Ich gebe Antworten, die nicht gefragt sind.
Und stelle Fragen, einer Antwort nicht würdig.
Mein Kopf spricht mit sich selbst
und meine Hand fühlt sich nicht mehr.
Wortlos sitze ich da und schreie.
Stumm brülle ic hdie Welt an, sie möge zusammenbrechen,
aber die Trümmer liegen still.
Zu spät. Die Welt war schneller.
Die Stille wird lauter.
Jeden Tag.
Im Schlaf ist sie stumm.
Im Schlaf?
Der Schlaf ist tot. Es gibt nur noch Bewegung
oder Stillstand,
kein Schlafen, kein Wachen, kein Tag und
kein Nacht.
Nur Stille.
Die Stille wird lauter.
Jeden Tag.
Es scheint überflüssig.
Atmen, Leben, Existieren.
Das Blut pulsiert und dreht sich doch nur im Kreis.
Es kreist in mir und keiner spürt es.
Ich kreise um mich und keiner spürt es.
Es hält mich am Atmen, Leben, Existieren.
Es ist überflüssig.
(Keine Panik. Mir geht´s gut.)
Freitag, 29. Juni 2007
Donnerstag, 28. Juni 2007
Was macht das Blatt da?
Samstag. Samstag Abend, um genau zu sein.
Wie so oft sitze ich alleine vor der Glotze und starre völlig deprimiert auf den Bildschirm, der mir grade eine Doku über einen Typen zeigt, der früher Tänzer war, durch einen Autounfall ein Bein verlor und jetzt wieder tanzt.
Nebenbei gibt´s gefrorene Beeren in Joghurt und tausend glühende Fragen in meinem Schädel, warum mein Leben so läuft, wie es läuft.
Mitten in den schönsten "es ist alles eitel"-Gedanken, zieht ein Blatt unter einem nicht weit entfernten Stuhl meine Aufmerksamkeit auf sich. Erst für ein paar Sekunden.
Dann aber bin ich irritiert, denn das Blatt bewegt sich. Ja. Es ist keine Täuschung. Und als ich genauer hinsehe, bemerke ich, dass es gar kein Blatt ist. Nein.
Es ist eine Maus.
Tatsächlich.
Wie weit muss ich gesunken sein, dass ich meine Abende mit einer Maus vor der Glotze verbringe?
Bei Jungs mag das ja öfter mal vorkommen, aber ... was soll ich mit einer Maus?
Nun ja. Zumindest war ich nicht mehr alleine. Es fühlte sich wirklich besser an, mit "jemandem" da zu hocken und wenigstens im Geiste Gedankenaustausch betreiben zu können.
Allerdings war es der Maus nach etwa einer Minute auch zu blöd und sie verzog sich. Wieder allein.
Diese kleine graubraune Maus war zu ihrer "Familie" gegangen. Ich saß weiterhin allein mit mir auf dem Sofa. Und wenn man gerade dabei ist, sich in die tiefsten Tiefen seiner Psyche zu grübeln, kommt unweigerlich die Frage "Warum ich?" bzw. "Warum ich nicht?".
Warum finde ich mich immer wieder alleine irgendwo?
Warum bin ich nicht jemand, der "unter Leute" geht?
Warum bin ich (anscheinend) zum Single geboren?
Und: Warum wache ich nicht einfach nicht mehr auf?
Weil ich noch nicht alles von Borchert gelesen habe? - Mag sein. Aber der Moment wird auch kommen und was dann? Nächster Autor?
Weil ich eine auto-sadistische/sarkastische Ader habe, und ich nur, um mich selbst immer auf´s Neue zu quälen, am Leben bleiben muss?
Vielleicht, weil immer einer der Jochen ist?
Ja, es ist schon schwierig, mit sich selbst klarzukommen.
Und wie mal jemand richtig gesagt hat: man kann nicht einfach raus gehen und die Tür zu machen; das eigene Ich, dass einem grade dermaßen auf den Zeiger geht, kommt schließlich immer mit. Immer. Egal wohin.
Es ist immer da.
Selbst wenn es einem ausnahmsweise mal gut geht, nur so ein bisschen; das Ich ist wieder da und "zack" gibt man sich selbst eines oben drauf, sodass die Stimmung wieder im Keller ist.
Und irgendwann hat man einfach keine Lust mehr, sich einen Tritt zu geben und sich nicht in dieses Loch fallen zu lassen. Irgendwann hat man genug von allem und am meisten von sich selbst.
Was macht man dann?
Schlafen? - Hilft manchmal. Aber ich kann mich nicht gleich nach dem Aufstehen wieder hinlegen und sagen "Nö, mir geht´s jetzt schlecht. Habt mich gern.".
Wobei ich das gerne mal sagen würde, aber mit anderer Bedeutung beladen.
Habt mich gern = Liebt mich vielleicht auch mal jemand?
Aber womöglich müsste ich damit bei mir selbst anfangen.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Was mach ich, wenn ich mich nicht ausstehen kann?
Vielleicht gibt es deshalb so viele "böse" Menschen. Die können sich alle selbst nicht leiden und lassen ihren Frust dann an anderen aus.
Ist zwar auch keine Erklärung für Selbstmord-Attentäter, aber für so manchen eingebildeten Idioten, der nur damit beschäftigt ist, andere niederzumachen.
Und irgendwann passiert das, was jetzt passiert ist.
Die Gedanken reißen ab und man denkt nichts. Rein gar nichts. Null. Völlige Leere.
Man hört die Stecknadel im eigenen Hirn traurig wiederhallen.
Soweit eine Studentin, die im Moment keinen Plan hat, was sie eigentlich wirklich tun soll, will, kann...
(...um auch mal was Ernstes zu schreiben...)
Wie so oft sitze ich alleine vor der Glotze und starre völlig deprimiert auf den Bildschirm, der mir grade eine Doku über einen Typen zeigt, der früher Tänzer war, durch einen Autounfall ein Bein verlor und jetzt wieder tanzt.
Nebenbei gibt´s gefrorene Beeren in Joghurt und tausend glühende Fragen in meinem Schädel, warum mein Leben so läuft, wie es läuft.
Mitten in den schönsten "es ist alles eitel"-Gedanken, zieht ein Blatt unter einem nicht weit entfernten Stuhl meine Aufmerksamkeit auf sich. Erst für ein paar Sekunden.
Dann aber bin ich irritiert, denn das Blatt bewegt sich. Ja. Es ist keine Täuschung. Und als ich genauer hinsehe, bemerke ich, dass es gar kein Blatt ist. Nein.
Es ist eine Maus.
Tatsächlich.
Wie weit muss ich gesunken sein, dass ich meine Abende mit einer Maus vor der Glotze verbringe?
Bei Jungs mag das ja öfter mal vorkommen, aber ... was soll ich mit einer Maus?
Nun ja. Zumindest war ich nicht mehr alleine. Es fühlte sich wirklich besser an, mit "jemandem" da zu hocken und wenigstens im Geiste Gedankenaustausch betreiben zu können.
Allerdings war es der Maus nach etwa einer Minute auch zu blöd und sie verzog sich. Wieder allein.
Diese kleine graubraune Maus war zu ihrer "Familie" gegangen. Ich saß weiterhin allein mit mir auf dem Sofa. Und wenn man gerade dabei ist, sich in die tiefsten Tiefen seiner Psyche zu grübeln, kommt unweigerlich die Frage "Warum ich?" bzw. "Warum ich nicht?".
Warum finde ich mich immer wieder alleine irgendwo?
Warum bin ich nicht jemand, der "unter Leute" geht?
