibt, die ganze Romane denken, innerhalb von zwei Minuten und bei anderen stellt man sich vor, dass völlige Ruhe herrscht, komplette Stille im Hirn.
Ab und zu denke ich so viel, dass ich es gar nicht so schnell aufschreiben kann, wie es mir in den Sinn kommt.
Ich denke sogar in mehreren Etagen. Das funktioniert so: Ich denke über A nach und gleichzeitig denke ich "Ah, du denkst über A nach", was ja Ebene B wäre, dann kommt aber dazu, dass ich denke "Ich denke gerade, dass ich denke, ich denke über A nach", folglich Ebene C.
Ganz schlimm wird es allerdings, wenn man mich dann blöderweise in einem solchen Moment anspricht, denn dann kommt der zweite Gedanke (a) dazu, der lautet dann "Was denkt der/die jetzt über mich", was sich letztlich, um das alles abzukürzen bis zu dem Augenblick steigert, in dem ich dann denke "Was denkt die was ich denke, dass sie denkt, was ich denke". Das erklärt zumindest, dass ich schon mal regungslos dasitzen kann und den Anschein erwecke, dass ich gerade nichts denke. In Wirklichkeit ist bei mir im Kopf aber grade Karneval.
Ich hoffe jetzt einfach mal, dass ich nicht der einzige Mensch bin, der so drauf ist. Das würde mich dann doch frustrieren. Wie so vieles...

Alles fließt...Fengshui-Lasagne und der Humor unserer Zeit

Ja, der Mädelsabend ist vorbei und es gab lecker Lasagne. Vom Aldi. Aber lecker. Leider etwas sappschig (~ flüssig), weshalb sie aber kurzer Hand von mir zur Fengshui-Lasagne umbenannt wurde, weil: alles fließt.

Nachdem ich wieder nach Hause geradelt war, setzte ich mich noch vor die Glotze und genoss seit langer Zeit wieder mal einigermaßen guten Humor.
Ein Programm von Helmut Schleich lief im Dritten und ich habe mir nebenbei einige Gedanken gemacht.
Zum Beispiel, warum es so viele Leute gibt, die sich "Comedian" oder "Kabarettist" nennen, die ich aber kein bisschen komisch finde. Sobald man den Fernseher einschaltet, brüllen einem irgendwelche Personen Sachen entgegen, die zum Großteil weit unterhalb der Gürtellinie und meistens nicht unterhaltend, sondern eher abschreckend sind. Der "Humor", der einem im Augenblick angeboten wird, ist einfach nur laut. Nicht lustig. Manchmal sogar lediglich beleidigend, nicht mehr und nicht weniger.
Meiner Meinung nach gibt es viel zu wenige Sendungen, wie den Scheibenwischer oder "Neues aus der Anstalt". Geistig anspruchsvolles Kabarett, meinetwegen nicht zu hochgeistig, aber mit einem gewissen Niveau, das durchgehend gehalten wird.
Liegt es an mir? Habe ich einen zu ausgefallenen Geschmack was Unterhaltung angeht? Liegt es an meiner Krankheit, dass es einfach kaum mehr wem gelingt, mich wirklich zum Lachen zu bringen? Bin ich die Einzige, die sich über den Wert und die Stellung des Humors, ja, eigentlich auch die erzielte Wirkung Gedanken macht?
Warum können nicht mehr Leute in die Richtung gehen, die Künstler wie Dieter Hildebrandt, Gerhard Polt, Bruno Jonas, die Lach- und Schießgesellschaft, die Biermöslblosn und andere vor längerer Zeit eingeschlagen haben? Warum gibt es nicht mehr die klassischen Kabarettisten, wie zum Beispiel Hagen Rether? Er braucht nicht viel. Ein Klavier reicht ihm, um seine spitzen und teilweise sehr kritischen, aber immer auch wahren Texte zu untermalen. Und auch, wenn das sehr ernst klingt, der Humor, das Lachen, bleibt trotzdem nicht auf der Strecke.
Oder eben, wenn es leichter zugehen soll, Leute wie Jürgen von der Lippe (wohlgemerkt nur in seinen Bühnenprogrammen!, nicht den Shows, die er seit neuestem moderiert)? Auch wenn er ab und zu mal in die unteren Etagen abgeglitten ist, es war nie so niveaulos und ordinär, wie es bei Personen wie zum Beispiel Mario Barth oder dem späten Michael Mittermeier der Fall war.
Und was ich nun gar nicht mag ist, wenn es auf die Randgruppen hinausläuft, weil einem gar keine Pointen mehr eingefallen sind. Dann eben wieder mal auf den Blondienen rumhacken...oder dem Verhältnis zwischen Mann und Frau beim Thema Sexualität.
Ja zefix, es gibt doch noch andere Dinge, als das! Der angeblich beschriebene Alltag besteht nicht nur aus Sex und Vorurteilen!
Das mag alles sehr konservativ klingen, aber ich finde, Humor ist eine ernste Sache und nicht jeder, der drei lustige Geräusche und fünf Grimassen drauf hat, ist es gleich wert, dass man sich einen ganzen Abend damit berieseln lässt.
Hugh, ich habe gesprochen.