Warum bin ich (anscheinend) zum Single geboren?
Und: Warum wache ich nicht einfach nicht mehr auf?
Weil ich noch nicht alles von Borchert gelesen habe? - Mag sein. Aber der Moment wird auch kommen und was dann? Nächster Autor?
Weil ich eine auto-sadistische/sarkastische Ader habe, und ich nur, um mich selbst immer auf´s Neue zu quälen, am Leben bleiben muss?
Vielleicht, weil immer einer der Jochen ist?
Ja, es ist schon schwierig, mit sich selbst klarzukommen.
Und wie mal jemand richtig gesagt hat: man kann nicht einfach raus gehen und die Tür zu machen; das eigene Ich, dass einem grade dermaßen auf den Zeiger geht, kommt schließlich immer mit. Immer. Egal wohin.
Es ist immer da.
Selbst wenn es einem ausnahmsweise mal gut geht, nur so ein bisschen; das Ich ist wieder da und "zack" gibt man sich selbst eines oben drauf, sodass die Stimmung wieder im Keller ist.
Und irgendwann hat man einfach keine Lust mehr, sich einen Tritt zu geben und sich nicht in dieses Loch fallen zu lassen. Irgendwann hat man genug von allem und am meisten von sich selbst.
Was macht man dann?
Schlafen? - Hilft manchmal. Aber ich kann mich nicht gleich nach dem Aufstehen wieder hinlegen und sagen "Nö, mir geht´s jetzt schlecht. Habt mich gern.".
Wobei ich das gerne mal sagen würde, aber mit anderer Bedeutung beladen.
Habt mich gern = Liebt mich vielleicht auch mal jemand?
Aber womöglich müsste ich damit bei mir selbst anfangen.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Was mach ich, wenn ich mich nicht ausstehen kann?
Vielleicht gibt es deshalb so viele "böse" Menschen. Die können sich alle selbst nicht leiden und lassen ihren Frust dann an anderen aus.
Ist zwar auch keine Erklärung für Selbstmord-Attentäter, aber für so manchen eingebildeten Idioten, der nur damit beschäftigt ist, andere niederzumachen.
Und irgendwann passiert das, was jetzt passiert ist.
Die Gedanken reißen ab und man denkt nichts. Rein gar nichts. Null. Völlige Leere.
Man hört die Stecknadel im eigenen Hirn traurig wiederhallen.
Soweit eine Studentin, die im Moment keinen Plan hat, was sie eigentlich wirklich tun soll, will, kann...
(...um auch mal was Ernstes zu schreiben...)
Dienstag, 19. Juni 2007
Darum!
Die Deutschen werden immer dicker!
Ja, ok, ist jetzt nicht die brandneue Nachricht...
Aber zumindest gibt es einen Laden, der etwas dagegen unternehmen möchte. Man höre und staune: H&M.
Ja.
Warum wohl findet man die Kleidungsstücke ab 44 (eine Unverschämtheit für sich) bis 56 immer (!) im obersten Stockwerk?
In Bamberg ist es zum Beispiel der zweite Stock, der in einer relativ kleinen Ecke Kleidung für wirkliche "Frauen" bereithält.
Man darf also am schönsten und strahlendsten Sommertag, wenn man eigentlich mal in Shoppinglaune ist, die Treppen hochschnaufen und wenn man nicht schon auf dem Weg nach oben den Entschluss gefasst hat, dass man gleich morgen abnehmen wird, nur um nicht mehr derart schikaniert zu werden, dann tut man dies spätestens, wenn man sich die dortige Auswahl einmal ansieht. Und zwar genau ansieht.
Die einfachsten No-goes sind dort reihenweise gebrochen. Als würden aufgesetzte Taschen und Glitzerkram eine schlankere Linie vorgaukeln...dass ich nicht lache!
Wie gesagt:
Meiner Meinung nach wird das ja nur so gemacht, damit Deutschland endlich abnimmt. Einschränkung: das betrifft natürlich nur wieder die weiblichen Mitglieder der Gesellschaft. Die Jungs können weiterhin ihren Bauch vor sich her schieben. Hauptsache WIR sehen "gut" aus...
Das war das Wort zum Sommer-Sonne-Einkaufsfrust!
Bis die Tage!
Ja, ok, ist jetzt nicht die brandneue Nachricht...
Aber zumindest gibt es einen Laden, der etwas dagegen unternehmen möchte. Man höre und staune: H&M.
Ja.
Warum wohl findet man die Kleidungsstücke ab 44 (eine Unverschämtheit für sich) bis 56 immer (!) im obersten Stockwerk?
In Bamberg ist es zum Beispiel der zweite Stock, der in einer relativ kleinen Ecke Kleidung für wirkliche "Frauen" bereithält.
Man darf also am schönsten und strahlendsten Sommertag, wenn man eigentlich mal in Shoppinglaune ist, die Treppen hochschnaufen und wenn man nicht schon auf dem Weg nach oben den Entschluss gefasst hat, dass man gleich morgen abnehmen wird, nur um nicht mehr derart schikaniert zu werden, dann tut man dies spätestens, wenn man sich die dortige Auswahl einmal ansieht. Und zwar genau ansieht.
Die einfachsten No-goes sind dort reihenweise gebrochen. Als würden aufgesetzte Taschen und Glitzerkram eine schlankere Linie vorgaukeln...dass ich nicht lache!
Wie gesagt:
Meiner Meinung nach wird das ja nur so gemacht, damit Deutschland endlich abnimmt. Einschränkung: das betrifft natürlich nur wieder die weiblichen Mitglieder der Gesellschaft. Die Jungs können weiterhin ihren Bauch vor sich her schieben. Hauptsache WIR sehen "gut" aus...
Das war das Wort zum Sommer-Sonne-Einkaufsfrust!
Bis die Tage!
Mittwoch, 13. Juni 2007
Gebt mir ein Loch!
Die Badeanzugstory.
Voller Tatendrang und mit dem Vorsatz nicht in Panik zu verfallen begebe ich mich also in die Sportabteilung. - Neuland. Und dort in die Ecke mit den Bademoden. - Ein neuer Planet!
Zuerst kreiste ich, wie ein Aasgeier über seiner Beute, zwei drei Runden um den Ständer mit den Badeanzügen.
Bei meiner Kleidergröße lohnt es sich nicht, um das ganze mal abzukürzen, sich an den vielen tollen Modellen von Esprit oder sonstigen Großen Marken zu orientieren. Nein. Man geht nach Größe, statt nach Modell. Wo könnte ich grobgeschätzt reinpassen und was sieht davon nicht unbedingt nach Großmutters bestem Stück aus? - Das war also die Frage.
Und die Antwort kam prompt: Es gab etwa 100 verschiedene Teile in der wahrscheinlich passenden Größe, von diesen 100 aber, waren 50% mit Glitzer, Blumen- oder Leopardenmuster, was so gar nicht mein Ding ist. Dann gab es noch pinke Dinger (wer kommt auf die hirnrissige Idee, dass dicke Menschen in Pink!!!! gut aussehen?
Nachdem ich von den übriggebliebenen 4 Modellen zwei in die engere Auswahl gefasst hatte, machte ich mich mit hochrotem Kopf (so fühlte ich mich jedenfalls) auf die Suche nach einer Kabine. In Gedanken der Ansicht, dass jeder, der mir auf dem Weg dorthin begegnet, sich innerlich kaputtlacht, bei der Vorstellung, dass ich in so ein Teil reinpassen soll.
Nachdem ich etwa drei mal im Kreis gelaufen war, hatte ich die Umkleiden gefunden und war am Probieren, natürlich erst zum Spiegel kuckend, als das Schlimmste vorbei war...dachte ich. Dann sah ich das Unfassbare: In diesem Modell, waren Bauch und Oberweite zu EINEM geworden: Ich war Helmut Kohl.
Geschockt und schon leicht zitternd probierte ich das andere Modell, das auch eigentlich passte. Bis auf - die Oberweite. Diesmal waren Bauch und ebendieselbe zwar getrennt, aber letztere hing ungefähr an den Ohren .
Also raus aus dem Zeug.
Schnell noch ne Nummer kleiner geholt und nochmal probiert. Joa...passt eigentlich. Doch. Wenn man die Augen zu hat, siehts gut aus. Blau. - Dunkelblau. - Blauwal. - egal...
Ab zur Kasse!
Dort angekommen und immer noch peinlich berührt von dem, was mir in der Kabine wiederfahren war, stellte ich mich natürlich an der falschen Seite der Kasse an, nämlich am forderen Ende der Schlange. Missverständnisse waren vorprogramiert und während sich die Kundin vor mir und die Kassiererin noch darüber belustigten, wie man sich denn so anstellen konnte (im Wortsinn), zahlte ich und ging nun wirklich mit roten Ohren aus dem Laden. Immer noch mit der Annahme, dass jeder Mensch in diesem bekloppten Kaufhaus mitbekommen hat, was mir passiert ist.
Mein Mut und die verhältnismäßig gute Stimmung, die ich bei Betreten des Ladens hatte, waren wie weggeblasen und das Teil blieb bis zum ersten Einsatz schön brav in seiner Tüte.
Eines ist klar:
so schnell mach ich das nicht wieder! Wenn ich mir nicht blöd dabei vorkommen würde, würde ich persönlich ja in Shorts und T-shirt schwimmen gehen. Aber diese bescheuerten Konventionen und ungeschriebenen Gesetze (Tautologie?!).
Bis die Tage,
Moby Dick!
Voller Tatendrang und mit dem Vorsatz nicht in Panik zu verfallen begebe ich mich also in die Sportabteilung. - Neuland. Und dort in die Ecke mit den Bademoden. - Ein neuer Planet!
Zuerst kreiste ich, wie ein Aasgeier über seiner Beute, zwei drei Runden um den Ständer mit den Badeanzügen.
Bei meiner Kleidergröße lohnt es sich nicht, um das ganze mal abzukürzen, sich an den vielen tollen Modellen von Esprit oder sonstigen Großen Marken zu orientieren. Nein. Man geht nach Größe, statt nach Modell. Wo könnte ich grobgeschätzt reinpassen und was sieht davon nicht unbedingt nach Großmutters bestem Stück aus? - Das war also die Frage.
Und die Antwort kam prompt: Es gab etwa 100 verschiedene Teile in der wahrscheinlich passenden Größe, von diesen 100 aber, waren 50% mit Glitzer, Blumen- oder Leopardenmuster, was so gar nicht mein Ding ist. Dann gab es noch pinke Dinger (wer kommt auf die hirnrissige Idee, dass dicke Menschen in Pink!!!! gut aussehen?
Nachdem ich von den übriggebliebenen 4 Modellen zwei in die engere Auswahl gefasst hatte, machte ich mich mit hochrotem Kopf (so fühlte ich mich jedenfalls) auf die Suche nach einer Kabine. In Gedanken der Ansicht, dass jeder, der mir auf dem Weg dorthin begegnet, sich innerlich kaputtlacht, bei der Vorstellung, dass ich in so ein Teil reinpassen soll.
Nachdem ich etwa drei mal im Kreis gelaufen war, hatte ich die Umkleiden gefunden und war am Probieren, natürlich erst zum Spiegel kuckend, als das Schlimmste vorbei war...dachte ich. Dann sah ich das Unfassbare: In diesem Modell, waren Bauch und Oberweite zu EINEM geworden: Ich war Helmut Kohl.
Geschockt und schon leicht zitternd probierte ich das andere Modell, das auch eigentlich passte. Bis auf - die Oberweite. Diesmal waren Bauch und ebendieselbe zwar getrennt, aber letztere hing ungefähr an den Ohren .
Also raus aus dem Zeug.
Schnell noch ne Nummer kleiner geholt und nochmal probiert. Joa...passt eigentlich. Doch. Wenn man die Augen zu hat, siehts gut aus. Blau. - Dunkelblau. - Blauwal. - egal...
Ab zur Kasse!
Dort angekommen und immer noch peinlich berührt von dem, was mir in der Kabine wiederfahren war, stellte ich mich natürlich an der falschen Seite der Kasse an, nämlich am forderen Ende der Schlange. Missverständnisse waren vorprogramiert und während sich die Kundin vor mir und die Kassiererin noch darüber belustigten, wie man sich denn so anstellen konnte (im Wortsinn), zahlte ich und ging nun wirklich mit roten Ohren aus dem Laden. Immer noch mit der Annahme, dass jeder Mensch in diesem bekloppten Kaufhaus mitbekommen hat, was mir passiert ist.
Mein Mut und die verhältnismäßig gute Stimmung, die ich bei Betreten des Ladens hatte, waren wie weggeblasen und das Teil blieb bis zum ersten Einsatz schön brav in seiner Tüte.
Eines ist klar:
so schnell mach ich das nicht wieder! Wenn ich mir nicht blöd dabei vorkommen würde, würde ich persönlich ja in Shorts und T-shirt schwimmen gehen. Aber diese bescheuerten Konventionen und ungeschriebenen Gesetze (Tautologie?!).
Bis die Tage,
Moby Dick!
Sonntag, 10. Juni 2007
Lachen oder weinen?
Was tut man, wenn man etwas an seiner Lebenseinstellung verändern will? - Genau: Dinge, die man sonst niemals tun würde oder die man schon sehr lange nicht mehr getan hat.
Was mach also ich? - Ja, es gibt viele Dinge, die ich seit langer Zeit nicht mehr getan habe, aber wovor drücke ich mich am meisten? - JA: Vorm Freibad!
Und genau da war ich am Freitag!
Tatsächlich!
Ich habe mich überwunden, mir einen Badeanzug gekauft (was eine Story für sich ist...) und bin nach der Vorlesung, etwa dreiviertel sechs, mit dem Rad ins Röthelheimbad gefahren. Wie ein Roboter habe ich mir dann an der Kasse ein Ticket gekauft und mir im Kopf schon die besten Strategien überlegt, wie ich möglichst kurz an Land nur in Badeanzug zu sehen wäre.
Nachdem ich mich also umgezogen und meinen Kram weggesperrt hatte, suchte ich mit geschultem "ich will nicht, dass mich jemand SO sieht"-Blick einen Platz möglichst nah am Becken.
(Außerdem hätten es dann die Leute von Greenpeace mit ihrer "Schiebt den Wal zurück ins Meer"-Aktion auch nicht so schwer.)
Und dann hieß es: Auf ins Abenteuer Freibad!
Der Weg von meinem Platz zum Becken war nicht sonderlich lang, aber um mich zu verteidigen: er war auch nicht der Kürzeste.
Endlich im Wasser begann ich mein Vorhaben "Beschleunige die Diät durch Sport!" und schwamm los.
Nach der ersten Bahn war ich einer Herzattacke mehr als nah, aber nach der zweiten hatte sich mein Körper dann doch von "Siebenschläfer" zumindest auf "Schnecke" umgestellt.
Nach etwa viereinhalb Bahnen, kam Wind auf und der Himmel bewölkte sich. Kurze Zeit später donnerte es auch noch und die Gäste wurden gebeten, das Becken zu verlassen.