Donnerstag, 6. September 2007

Neue Rubrik

Nachdem ich bisher immer nur aufgezählt habe, was ich kann, soll nun auch mal genannt werden, was ich nicht kann.
Eindeutig in diese Kategorie gehört das, was ich heute mehrmals vergeblich versucht habe: Bremsen auf Skates. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, wie man damit gezielt stehen bleiben kann.
Wenn sich jetzt der ein oder andere fragt, wie ich das immer bewerkstellige, ganz einfach: ausrollen lassen oder die nächste Laterne/Ampel/Schild umarmen.
Heute war ich ja auf der Strecke von Gaustadt nach Viereth unterwegs und habe es immer hin geschaft, mich nicht hinzulegen. Is ja schon mal was.
Eine ganze Stunde dauerte das heikle Unterfangen auf acht Rollen und ich muss sagen, dass ich mich eigentlich ganz gut geschlagen habe. Allerdings war ich danach ziemlich geschafft und der Fußweg nach Hause hat mir dann den Rest gegeben.

Wie soll man bei der Familie abnehmen?
Die Mutter kocht so gut wie immer mit Sahne oder creme fraiche, der Vater bäckt die herrlichsten aller Kuchen, zum niederknien und der "Naschschrank" ist immer voll. - Ich hasse es. Ein Grund mehr, wieder nach Erlangen zu gehn.

Noch knappe zehn Tage, dann beginnt das Praktikum und mir geht jetzt schon der Hintern auf Grundeis.
Wie soll ich das nur überstehen?
Ich bin völlig raus aus der Materie.
Lohnt es sich, sich die eigenen Schulhefte noch mal durch zu sehen? Crashkurs in Sachen Deutsch und Geschichte?
Eines ist klar: mein geliebter Baldrian kommt wieder zum Einsatz.
Gaanz ruhig bleiben...
Einatmen...ausatmen...einatmen...Schnappatmung...Kreislauf...isch kann nit me...

Mittwoch, 5. September 2007

Nachtrag zu Was ich kann

Zusätzlich zu den genannten Dingen, kann ich auch noch Schreibtische durchs Haus und sämtliche Stockwerke tragen, Schränke von der Garage in den Keller verfrachten und dort aufstellen UND
ich kann mich unglaublich zusammenreißen.

Voll fett! und Greenpeace macht Urlaub

Ja,
dann bleib ich halt so.
Meine Güte, bis jetz hab ich es ja auch ausgehalten.

Ich war heute im Hallenbad und hab es tatsächlich geschaft, fast eine dreiviertel Stunde Bahnen zu schwimmen. Mir ging die Pumpe nicht mal so heftig, wie ich es erwartet hatte. Starkes Stück!
Und es kam nicht ein Mitarbeiter der berühmten Naturschützertruppe, um zu beanstanden, dass das Becken für mich ja viel zu klein ist und dass das auf keinen Fall artegerechte Haltung ist.
Schwein gehabt.
Dafür sind andere lustige Dinge passiert, die nur ich so erleben kann.
Da wäre zum Beispiel, dass ich beim Verlassen des Bades erst mal schnurstracks meinem Vater hinterher gelaufen bin, bis ich mich gewundert habe, dass die Umkleide ganz anders aussieht, als vorhin...tja, war ja auch Herren...
Das kommt davon, wenn man im Alltag höflich aber bestimmt immer wieder auf die Herrentoilette aufmerksam gemacht wird...

Morgen ist Inlineskaten dran, wenn das Wetter mir keinen Strich durch die Rechnung macht. Wenn doch, geh ich halt im Regen spazieren, hat ja auch was für sich. Schließlich mag ich Regen. Ich freue mich sowieso schon auf den Herbst, meine Lieblingsjahreszeit (mit dem Winter). Endlich kommen wieder die heftigen Stürme, der Wind bläst einem kräftig um die Nase und man spürt, wie langsam der Regen durch die dicke Jacke krabbelt. Tee trinken, lesen, Platten, CDs und Radio hören. Super! Isch freu misch ;-)
Man kann wieder seine Wollsocken und Kuschelpullis anziehen, ohne dafür schräg angekuckt zu werden, weil draußen noch die Sonne scheint, nein, jetzt haben Wolle und Rolli wieder ihre Berechtigung.

Ich muss hier raus!
Seit einer knappen Woche bin ich nun wieder daheim und mir fällt auf, dass sich die alten Gewohnheiten einschleichen.
Da wäre das untertänige Ja-sagen, obwohl man innerlich Nein brüllt.
Oder, dass man Dinge tut, die man eigentlich überhaupt nicht tun will, aber weil man Ärger und Anschnauzereien vermeiden will, geht man den Weg des geringsten Widerstandes und geht halt doch mit der Mutter und dem Bruder Minigolfen; obwohl man weiß, dass es in einem Fiasko enden wird, weil der Bruder nicht verlieren kann und die Mutter das als Chance sieht, mal wieder jemanden auf das Übelste ärgern zu können, um dann dem Bruder vorzuwerfen, dass er ja immer den anderen den Tag versaut, nur weil er nicht verlieren kann...es nervt...
Ich seh zu, dass ich am Samstag hier verschwinde.
Es ist schon wieder so weit, dass ich mich stark zurückhalten muss, nicht ganz laut los zu schreien oder irgendwelche Gegenstände zu zerstören, weil ich so angenervt bin. Aber noch habe ich mich unter Kontrolle.
Wie immer...
Ach, manchmal glaube ich, es hat sich seit Silvester nichts verändert... das ist frustrierend.
Vor allem, wenn man dann auch noch eine Doku über den Lehrerberuf sieht, in der alle Befragten nur jammern und nörgeln und sich beschweren, dass es so ein Scheißjob ist. - Ja meine Güte, es muss doch auch wen geben, der Spaß an dem hat, was er tut. Was ich jetzt am wenigsten gebrauchen kann, sind Leute, die nur rumnölen.
Wo sind die motivierten Lehrer, die immer wieder gerne die Türe zum Schulhaus öffnen und nicht ihr Menschsein am Eingang, spätestens an der Garderobe im Lehrerzimmer an den Haken hängen und zu einem grauen, deprimierten Etwas mutieren? Wo sind die, die mir Mut machen können?