Super.
Da schafft man es ein Mal, sich zu überwinden und dann sowas!
Zu meiner Überraschung war ich sogar sauer, dass ich wieder gehen musste, denn gerade hatte es angefangen Spaß zu machen.
Aber: Ich war endlich mal wieder ein kleines bisschen stolz auf mich, weil ich das bisher unglaubliche geschafft hatte.
Ich fuhr nach Hause und dort wartete die zweite Überraschung des Tages auf mich.
Ich hatte mir grade in der Küche einen Schluck Milch gegönnt und war wieder am gehen, als ein Mitbewohner die Tür des Wohnzimmers öffnete und meinte, er habe versucht mir heute vorm KH zu winken, ich hätte ihn aber nicht gesehen. -
Ich war baff. Aber richtig.
Das konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Mir winkt jemand freiwillig?!? Häää?
Wir käsperten dann noch ein wenig von wegen "nächstes Mal bitte mit Schildern und Leuchtreklame!" und als ich später mit ihm vor der Glotze saß und er telefonierte, wurde ich sogar der Person am anderen Ende der Leitung vorgestellt. Komisch sowas...ehrlich...
Jetzt heißt es allerdings wieder Lernen. In etwa vier Wochen ist die erste Klausur (Mediävistik) und ich habe null Peilung was Grammatik und Syntax und bla angeht...Ich bin jetzt schon der Ansicht, dass ich keine der anstehenden Klausuren bestehe. Wie immer...
bis die Tage!
Was mach also ich? - Ja, es gibt viele Dinge, die ich seit langer Zeit nicht mehr getan habe, aber wovor drücke ich mich am meisten? - JA: Vorm Freibad!
Und genau da war ich am Freitag!
Tatsächlich!
Ich habe mich überwunden, mir einen Badeanzug gekauft (was eine Story für sich ist...) und bin nach der Vorlesung, etwa dreiviertel sechs, mit dem Rad ins Röthelheimbad gefahren. Wie ein Roboter habe ich mir dann an der Kasse ein Ticket gekauft und mir im Kopf schon die besten Strategien überlegt, wie ich möglichst kurz an Land nur in Badeanzug zu sehen wäre.
Nachdem ich mich also umgezogen und meinen Kram weggesperrt hatte, suchte ich mit geschultem "ich will nicht, dass mich jemand SO sieht"-Blick einen Platz möglichst nah am Becken.
(Außerdem hätten es dann die Leute von Greenpeace mit ihrer "Schiebt den Wal zurück ins Meer"-Aktion auch nicht so schwer.)
Und dann hieß es: Auf ins Abenteuer Freibad!
Der Weg von meinem Platz zum Becken war nicht sonderlich lang, aber um mich zu verteidigen: er war auch nicht der Kürzeste.
Endlich im Wasser begann ich mein Vorhaben "Beschleunige die Diät durch Sport!" und schwamm los.
Nach der ersten Bahn war ich einer Herzattacke mehr als nah, aber nach der zweiten hatte sich mein Körper dann doch von "Siebenschläfer" zumindest auf "Schnecke" umgestellt.
Nach etwa viereinhalb Bahnen, kam Wind auf und der Himmel bewölkte sich. Kurze Zeit später donnerte es auch noch und die Gäste wurden gebeten, das Becken zu verlassen.
Super.
Da schafft man es ein Mal, sich zu überwinden und dann sowas!
Zu meiner Überraschung war ich sogar sauer, dass ich wieder gehen musste, denn gerade hatte es angefangen Spaß zu machen.
Aber: Ich war endlich mal wieder ein kleines bisschen stolz auf mich, weil ich das bisher unglaubliche geschafft hatte.
Ich fuhr nach Hause und dort wartete die zweite Überraschung des Tages auf mich.
Ich hatte mir grade in der Küche einen Schluck Milch gegönnt und war wieder am gehen, als ein Mitbewohner die Tür des Wohnzimmers öffnete und meinte, er habe versucht mir heute vorm KH zu winken, ich hätte ihn aber nicht gesehen. -
Ich war baff. Aber richtig.
Das konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Mir winkt jemand freiwillig?!? Häää?
Wir käsperten dann noch ein wenig von wegen "nächstes Mal bitte mit Schildern und Leuchtreklame!" und als ich später mit ihm vor der Glotze saß und er telefonierte, wurde ich sogar der Person am anderen Ende der Leitung vorgestellt. Komisch sowas...ehrlich...
Jetzt heißt es allerdings wieder Lernen. In etwa vier Wochen ist die erste Klausur (Mediävistik) und ich habe null Peilung was Grammatik und Syntax und bla angeht...Ich bin jetzt schon der Ansicht, dass ich keine der anstehenden Klausuren bestehe. Wie immer...
bis die Tage!
Mittwoch, 6. Juni 2007
it´s too darn hot...
Das ist also der Sommer:
riesige Gewitterwolken am Himmel, null Wind und eine drückende Wärme, die jeden in den Keller gehen lässt, nur um etwas Kühle zu bekommen.
Ja, auch in Erlangen ist es warm.
Wenn man dann versucht, wenigstens ein bisschen frische Luft zu bekommen, und mit dem Fahrrad von der Uni zum copy-shop fährt, dann erlebt man das erstaunliche Phänomen des "erlanger Gegenwindes".
Da Erlangen von den Hugenotten geprägt ist und auch der Stadtplan davon beeinflusst wurde, verläuft hier vieles im rechten Winkel. Das führt dazu, dass man beim kleinsten Lüftchen den Eindruck hat, dass ein Orkan tobt.
Der "erlanger Gegenwind" zeigt folgendermaßen:
Man fährt zum copy-shop: Gegenwind.
Man kommt vom copy-shop und nutzt die selbe Straße(!): Gegenwind.
Es ist völlig egal, wie man wohin fährt, man hat niemals Rückenwind. Was dazu führt, dass man trotz des Fahrtwindes völlig k.o. ankommt und sich fragt, warum man nicht gleich bei der tour de france mitfährt.
Wobei das größte Hindernis der Dopingmittel-Mangel sein dürfte, denn wie kommt man als normaler Radfahrer schon an solche Wundermittelchen?
Anderes Thema:
Ich hatte ja berichtet, dass ich wieder schreibe. Hier nun zwei Texte (ich trau mich gar nicht, sie Gedichte oder gar Werke zu nennen), die wohl unterschiedlicher nicht sein könnten.
Dein Käfer sein
Deine Berge erkrabbeln
und deine Täler durchwandern.
Mit meinen Beinchen deine
Haut beschreiten.
Und mit meinen Schritten
deinen Bauch übersähen.
Lass mich deine Brust
erklimmen und deine
Schulter im strammen Marsch
begehen.
Deinen Hals will ich
sanft bekriechen.
Deine Nase mit meinen
Flügeln kitzeln und
deine Augen
mit meinen Fühlern
küssen.
Dein Käfer will ich sein.
Allein mit einer fremden Kraft.
Schweigend in vier Wänden.
Gegenüber: Leidenschaft,
den Kopf in ihren Händen
vergraben, tief in tausend Übeln.
Finger blind im Haar verirrt.
Nach dekadenlangem Grübeln
stumme Augen, starr, verwirrt.
Mit Verzweiflung eingeschlossen,
die nur schwach um Rettung fleht.
Hoffnung wurde angeschossen,
fiel halbtot und fortgeweht
ward all ihr Wimmern, selbst ihr Blut,
von Liebe nur und Selbsthass voll,
vor Kummer wild, vor Sehnsucht toll,
versickert lautlos. - Es ist gut.