Sonntag, 2. September 2007

Blödes Gefühl

Vor nicht all zu langer Zeit habe ich ja einen kurzen Text über Flo hier eingestellt.
Eine Geschichte, die ich so erlebt habe.
Als ich gerade ein bisschen im Internet unterwegs war, habe ich durch Zufall entdeckt, dass nur wenige Tage vor Flos Gehen ein kleiner Junge geboren wurde, der den gleichen Namen trägt. Sowohl Vor- als auch Nachname sind identisch.
Es war ein blödes Gefühl, das zu lesen. Als wäre Flo gegangen, als er noch da war und vor seinem Abschied schon wieder gekommen. Als beginne sein Leben von vorne. Als wäre sichergestellt gewesen, dass es ihn weiterhin gibt und so konnte er dann in Ruhe gehen, auch wenn er von dem kleinen Kerl sicher nichts gewusst hat.
Wenn ich so drüber nachdenke, kommen mir wieder die Tränen, weil sein Gesicht vor meinen Augen erscheint und ich seine Stimme wieder höre, sein Lachen, das so selten war.
Ich kann mir immer noch nicht verzeihen, dass ich nicht bei seiner Beerdigung war. Sicher, mir ging es richtig beschissen, ich bin mehrmals nahe am Zusammenbruch gewesen und es wäre sicher auch so weit gekommen, wenn ich hin gegangen wäre, aber ... ich hätte gehen sollen.
Auf den vielen Spaziergängen, die in den Tagen darauf folgten, hab ich viel mit ihm "geredet", hab ihm erklärt, dass es nicht ging, dass ich es scheiße finde, was er abgezogen hat, dass ich mich hilflos fühle, weil ich nicht weiß, ob ich nicht irgendwas hätte ändern können; auch dass ich mir nie sicher war, ob ich nicht ein bisschen verliebt in ihn war. Aber ich werfe mir heute noch vor, dass ich nicht dort war.
Es tut mir leid, Flo.
Es tut mir leid.
Ich hoffe, du kannst es ein bisschen verstehen...

Samstag, 1. September 2007

Was ich kann.

Seit gestern weiß ich, dass ich Toilettendeckel wechseln kann.
Seit heute weiß ich, dass es gar nicht so schwer ist, sich auf einen Flohmarkt zu stellen und ein bisschen von seinem alten Kram zu verkaufen, d.h. mit Leuten ins Gespräch zu kommen, ein paar dumme Sprüche abzulassen und so sein Zeug loszuwerden. Tapfer, Stina!

Schmöe:
Ich kann mir nicht helfen, aber wenn ich in ihrem Buch "Fratzenmond" lese, habe ich immer das Gefühl, dass das ein guter Aufsatz einer Achtklässlerin ist.
Sie hat einfach eine sehr ... komische Art zu schreiben, komisch im Sinne von merkwürdig.
Stellenweise habe ich das Gefühl, dass sie nur zeigen will, wieviel sie weiß, wie schlau sie doch ist. Und wenn es mir bei einem Buch so geht, dann leg ich es meist schnell wieder weg. Was ich auch getan habe, denn Leute, die nur die eigene Person in den Mittelpunkt stellen und das auch noch so auffällig unauffällig, kann ich nicht leiden. - Siehe meinen alten Freund Thomas Mann. Der ist auch so eine Type. Seht her, ich kann einen Dreiseitensatz schreiben, ich bin ein Gott! - Furchtbar...

Oh man, was bin ich müde. Flohmarktgang bedeutete heute morgen um fünf loszufahren...ächz...und um halb zwei war Schluss...gähn...
Na ja, jetzt wird gemütlich eine Runde Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt. Sehr schön.
Und mein Vater hat lecker Apfelkuchen mit Streuseln gebacken, den ich wieder nicht essen darf (Punkte ohne Ende!!!!!).
Seufz...
Wer schön sein will, muss leiden. (Ein selten blöder Satz.)

Freitag, 31. August 2007

Was macht Spaß und verbrennt Kalorien?

Rasenmähen.
Hab ich heute seit langer Zeit mal wieder gemacht. Circa 250 m² leicht feuchtes, kniehohes Gras, dickes Gras. Ja, auf unserem Waldgrundstück war schon länger keiner mehr...
Aber es war irgendwie eine sehr befriedigende Arbeit. Schließlich gab es ein Vorher-nachher-Erlebnis. Es tat mit jeder geschafften Bahn besser, zu sehen, dass ich voran komme. Vielleicht sollte ich mir so einen Blickwinkel auch für´s Studium anschaffen. Da fehlt mir nämlich noch der Blick für Dinge, die ich als "geschafft" abhaken kann. Ein bisschen hab ich noch das Gefühl, nicht weiter zu kommen.
Obwohl ich ja die Klausuren alle bestanden, gut bestanden habe. Hmmm. Komisch.
Bei anderen fällt es mir immer noch sehr leicht zu sagen "Schau mal was du schon alles geschafft hast! Das ist toll!". Wenn ich mir meinen Weg rückblickend ansehe, dann sind zwischen Start und dem jetzigen Zeitpunkt vielleicht grade mal zwei oder drei Schritte gemacht, wo andere schon (in meinen Augen) zehn oder zwölf Schritte getan haben.
Aber wie heißt es so schön: Zu erkennen, dass wir nicht normal sind, macht uns normaler als die anderen. - Die Erkenntnis steht eben immer am Anfang eines Lösungsweges. Und wenn ich nun schon weiß, dass ich mir immer alles schön mies rede, dann kann ich ja auch dagegen vorgehen.
Aber wie sagte neulich die Therapeutin so schön: Mein Kopf sei sehr geschickt im Ausnahmen und Ausreden erfinden, die mich dann wieder runter ziehen; dieser dumme, unnütze Kopf.

31. August. Man, schon wieder ein Monat vorbei und schon wieder so verdammt schnell. Manchmal hab ich das Gefühl, dass mir die Zeit mit riesen Schritten davon läuft und ich folge ihr im asiatischen Tippelschritt. - Dessen Geschichte übrigens sehr interessant ist. Das kommt nämlich von der Tradition des Füßebindens. Eine brutale Angelegenheit: bereits in sehr jungen Jahren, als Kinder, werden den Mädchen die Füße gebrochen und mit Bandagen eng verschnürt. Ziel ist, den Fuß möglichst klein zu halten, weil das als besonders aufreizend gilt.
Die Frauen leiden unglaubliche Qualen, weil diese Prozedur immer wieder wiederholt wird, auch in späteren Jahren. Oft sind sie nicht einmal in der Lage, zu laufen.
Diese Unsitte hat sich über Jahrhunderte gehalten und ist, glaube ich, erst im 18. oder 19. Jahrhundert wieder von der Bildfläche verschwunden.
Schrecklich sowas.

Gerhard Polt:
Genial.
Besonders im Moment bietet es sich an, seine CD mit dem Titel "eine menschliche Sau" zu hören, da er einen Beitrag zur Gammelfleischdiskussion beisteuert. Ich sage nur Dampfstrahler.
Köstlich.

Französisch:
Jetzt ärgere ich mich, dass ich nicht in der sechsten Klasse auf meine Englischlehrerin gehört habe, die meinte, ich sei "sprachbegabt" und sie könne sich durchaus vorstellen, dass ich mit Französisch gut zu recht käme. - Hätte ich doch bloß Französisch gewählt. Aber nein, Latein musste es sein...
Nun mache ich im nächsten Semester eben einen vierstündigen Sprachkurs, der donnerstags und freitags um 8.15 (!) beginnt.
Erx!
Dabei kann isch doch nur ein bischen den französischen Akso...merde! (Immer hin, fluchen kann ich.) Sacre bleu! (Ich hoffe, man schreibt das so und es heißt das, was ich vermute...)

salut!

Dienstag, 28. August 2007

Was man beim Aufräumen nicht alles findet...

Gerade hab ich meine Ordner im heimischen PC mal wieder ein wenig ausgemistet und dabei kam mir folgender Text unter die Finger, der wohl in der elften oder zwölften Klasse entstanden sein dürfte.
Als ich ihn fand, fühlte es sich so an, als würde man ein Fotoalbum mit Bildern aus seiner Kindheit durchblättern. Ein schönes, sentimentales Gefühl. So viele Momente und Augenblicke kamen wieder hoch, die es nie wieder so geben wird.
Schön war´s.

Aber jetzt: der Text.

Entstehung und Zerfall des Triumvirats:
Die wahre Geschichte
Eine Analyse von Ines F., Katharina D. und Kristina T.