Eines hätte ich noch, das am ehesten noch als Dinggedicht durchgehen dürfte, wenn ich mich richtig an den Deutsch LK erinnere...
Zwei Stühle sitzen schweigend.
Einer mit Jacke, schon zum Aufbruch bereit.
Der andre bloß.
Ihre Beine sind sich nah,
berühren sich schon fast und doch
sind beide allein.
Zwei Stühle - schweigend.
Sie ähneln sich sehr
und ihre Blicke kreuzen sich.
Am gleichen Tisch, der eine nah, der andre
näher.
Sie sitzen und warten.
Zwei Stühle. -
Ich vertraue jetzt mal auf den Anstand der Besucher dieser Seite was das copyright angeht... obwohl die Texte nicht so gut sind, als dass man sich mit ihnen brüsten sollte, so ehrlich bin ich dann doch.
Nun denn,
ich schleppe mich gen Kollegienhaus und vertraue auf mein Glück, dass ich nicht in Mediävistik beim Verbenbestimmen an die Reihe komme. Das ist nämlich überhaupt nicht mein Ding.
Schließlich hab ich 13 Jahre Schule ohne Grammatik überstanden, sowohl in Deutsch, als auch in Englisch und Latein. Mein Gefühl war immer (was Latein betrifft NIE) richtig! Und jetzt soll ich Verben bestimmen!??!??!?!?!
Das ist zu viel für mich...bis die Tage!
PS: Ich habe mich übrigens getraut, den Referat-war-gut-Typen zu fragen, ob wir gemeinsam für die Mediävistik-Klausur lernen. Ihm geht´s ähnlich wie mir, was die Grammatik angeht. Hoffentlich stell ich mich nicht all zu blöd an...
riesige Gewitterwolken am Himmel, null Wind und eine drückende Wärme, die jeden in den Keller gehen lässt, nur um etwas Kühle zu bekommen.
Ja, auch in Erlangen ist es warm.
Wenn man dann versucht, wenigstens ein bisschen frische Luft zu bekommen, und mit dem Fahrrad von der Uni zum copy-shop fährt, dann erlebt man das erstaunliche Phänomen des "erlanger Gegenwindes".
Da Erlangen von den Hugenotten geprägt ist und auch der Stadtplan davon beeinflusst wurde, verläuft hier vieles im rechten Winkel. Das führt dazu, dass man beim kleinsten Lüftchen den Eindruck hat, dass ein Orkan tobt.
Der "erlanger Gegenwind" zeigt folgendermaßen:
Man fährt zum copy-shop: Gegenwind.
Man kommt vom copy-shop und nutzt die selbe Straße(!): Gegenwind.
Es ist völlig egal, wie man wohin fährt, man hat niemals Rückenwind. Was dazu führt, dass man trotz des Fahrtwindes völlig k.o. ankommt und sich fragt, warum man nicht gleich bei der tour de france mitfährt.
Wobei das größte Hindernis der Dopingmittel-Mangel sein dürfte, denn wie kommt man als normaler Radfahrer schon an solche Wundermittelchen?
Anderes Thema:
Ich hatte ja berichtet, dass ich wieder schreibe. Hier nun zwei Texte (ich trau mich gar nicht, sie Gedichte oder gar Werke zu nennen), die wohl unterschiedlicher nicht sein könnten.
Dein Käfer sein
Deine Berge erkrabbeln
und deine Täler durchwandern.
Mit meinen Beinchen deine
Haut beschreiten.
Und mit meinen Schritten
deinen Bauch übersähen.
Lass mich deine Brust
erklimmen und deine
Schulter im strammen Marsch
begehen.
Deinen Hals will ich
sanft bekriechen.
Deine Nase mit meinen
Flügeln kitzeln und
deine Augen
mit meinen Fühlern
küssen.
Dein Käfer will ich sein.
Allein mit einer fremden Kraft.
Schweigend in vier Wänden.
Gegenüber: Leidenschaft,
den Kopf in ihren Händen
vergraben, tief in tausend Übeln.
Finger blind im Haar verirrt.
Nach dekadenlangem Grübeln
stumme Augen, starr, verwirrt.
Mit Verzweiflung eingeschlossen,
die nur schwach um Rettung fleht.
Hoffnung wurde angeschossen,
fiel halbtot und fortgeweht
ward all ihr Wimmern, selbst ihr Blut,
von Liebe nur und Selbsthass voll,
vor Kummer wild, vor Sehnsucht toll,
versickert lautlos. - Es ist gut.
Eines hätte ich noch, das am ehesten noch als Dinggedicht durchgehen dürfte, wenn ich mich richtig an den Deutsch LK erinnere...
Zwei Stühle sitzen schweigend.
Einer mit Jacke, schon zum Aufbruch bereit.
Der andre bloß.
Ihre Beine sind sich nah,
berühren sich schon fast und doch
sind beide allein.
Zwei Stühle - schweigend.
Sie ähneln sich sehr
und ihre Blicke kreuzen sich.
Am gleichen Tisch, der eine nah, der andre
näher.
Sie sitzen und warten.
Zwei Stühle. -
Ich vertraue jetzt mal auf den Anstand der Besucher dieser Seite was das copyright angeht... obwohl die Texte nicht so gut sind, als dass man sich mit ihnen brüsten sollte, so ehrlich bin ich dann doch.
Nun denn,
ich schleppe mich gen Kollegienhaus und vertraue auf mein Glück, dass ich nicht in Mediävistik beim Verbenbestimmen an die Reihe komme. Das ist nämlich überhaupt nicht mein Ding.
Schließlich hab ich 13 Jahre Schule ohne Grammatik überstanden, sowohl in Deutsch, als auch in Englisch und Latein. Mein Gefühl war immer (was Latein betrifft NIE) richtig! Und jetzt soll ich Verben bestimmen!??!??!?!?!
Das ist zu viel für mich...bis die Tage!
PS: Ich habe mich übrigens getraut, den Referat-war-gut-Typen zu fragen, ob wir gemeinsam für die Mediävistik-Klausur lernen. Ihm geht´s ähnlich wie mir, was die Grammatik angeht. Hoffentlich stell ich mich nicht all zu blöd an...
Montag, 4. Juni 2007
Wochenend und Sonnenschein und ich bin wieder ganz allein...
So oder so ähnlich lässt sich mein Wochenende beschreiben. Ich war sage und schreibe ein Mal draußen. Im Schlossgarten zu einem kleinen Jazz-Konzert, das sich auf dem Plakat besser gelesen hat, als es letztendlich war.
Den Rest des Wochenendes verbrachte ich nämlich in meiner Bude. Ja, den GANZEN Rest. Da ich nämlich am Freitag in den Kalender gekuckt habe und mir aufgefallen ist, dass die Klausuren immer näher rücken und ich keinen Plan von den letzten Wochen habe. Da hatte ich die glorreiche Idee: Les doch schnell mal die knapp 300 Seiten, die du in den letzten Wochen so nebenbei hättest lesen können. - Und das hab ich dann gemacht. Jeden Tag, Freitag mitgezählt, 100 Seiten Geschichte. Ich hab zwar jetzt keinen Plan mehr, was da überhaupt stand, aber ich habs immer hin gelesen. Toll gemacht, Kristina! Ganz toll.
Falls ich mal grade nicht am Lesen war, hab ich sogar was gegessen. Und zumindest am Freitagabend und Samstagmittag war ich dabei nicht allein, denn einer meiner Mitbewohner saß ebenfalls im Wohnzimmer und kuckte fern.