Es war einmal ein König.
Der hatte eine Tochter, die Prinzessin. Sie heiratete einen Frosch, der ihr die goldene Kugel gab. Während der Hochzeit verlor sie ihren Schuh und um zwölf Uhr nachts verwandelten sich sämtliche Gäste in Kürbisse.
Am nächsten Morgen kam der tapfere Prinz Wolf in seinen Zauberpumps und zerschlug die Hecke mit dem Knüppel aus dem Sack. Im Schlafgemach der Prinzessin angelangt warf er diese an die Wand und ritt mit dem Frosch auf seinem weißen Schimmel über die sieben Berge.
Plötzlich, im finstersten Wald, stand ein kleines Männchen vor ihm auf dem Weg aus Lebkuchen und sagte: „Knusper, knusper knäuschen! Macht doch hier ein Päuschen!“
Auf einmal sah das kleine Männchen namens Rübezahl den wunderschönen Frosch und sprach: „Rapunzel, Rapunzel, komm mit in meinen Brunnen! Ich werde dir meinen Uhrenkasten zeigen!“. Der Wolf ritt beleidigt davon.
Allerdings kam er nach 100 Jahren Schlaf ausgeruht zurück und hatte sein Heer aus sieben Zwergen auf sieben Geißlein mitgebracht. Sie kidnappten den Goldesel von Rübezahl!
Frau Holle hatte alles beobachtet, rannte zum Baum, schüttelte ihn, sodass die Brote runter fielen, holte den Apfel aus dem Ofen und bezahlte mit ihren Sterntalern das grauenhafteste, hässlichste, gemeingefährlichste und übel riechendste Wesen: Schneewittchen!!!
Dieses tat sich mit Schneeweißchen und Rosenrot zusammen und gemeinsam bildeten sie das
Triumvirat!
Das Triumvirat,
das auf dem System der Bremer Stadtmusikanten beruhte, saß in seiner Höhle und spann Gold zu Stroh. Als er herein trat fühlte sich Hans im Glück. „s´ ist nirgends besser als daheim!“, dachte er bei sich. Auf einmal versperrte ihm das tapfere Schneiderlein den Weg. Es drohte mit bebender Stimme: „Wenn du es wagen solltest mit deinem Drosselbart diese heiligen Hallen zu betreten, dann hol ich meinen großen Bruder, den Däumling und der sperrt dich dann in den Käfig, wo du von der Pechmarie gemästet wirst!“.
Zum Glück kam Sindbad, der Hausmeister und klärte sämtliche Ungereimtheiten mit einem Machtwort: „Sesam öffne dich!“. Alle bisher beteiligten sprangen aus einer Riesentorte und schrieen lauthals: „Die Hex ist tot! Die Hex ist tot!“. Hans im Glück riss sich vor Freude ein Bein aus und erschlug damit im Taumel der Gefühle die goldene Gans, die verzweifelt auf der goldenen Kugel saß, bereits Schweißtropfen auf der Stirn hatte, weil sie immer noch darauf hoffte, endlich ein hässliches Entlein auszubrüten. Und das infolge beginnende Massen-besäufnis war Grund für den Untergang des hl. röm. Reiches dt. Nation namens „Atlantis“!
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann reiern sie noch heute!

Ende

Niemals!

Was sollte man tun, sobald man fähig ist zu laufen, zu rechnen (einigermaßen) und zu lesen:
Niemals mit der Mutter einkaufen gehen!
Man kann nämlich noch so oft sagen, dass man nichts möchte und das man, ganz speziell, kein Roggen(misch)brot sucht, sondern ein Roggenvollkornbrot (weil: 0 Punkte!): Es hat keinen Sinn! - An jedem Regal wird man gefragt "Wie wär´s denn damit?", "Moggst des?" oder "Hast ned Lust auf ...?" - schrecklich.
Klar, sie meint es ja nur gut. Zu gut. Das Ende vom Lied war, das schließlich doch noch ein Roggenmischbrot im Einkaufswagen landete und ich mich nur schwer zusammenreißen konnte, nicht in Tränen auszubrechen. Aber was soll´s...man ist ja auch nur Tochter und will nicht wegen eines Tobsuchtsanfalles im Globus in der lokalen Presse erscheinen.

Die Brücke ist beendet.
Heftig. Das ist das einzige, was mir dazu einfällt.
Als Lektüre würde sich das sicher lohnen, auch wenn es schwierig wird (bei dem Inhalt) auf die formalen Kriterien einzugehen.
Sowas sollte jedenfalls nie mehr passieren.
Und leider tut es das doch.
Ich bin mir fast sicher, dass ähnliche Geschichten tagtäglich irgendwo auf der Welt passieren. Sei es Afrika, Indien, Afghanistan oder sonst ein hot spot.
Schon ein komisches Gefühl, wenn man sich bewusst wird, dass man so gesehen eigentlich im Paradies wohnt. Man kann einfach so durch die Straßen gehen, in den nächsten Laden, ins Kino, ins Freibad.
Und gleichzeitig sterben soundsoviele Kinder, die völlig unschuldig an dem sind, was um sie herum passiert.
Ich glaube das ,was man dabei empfindet, wenn man darüber nachdenkt, ist erst mal sicherlich Erschrecken, dann aber große, tiefe Dankbarkeit für die selbstverständlichen Dinge. Sei es nur, dass man den Wasserhahn aufdrehen und davon ausgehen kann, dass auch wirklich klares, trinkbares Wasser fließen wird. Oder dass man den Kühlschrank (!) aufmachen kann und der mit Sicherheit etwas Essbares enthält.

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es sein mag, wenn man sein Kind wegschickt und einem am Ende nur mehr eine Karte bleibt, auf der steht, dass es irgendeinem hohen Tier leid tut, dass eben dieses Kind gefallen ist.

Auch eine Sache, die vor ein paar Monaten noch undenkbar gewesen wäre. Hätte man mich da gefragt, hätte ich mit einem entschiedenen Nein geantwortet, wenn es darum gegangen wäre, ob ich einmal Kinder möchte.
Jetzt würde ich wahrscheinlich sogar Ja sagen.
Komisch.
Ich glaube, ich werde erwachsen.