Was macht das liebe Kristinalein? Na? - Genau! Es setzt sich dazu und versucht ein bisschen gesprächig zu sein und einigermaßen nett zu wirken. Ob mir das gelungen ist erklärt sich aus der Tatsache, dass ich die restlichen Mahlzeiten allein verbrachte. Glückwunsch!
Als ich also so ganz einsam vor der Glotze saß, kam mir die Erkenntnis, dass zumindest eine Species Mensch schon ausgestorben ist: der männliche Single! Genauer gesagt der männliche Single, der evtl. was mit mir zu tun haben möchte.
Von dieser Tatsache weder überrascht, noch sonderlich geplättet schlich ich wieder in mein Zimmer und las weiterhin vom Untergang des Alexander und von den römischen Politikern, die allesamt ermordert worden zu sein scheinen (gibt der Satz noch nen Sinn?). Eine schöne Art, den Typen zu zeigen, dass sie unerwünscht sind. Sollte man wieder einführen.
Eine weitere schöne Sache ist, dass im Fahrradunterstand meiner Unterkunft das Vogelnest einer Amselfamilie hängt.
Ich hab ja echt nichts dagegen, wenn sich die Viecher vermehren und für ihren Nachwuchs sorgen, aber warum müssen sie meinen Fahrradsattel als Toilette verwenden???
So.
Und jetzt also gleich Alte Geschichte. Rom und sein Verhältnis zur griechischen Welt. Zum Glück ist der Dozent nicht langweilig, sonst wäre das kaum auszuhalten.
Schlimmer wird es erst danach in der Neueren und Neuesten Geschichte. Nomen est omen. Wüst!
Bis die Tage
Den Rest des Wochenendes verbrachte ich nämlich in meiner Bude. Ja, den GANZEN Rest. Da ich nämlich am Freitag in den Kalender gekuckt habe und mir aufgefallen ist, dass die Klausuren immer näher rücken und ich keinen Plan von den letzten Wochen habe. Da hatte ich die glorreiche Idee: Les doch schnell mal die knapp 300 Seiten, die du in den letzten Wochen so nebenbei hättest lesen können. - Und das hab ich dann gemacht. Jeden Tag, Freitag mitgezählt, 100 Seiten Geschichte. Ich hab zwar jetzt keinen Plan mehr, was da überhaupt stand, aber ich habs immer hin gelesen. Toll gemacht, Kristina! Ganz toll.
Falls ich mal grade nicht am Lesen war, hab ich sogar was gegessen. Und zumindest am Freitagabend und Samstagmittag war ich dabei nicht allein, denn einer meiner Mitbewohner saß ebenfalls im Wohnzimmer und kuckte fern.
Was macht das liebe Kristinalein? Na? - Genau! Es setzt sich dazu und versucht ein bisschen gesprächig zu sein und einigermaßen nett zu wirken. Ob mir das gelungen ist erklärt sich aus der Tatsache, dass ich die restlichen Mahlzeiten allein verbrachte. Glückwunsch!
Als ich also so ganz einsam vor der Glotze saß, kam mir die Erkenntnis, dass zumindest eine Species Mensch schon ausgestorben ist: der männliche Single! Genauer gesagt der männliche Single, der evtl. was mit mir zu tun haben möchte.
Von dieser Tatsache weder überrascht, noch sonderlich geplättet schlich ich wieder in mein Zimmer und las weiterhin vom Untergang des Alexander und von den römischen Politikern, die allesamt ermordert worden zu sein scheinen (gibt der Satz noch nen Sinn?). Eine schöne Art, den Typen zu zeigen, dass sie unerwünscht sind. Sollte man wieder einführen.
Eine weitere schöne Sache ist, dass im Fahrradunterstand meiner Unterkunft das Vogelnest einer Amselfamilie hängt.
Ich hab ja echt nichts dagegen, wenn sich die Viecher vermehren und für ihren Nachwuchs sorgen, aber warum müssen sie meinen Fahrradsattel als Toilette verwenden???
So.
Und jetzt also gleich Alte Geschichte. Rom und sein Verhältnis zur griechischen Welt. Zum Glück ist der Dozent nicht langweilig, sonst wäre das kaum auszuhalten.
Schlimmer wird es erst danach in der Neueren und Neuesten Geschichte. Nomen est omen. Wüst!
Bis die Tage
Donnerstag, 31. Mai 2007
Wie versprochen...
Hier nun wie versprochen die ersten "Tagebucheinträge", die ich im Schultheater-Forum veröffentlicht hatte. In umgekehrter Reihenfolge, also der letzte Eintrag als erstes, damit ihr die Neuigkeiten schnellstmöglich erfahrt.
Viel Spaß beim Lesen!
7. Eintrag
Der Berg ruft!
Das ist in dieser Woche das Motto in Erlangen und Umgebung. Und wer bekommt alles live und in Farbe mit? - Genau. Isch.
Da ich unglaublich praktisch wohne, nämlich direkt gegenüber vom Bahnhof, kann ich mir die ganzen nachmittäglichen Gerichts- und Talkshows sparen. Ich erlebe die stories vor meiner Haustür und muss dafür nicht mal was zahlen.
Was bisher geschah: An den vergangenen Abenden verbrachte die gesamte Bereitschaftspolizei ihren Betriebsausflug auf dem Bahnhofsvorplatz, es gab eine Prügelei, eine sexuelle Belästigung und geschätzte 50 Betrunkene, die mir spätnachts noch ein Liedchen geträllert haben. Ja. Minnegesang im Mittelalter ist ein Dreck im Vergleich zu dem, was ich hier zu hören bekomme. Vom Anton aus Tirol bis zum Holzmichel ist alles dabei. Was das Herz begehrt, das Ohr aber wohlwissentlich verschmäht... Eigentlich könnte ich ja stante pede zum Psychiater, schließlich sehe ich ständig grüne Männchen,wenn ich aus dem Fenster kucke. Das soll mir erst mal einer nachmachen.
Diese nächtlichen Bahnhofsparties haben dann zur Folge, dass ich (wie heute) in der Geschichtsübung sitze, erste Reihe, und damit zu kämpfen habe, nicht vollends die tonnenschweren Augenlider runterklappen zu lassen und sabbernd los zu schnarchen. Ich bin mir jetzt noch nicht sicher, ob der Dozent mich oder nen anderen hinter mir gemeint hat, als er sagte "Das bekommt der Kommillitone (wie schreibt man das denn...) hoffentlich mit, wenn er wieder aufgewacht ist.". Er hat zwar "er" gesagt, aber ich wurde ja nicht erst ein Mal für nen Typen gehalten...
War noch was? ...langsam fällt es mir echt schwer, die "lustigen" Begebenheiten rauszufiltern, denn wenn man hier ne Weile wohnt, fällt es einem nicht mehr auf, was in Bamberg oder eben außerhalb von Erlangen als "nicht alltäglicher Wahnsinn" abgestempelt wird.
Praktikum:
Die Gymnasien hier machen mir Angst. Nicht nur, dass sie gemischt sind, das kann ich noch einigermaßen gut verknusen, aber: WARUM WILL MICH KEINER?
Nachdem ich so ziemlich alle durch hatte, kam ich leicht fertig (hab ich schon mal erwähnt, dass man hier gar nicht merkt, wie weit man schon mit dem Rad gefahren ist?!) am Fridericianum (am Arsch von Erlangen) an und da war dann die Sekretärin (eine unfreundliche, schlecht gelaunte 50erin mit Heuschnupfen und der Angewohnheit sich NUR die Hand vor zu halten - Taschentücher kennt sie nicht) so nett und hat mich gleich zum Direks gezerrt, der missmutig in seinem Kalender blätterte und mich in die zweite Schulwoche packte.