Nicht dass der Kinderwunsch ein Zeichen dafür ist, aber darüber nachzudenken, ernsthaft, und abzuwägen, was denn wohl wünschenswerter wäre, in die Zukunft zu denken und sich zu fragen, was sein wird, wo man stehen wird, ob allein oder mit einem Partner, das hat glaube ich mit erwachsen werden zu tun.

Mir fehlt das Praktikum.
Da hatte ich das Gefühl, gebraucht zu werden, etwas zu nützen, hatte einen Rhythmus und eine Arbeit, bei der ich danach auch ein Ergebnis gesehen habe. Und wenn es nur war, dass der Boden geglänzt oder die Meerschweinchen freudig gequiekt haben.
Emma fehlt mir auch.
Der kleine Cocker, dem ich "Sitz" und "Platz" beigebracht habe.
Blödes Gefühl.
Und wenn ich den Bericht durchlese, den die Leute mir mitgegeben haben, in dem sie mich beurteilt haben, dann wird mir ganz komisch, weil so viel Positives drin steht. Ich kann´s mal wieder nicht annehmen...
Ich glaube, Xavier Naidoo hatte Recht, als er am ersten Tag meines Abiturs auf dem Weg zur schriftlichen Prüfung in Englisch aus dem Radiolautsprecher sang "dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer".
Hm.
Ja...

Samstag, 25. August 2007

Und nu?

Hm.
Praktikum ist abgehakt.
Das Nächste droht schon am Horizont.
Orientierungspraktikum hat es auf sein Banner geschrieben und ich höre die Kriegstrommeln dröhnen.
Wer wird der Sieger sein?
Wie kann ich mich darauf vorbereiten, mich für den Kampf an der Front wappnen?

(Meine Sprache passt sich im Moment dem Wortschatz der Brücke an, die sich ebenfalls ihrem Ende nähert.)

Zum Abschluss der drei Wochen habe ich Emma heute noch "Platz" beigebracht, was mich komischerweise stolz macht. - Ach, ich hätt so gern nen Hund...
Aber stattdessen habe ich zwei schwule Wellensittiche und die auch noch in Bamberg. Toll.
Merkt man mir an, dass ich leicht gefrustet bin?

Gestern fiel mir auf, dass ich geistig nie meinen Altersgenossen entspreche bzw. entsprach.
Als z.B. einige aus dem Skikurs ein Lied mit dem Titel "Das sind nie 20 Zentimeter" mitbrachten, dachte ich allen Ernstes an die Höhe der Schneeschicht!
Anderes Beispiel:
Ich mache mir Gedanken darüber, ob ich den Boden sauber genug gewischt habe, eine Mitpraktikantin kontrolliert missmutig die lackierten Fingernägel auf eventuelle Schäden.
Eine Mitbewohnerin, deren Telefonat ich mitbekam, weil sie neben mir saß, springt mit ihrer Großmutter eher rüde um. - Ich sitze dabei, denke an meine (leider bereits verstorbene) Großmutter und werde mir darüber klar, dass ich nie so mit ihr umgegangen wäre, weil ich zu viel Respekt vor ihr hatte. Und weil sie mir sehr fehlt...
Bin ich normal?
Bin ich anders?
Oder sogar anders anders?
Ich meine, ich mache mir Vorwürfe, dass ich zu wenig lerne und andere gehen mindestens drei Mal in der Woche auf Sauftour. Da stimmt doch was nicht...
Wahrscheinlich mach ich mir wiedermal viel zu viele Gedanken.
Wobei mir gerade ein Spruch einfällt, den mir eine Freundin auf einer Postkarte geschickt hat:
Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann. - Francis Picard
Irgendwie nicht schlecht.

Jetz geh ich erst ma in die Küche und bereite den Pizzateig für heute abend vor (ich denke schon wieder....: abend groß oder klein?! - Und sowas studiert Deutsch auf Lehramt! Wie würde ein ehemaliger Lehrer von mir sagen: Armes Deutschland.)

Bis denn dann!

Freitag, 24. August 2007

Es ist vorbei, bye bye...Praktikum

Jubel macht sich in der Menge breit:
Morgen ist der letzte Praktikumstag!!!
Jetzt heißt es sich nur noch ein Mal motivieren um sieben aufzustehen und mit dem Rad 15 Minuten Frühsport zu treiben und um eins ist dann Schluss! - Endlich.
Morgen werd ich dann noch vorher beim Bäcker vorbei schauen und bisschen was für die netten Leute mitnehmen und dann ist wieder Freizeit angesagt. - Und ausschlafen!


Was mir beim Kehren eingefallen ist:
Man sollte nicht immer allen Dreck vor sich her schieben. Irgendwann wird der Dreck zu viel und man kommt nur noch langsam voran, muss immer wieder den alten Dreck einsammeln und neu zusammenschieben, um weiter zu kommen. Lieber gleich den Dreck nehmen und entsorgen, dann hat man seine Ruhe und muss nicht irgendwann einen riesigen, kaum zu bewältigenden Berg wegschaffen.
Hat was philosophisches, finde ich...

Heutiger Erfolg:
Habe einem neuen Hund (cockerspaniel) "Sitz" beigebracht! - Ein erhebendes Gefühl. Was man nicht alles erreicht, wenn man dem Affen Zucker gibt oder in diesem Fall der Emma ein Leckerli...
Emma ist goldig und hat mich überzeugt, dass auch Hunde, bei denen Schulterhöhe nicht gleich Tischhöhe ist durchaus nett sind.

Und weil ich gerade herausgefunden habe, dass ich Bilder hier veröffentlichen kann, werde ich glatt ein paar anhängen. Natürlich selfmade.
Und dann geht´s ab nach Hause, ich hab Hunger - und will wissen, wie´s bei der Brücke weitergeht (auch wenn ich den Film ja schon kenne).


Dieses Bild hat einigen Betrachtern schon das ein oder andere Rätsel aufgegeben.

Obwohl doch ganz klar ersichtlich ist, dass das ein Kuss ist.




Das hier ist nicht etwa von Miro, sondern auch von mir.

Eigentlich sollte es anders herum hängen, auf dem Kopf sozusagen, aber nachdem es mal so herum hingestellt worden war, war ich überzeugt, dass es so besser aussieht.




Hiermit wollte ich mich mal bewerben (u.a.). Hab es dann doch lieber gelassen.

Die Vorlage für das Bild war ein Foto vom Standbild "Die Bürger von Calais" (London).






Baum mit Mond. Schlicht und ergreifend.








Tja,
das waren sie erst mal.
Vielleicht kommen demnächst noch ein paar dazu.
Das Bild, das als Hintergrund für die Überschrift des gesamten Blogs dient, ist natürlich auch von mir. Is klar, ne...
Zu denen werde ich dann nichts mehr schreiben ;-)
bis die Tage!

Donnerstag, 23. August 2007

astounding...

Schon komisch wie sehr es einem helfen kann, wenn man einen guten Film kuckt.
Ich hab mir vorhin beim Essen "corpse bride" von Tim Burton reingezogen (in english) und fand ihn mal wieder einfach nur schön. Und ich musste dabei sogar lachen, etwas sehr selten gewordenes.

Gerade eben war ich auf der Institutsseite der Alten Geschichte und habe mir mein letztes Klausurergebnis angesehen.
Wieder bestanden.
Es ist nicht zu glauben.
Und diesmal fehlen mir sagenhafte 0,5 Punkte auf die bessere Note (2,3), stattdessen habe ich jetzt halt 2,7. Aber was soll´s...bestanden ist bestanden und wenn ich mir ansehe, dass 90 durchgefallen sind und der Großteil 3,3 hat, bin ich ja noch richtig gut.

Jetzt kann also das nächste Semester kommen, mit seinen Hausarbeiten, Referaten und Klausuren. - Ich hab Schiss.
Im Augenblick habe ich keine Ahnung, wie ich das schaffen soll. Das könnte allerdings daran liegen, dass ich heute noch nicht mein autogenes Training geübt habe. Beim letzten Mal hatte ich irgendwann das Gefühl, dass die gute Frau mich angelogen hat und dass ich doch schwebe...sehr strange.

Fasziniert bin ich von meinem Händchen was Musik angeht. Es passiert mir echt so gut wie nie, dass ich mir ne CD zulege, die mir nicht gefällt. Dabei entscheide ich meist nach dem Cover, dem Namen der Band oder dem Text eines Liedes, dass ich von einer Gruppe oder einem Künstler gehört habe.
Radiohead ist wieder so ein Fall. Die CD´s lagen zu Hause rum und niemand hat sie gehört. Ich hab mir das Cover angekuckt, das gefiel mir und als ich mir dann die Lieder angehört habe, konnte ich nur genießen, was mir da in meine Gehörgänge rieselte. Traumhaft schön. Mehr kann man dazu nicht sagen.

Seit längerer Zeit habe ich nicht mehr gemalt und als ich es vorgestern ausprobierte, klappte es wunderbar und es ist ein ziemlich gutes Bild geworden. Traurig, aber gut.

Was mich nervt sind die Millionen von Schnakenstichen, die unglaublich jucken. Es scheint als stünden die blöden Viecher auf mein Blut. Jetzt treffen sie sich jede Nacht in meinem Zimmer und geben sich die Kante. Na vielen Dank!

Tierheim ist auch bald vorbei.
Dabei habe ich doch gestern (und heute wieder) meinen Traumhund gesehen und gestreichelt.
Einen Rottweiler-Berner Sennenhund-Mischling. Ein wunderschönes Tier. Zutraulich, ruhig, verschmust, gelehrig. Wenn ich die Möglichkeit hätte, mir einen Hund zu halten, dann den.
Oder ne Deutsche Dogge, die sind auch schön groß und gemütlich.
Hm, wie es scheint bewahrheitet sich der altbekannte Spruch mal wieder: Wie die Frau, so der Wauwau!

Pepe wird wohl eingeschläfert. Armer kleiner Kerl. Mit ihm geht´s ziemlich schnell bergab. Aber lieber schnell und mit wenig Schmerzen, als lang und qualvoll.

Jetzt werd ich daheim anrufen und meine Mutter verarschen *g* "Du, wir haben doch die Klausurergebnisse bekommen...na ja..."
Das wird ein Spaß!
Und nächste Woche geht es in den Nürnberger Tiergarten, juhuu!