Tja. Kann man verstehen, dass ich nicht sonderlich scharf drauf bin, dort auch nur eine Sekunde länger als nötig zu bleiben, oder? Die zweite Praktikumswoche, die mir noch fehlt, versuche ich an einer Grundschule machen zu dürfen. Obwohl ich auch schon an Sonderschule gedacht habe...im Ernst, würde mich reizen.
Nun noch ein kleines Erlebnis aus der Geschichtsübung für Alte Geschichte: Wir sitzen freitags um halb fünf vor unserem Dozenten, der vor sich hin doziert und nehmen einen näherkommenden Krankenwagen akustisch wahr. Unser Dozent auch. Er wartet also, bis das Geräusch sich nicht sonderlich schnell wieder entfernt und bemerkt trocken:
"Der fährt aber langsam.".
Ich weiß nicht warum, aber ich musste so dermaßen lachen. Nur wegen dieses einen Satzes. Einsamkeit:
Jetzt weiß ich, wie sich ein rostiges, weggeworfenes Fahrrad fühlt, das einsam und verlassen am Straßenrand liegt und sich weder gegen den Regen, noch gegen sonstige Niederschläge, wie Schnee oder Hundeurin wehren kann: einsam.
Es gab tatsächlich schon einen Tag, an dem ich kein Wort gesprochen habe. Kein einziges. Das muss man sich mal vorstellen. Mittlerweile versuche ich es schon mit allen Tricks: Selbstgespräche, laut lesen, ich singe sogar (wenn ich davon ausgehen kann, dass keiner von den anderen da ist), nur um wenigstens ein bisschen das Gefühl zu haben, zu reden. Und ich schreibe wieder Gedichte. Die sind zwar von der Stimmung her nah an Trakl dran (den kenn ich ja nun gut genug, dank meiner Facharbeit). Obwohl...neulich hat sich eines eingeschlichen, das ging eher in die Richtung, die Wolfgang Borchert in "Gespräch über den Dächern" eingeschlagen hat, es war positiv gestimmt...sehr verdächtig sowas.
Mal sehen, vielleicht kann ich mich dazu überwinden, mal eines hier abzutippen. Aber nur vielleicht, finde sie nämlich nicht sonderlich gut. Aber was raus muss, muss raus.
So. Und nu is gut.
Ich pack mich jetz ma wieder in mein Zimmer und versuche weiter zu lesen. Hab ja noch gute 200 bis 250 Seiten vor mir. Bis Montag. Schaff ich nie, aber ich fang halt mal an.
Emilia Galotti mussten wir übrigens wieder lesen. Ich weiß nicht, was ich damals beim Faber an dem Stück so toll fand. Ich weiß es wirklich nicht. (mir fällt grad auf, ich weiß heute sehr viel nicht...das sollte mir zu denken geben). Vielleicht lag es daran, dass er gleich am Anfang aus dem Lustschloss ein Landbordell gemacht hat.
Bis die Tage
6. Eintrag
Tja, da geht man ein Mal etwas später ins Bett und schon träumt man schlecht. Na ja, was heißt schlecht...verwirrend trifft es eher. Denn der Traum, den ich hatte, war sowas von chaotisch, dat jlaubste jahrnit! Nur so viel: Es war eine Schultheateraufführung und die hatte was von der Goetheschen Walpurgisnacht. Das war wirklich teilweise sehr abgefahren. Was war sonst noch? Ich überleg mal wieder einen kleinen Abend zu schreiben (wie so oft). Das Theater lässt mich widererwarten doch noch nicht ganz los. Zumindest zerrt es noch ein wenig an meinem Hosenbein und quängelt immer "Schreib doch was, schreib doch was!" oder "spiel mal wieder!". Und ich kann eben nicht Nein sagen. Ich kann´s einfach nicht. Aber jetzt muss ich dann auch schon wieder los. Alte und Neuere&Neueste Geschichte warten. D.h. einmal Struktur pur (ich liebe es, wenn Menschen einen Plan von dem haben, was sie erzählen!) und einmal Chaos en masse (ich hoffe das schreibt man so...isch kann kein frannsösisch, nur denn aksong*g*). Ende der Sommerferien muss ich dann noch die zwei Wochen Orientierungspraktikum runterreißen. Das wird wieder mörderspannend. Und in den Ferien sollte ich mal sehen, dass ich schon ein paar der Betriebspraktikumswochen ableisten kann...Frage ist nur: WO? Bis demnächst ;-) PS: Warum hört man von den anderen hier nichts mehr?!
5. Eintrag
Wir haben heute den 12. Mai, d.h. der 8. Mai ist schon vorbei. Das reimt sich und was sich reimt, ist gut! Diese philosophische Weisheit stimmt tatsächlich, denn am 8. Mai hatte ich mein erstes Referat zu halten. Nun ist es also geschafft, mehr aber auch nicht. Es war die Hölle, um genau zu sein, denn wenn man seit einem guten Jahr nichts mehr "gelernt" hat und auch nichts mehr "vorgetragen", dann ist das gar nicht so einfach. Jedenfalls war ich sehr schnell (für meinen Geschmack zu schnell, aber ich konnte nicht bremsen...) und die Leute, die da vor mir saßen hatten es zügig hinter sich. Komischerweise hat mich dann ein (zugegeben äußerst netter und sympathischer) Typ aus eben diesem Kurs im darauf folgenden Tutorium, in dem er zufälligerweise auch sitzt, angesprochen und meinte, dass es ein gutes Referat gewesen sei. Es gibt jetzt verschiedene Möglichkeiten, diese Äußerung zu deuten: a) Er verarscht mich! b) Er nimmt Drogen! c) Er lebt auf unterstem Niveau! d) Es war vielleicht doch nicht soo schlecht... und e) Es war ein zaghafter Versuch mich anzubaggern. - Wobei man e) eigentlich ausschließen kann...wenn man ganz ehrlich ist. Was war noch... Ich weiß jetzt, warum einige Straßen Talstraße oder Grabengasse oder ähnlich heißen. Das liegt nicht etwa daran, dass da heute noch ein Graben oder ein Tal ist. NEIN, weit gefehlt. Im Mittelhochdeutschen gab es für das Wort "Graben" oder "Furche" den schönen Begriff arskerpe, woraus im Neuhochdeutschen schlicht und einfach Arschkerbe wurde. Da aber niemand in der "Arschkerbe 23" wohnen wollte, gibt es eine Regelung, die besagt, dass Ekelnamen, nicht als Straßennamen verwendet werden dürfen. Daher also Talstraße ;-) Ja, sowas lernt man in Erlangen an der Uni. Allgemein war diese Vorlesung (Teil einer Ringvorlesung zur Sprachwissenschaft) sehr amüsant, weil es um Eigennamen ging. Und der Prof hieß auch noch Weinacht (ja, ohne h) und sah wie der Weihnachtsmann aus. Sehr lustig, das ganze. Das Abendessen mit meinen Mitbewohnern verlief auch super. Wir haben drei Stunden lang geredet, gelacht und philosophiert (bin nicht um sonst an der PhilFak...) und sind schließlich zu der Entscheidung gelangt, dass demnächst mal Raclett gemacht wird und ein Spieleabend mit Poker, Rommé und Skat oder Schafkopf. War ein gelungener Abend und die Leute sind alle recht nett. Und es gab diese Woche in der Geschichtsübung die obligatorische "Wie halte ich ein Referat"-Stunde. Für mich leider zu spät, da donnerstags, aber es war trotzdem wieder lustig, denn wie fast jeder "Lehrer", der auf das Thema Rhetorik zu sprechen kommt, wurden auch von diesem Dozenten wieder Negativbeispiele vorgeführt. Zum Wegwerfen, ganz ehrlich. Der Typ ist wirklich klasse. Gestern bin ich pflichtbewusst wie immer um sieben aufgestanden, mit dem Fahrrad zur Kochstraße (Institut Geschichte) gefahren, um dann dort festzustellen, dass das Tutorium diese Woche ja ausfällt und ich meine erste und einzige Vorlesung an diesem Tag erst um 16.15 Uhr habe. Tja, dumm gelaufen... Jetzt heißt es erstmal wieder VIEL lesen und unterstreichen und rausschreiben und zusammenfassen....und und und. Uni eben. Aber ich habe mir fest vorgenommen, nächste Woche wenigstens einen Abend in einer Kneipe mit Live-Musik zu verbringen. Da freu ich mich schon drauf. Außerdem ist am Mittwoch abend ne "Fete" vorm Audimax, mal sehen, ob ich mich da hintraue... bis die Tage...