Dienstag, 21. August 2007

Gedankensalat

Was ist ekeliger als Katzenkacke auszusieben?
Genau, Hundekacke einzusammeln.
Grund: Die Portionen sind größer. Und zwar um einiges...
Und es riecht einfach extremer.
Aber was tut man nicht alles um besser dazustehen, als die vier Stundenarbeiterinnen, die sich nicht gerade um die Arbeit schlagen.
Ich war also heute im Hundehaus. Das leider leer war.
Die Arbeit war ziemlich ... nass, würde ich sagen. Schließlich musste jede Box drei Mal ausgespritzt werden und nachdem ich den Kniff raus hatte, wie man einen richtigen Strahl aus dem Schlauch bekommt und nicht nur ein paar jämmerliche Tropfen, konnte es auch losgehen.
Nach relativ kurzer Zeit war ich mit dem, was mir aufgetragen war, fertig.
"Hm,...dann kannst jetz erst mal Pause machen." war die Antwort auf die Frage, was ich noch tun könnte.
Eine Antwort, die mir nicht gerade recht war, weil ich mir in solchen Momenten immer ziemlich unnütz vorkomme.
Aber gut, ich hockte mich auf die Veranda. Da hielt ich es allerdings nicht lange aus. Und die Zeit, die das Hundehaus zum Trocknen benötigte, ging ich in das ein odere andere Katzenzimmer, räumte Dreckwäsche weg, wischte den Gang und den Vorplatz; als ich die Boxen wieder eingeräumt hatte war ich fertig mit meiner Arbeit und konnte gehen.

Daheim angekommen wurde erst mal autogenes Training geübt, dann wurden Punkte gezählt (erstaunlich wenig heute - aber dafür kann ich morgen lecker Nudeln mit Tomatensoße essen, hmmmmm) und schließlich wurde gekocht.
Seelachsröllchen, gefüllt mit Champignons und Feta, das alles in Alufolie gewickelt und im Wasserbad gegart. Lecker sag ich euch! - Ich hab schon was drauf in der Küche ;-)

Was ich herausgefunden habe:
Radiohead macht richtig gute Musik.
Bayern 2 ist absolut mein Radiosender.
Wenn man auf dem Boden liegt und die Regalbretter meines Bücherregals anschaut, dann sehen die Schatten der Bücher, die auf deren Unterseite geworfen werden, wie kleine Skylines aus.
Ich hab Angst vorm 17. September und der folgenden Woche, weil: Orientierungspraktikum.
Meine neu gekaufte Hose ist mir zu groß - ärgerlich.
Mir werden nach dieser Woche die Tiere fehlen - das Putzen weniger.
Es geht schon wieder steil auf meinen Geburtstag und auf Weihnachten zu - hoffentlich endet Silvester dieses Jahr besser...
Ich muss lässiger mit mir umgehen und nicht immer alles so ernst nehmen und v. a. nicht alles, was ich tue, in irgendeiner Weise bewerten - es darf auch mal was Sinnloses sein, was einfach nur Spaß macht.

Eine ganze Menge Erkenntnisse, wie ich finde.
Nun gut.
Ich werde heute ein neues Buch anfangen. Sven Regener geb ich auf. Stattdessen beginne ich mit "Die Brücke", dem Buch zum gleichnamigen Film, den ich bereits gesehen und sehr genossen habe, falls man das in diesem Zusammenhang sagen kann; aber der Film ist auf jeden Fall einer meiner Favoriten, wenn es darum geht, zu zeigen, dass nicht alle, die in der Armee gekämpft haben, vollkommen dafür verantwortlich gemacht werden können, was geschehen ist. (Ich glaube, das waren zu viele Kommata...egal.)

Mal sehen, ob ich es endlich wieder schaffe, Dr. House zu kucken. Aber wahrscheinlich lieg ich schon wieder vorher im Bett, weil mir alles weh tut, vor lauter Schrubben und Wischen.
hm...eigentlich könnte ich auch heute abend noch Nudeln essen. Punkte sind genügend übrig...
das wär lecker...ja. Wird gemacht.

Um jetzt diesem sinnlosen Geschreibsel ein Ende zu setzten:
Punkt.

Montag, 20. August 2007

O(h)n(e)line-Anmeldung: sie lebe hoch! hoch! hoch!

Was passiert, wenn man der Universität einen Haufen Geld zu Verfügung stellt, den sie in sinnvolle Neuerungen investieren soll?
Genau:
man richtet eine Onlineanmeldung für die Geschichtsleute ein, die um punkt 12 Uhr, also ab Eröffnung zusammenbricht!
Ich saß geschlagene 3 Stunden vor meinem PC und klickte immer wieder verzweifelt auf "Aktualisieren", in der Hoffnung, dass es irgendwann funktioniert und ich mich endlich für die gewünschten Seminare eintragen kann.
Geklappt hat es schließlich jetzt, um viertel nach vier. Nachdem ich bei meinem lustigen autogenen Training war. - Ich wusste nicht, dass es so schwer ist, nichts zu denken! Dabei dachte ich, das täte ich die ganze Zeit (da, schon wieder!)...
Da glaubt man endlich tiefenentspannt zu sein und was ist? - Der nächste Gedanke taucht auf und schon ist alles wieder im Eimer.
Aber da ich ja lernen soll, lockerer mit mir umzugehen, muss ich mich wohl damit abfinden, dass ich es nicht (noch nicht) perfekt beherrsche. Üben ist angesagt.
Ich zähle weiter fleißig meine Punkte und hoffe auf Besserung!
Bis die Tage ;-)