4. Eintrag
Tja, seit heute bin ich also auch offiziell eine Bürgerin Erlangens. Ob ich darauf stolz sein soll, weiß ich noch nicht. Aber auf jeden Fall sind die Angestellten im Rathaus eindeutig freundlicher, als die in Bamberg. Hier können sie sogar grüßen und einen schönen Tag wünschen! Morgen muss ich mein erstes Referat halten. Thema: Rhetorik. Genau mein Ding....*lach*...nein, eigentlich bin ich das genaue Gegenteil von Ciceros Idealbild eines Rhetorikers...aber Negativbeispiele machen sich ja auch immer nicht schlecht. Jetzt hock ich hier im CIP-Raum und warte darauf, dass sich die NDL-Dozentin (die grade erst aus der Grundschule entlaufen sein muss, so jung scheint die zu sein) mir antwortet, ob das handout so passt oder nicht (Als kleine Randnotiz sei hier vermerkt, dass es ihr Wunsch war, dass man ihr das schickt. Nur um Missverständnisse zu vermeiden...) Tja, wie wohnt es sich in Erlangen. Schön, würde ich sagen. Vor allem, wenn einem die Tauben vom Fenster aus beim Lernen zusehen. JA, sowas passiert tatsächlich. Mein Fenster besteht nämlich aus vier kleinen Fenstern, von denen die oberen beiden geöffnet waren und als es plötzlich dunkel wurde, in meinem Zimmer, sah ich nach oben und da saß eine Taube auf dem Fensterrahmen und blickte mich mit zur Seite geneigtem Kopf an. Das nenn ich doch mal "Nähe zur Natur". Hatte was von Aschenputtel...die Daten ins Köpfchen, danach geht´s aufs Töpfchen"....oder so *grins* Der gute Herr Geschichtsdozent wird mir mit jeder Vorlesung unsympathischer. Der Mann hat nämlich wirklich keinen roten Faden in seinem Programm, sondern kommt von A zu M und über C zu D, von wo aus er umständlich zu B weiter geht. Aber der Name ist eben Programm, Wüst! - Und das in neuerer und neuester Geschichte...nun ja. Was will man machen? - Zuhören, mitschreiben und die"hm"s, "em"s und "ja"s per Strichliste zählen...fast wie in der 5. und 6. Klasse bei Frau Schulze-Döbold ;-) Für alle, die das hier lesen und mit dem Gedanken spielen, Geschichte zu studieren: tut es nur, wenn ihr wirklich GERNE LEST und damit meine ich wirklich GERNE!!! Denn allein im Tutorium für Neuere & Neueste kommen wir pro Woche auf etwa 50 Seiten, die gelesen und bearbeitet werden müssen. Unter anderem die 95 Prothesen, die Luther an die Tür genagelt hat ;-) Und Deutsch ist mittlerweile auch eine Fremdsprache für mich geworden. All diese Theorien in NDL machen mir langsam Angst. Gesrpächstheorien und Kommunikationsmodelle...Literaturtheorie und Analysen...bis jetzt klingt das alles eher nach Mathe oder Physik. Mediävistik wird mir jetzt auch zum Graus, denn wir fangen mit der Grammatik an und mit der steh ich auf Kriegsfuß, in jeder Sprache, ob sie´s nun noch gibt oder nicht. Ich mach eben alles nach Gefühl, aber man kann eben schlecht erklären, was ein starkes und ein schwaches Verb ist, wenn einem schon beim Hören der Bezeichnung vom Gefühl her ganz schlecht wird. Von Adverbialen und sonstigen Grausamkeiten ganz zu schweigen... Ich werd mich jetzt wieder in mein Kämmerchen verkriechen und meine Gitarre quälen, schließlich habe ich das Liederschreiben für mich entdeckt...auf Englisch...JA, ich schreibe auf ENGLISCH! - natürlich nach Gefühl, is klar...;-) Aber nach meinem ersten kleinen Konzert vor etwa 20 Leuten bekam ich nur Positives feedback...die wollen jetzt alle ne CD (und die meinen das ernst!).
Bis demnächst und ich freu mich jetzt auch über Post! Adresse gibt´s nur auf Anfrage (sonst stürmen mir meine Fans die Bude *lach*) Tschö!
3. Eintrag
Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen.... Ja, es gibt sie tatsächlich: freie, bezahl- und v.a. beWOHNbare Zimmer in Erlangen!!! Ich habe jetzt endlich eines gefunden und bin sauglücklich darüber. Am 1. Mai werde ich einziehen und dann kann´s richtig losgehen. Die erste Übersetzung (Mittelhochdeutsch: Herzmaere von Konrad v. Würzburg, v. 8-17) war schon fällig. Was allerdings sehr praktisch ist: man schreibt die nicht schön brav in ein Heft oder so. Nein. Man schickt sie einfach per Mail an die Dozentin. Fertig. Da fallen natürlich diverse Ausreden weg, denn ich hab noch keinen Hund gesehen, der Computer frisst...obwohl´s vielleicht gilt, wenn man sagt, dass der liebe Wauwau auf die Tastatur gepisst hat....grins. Bis demnächst.
2. Eintrag
Oh man...warum komm ich aus Bamberg? Warum liegt Bamberg so nah an Erlangen? und WARUM WILL MICH NIEMAND AUFNEHMEN???? Wer testen möchte, ob er Geduld und Ausdauer hat, der sollte versuchen, in Erlangen eine Bleibe zu finden. Ich suche seit ende Februar und bin immer noch nicht fündig bzw. ausgewählt worden...langsam mag ich nimmer.... Und jetzt auch noch gleich die erste Vorlesung in Alter Geschichte...was freu ich mich drauf...*sülz sülz* Na ja...mal sehen, was sich sonst noch so ergibt. Ach ja, Bücher muss ich auch noch abholen...wieder 40 Euro im A**** Wo soll das nur hinführen...
1. Eintrag
Da ich ja am Liebsten von mir rede, werde ich hier mal eine Art Tagebuch einrichten. Dann hab ich zumindest ein bisschen das Gefühl, dass sich wer dafür interessiert, was ich eigentlich mache. (auch wenn dem de facto nicht so ist!) Wie waren also meine ersten Tage als Studentin: 1.Anstrengend: Im EG die Treppen rauf und runter zu latschen ist ja schon nicht mein Ding gewesen (ich habe oft daran gedacht, einen Treppenlift zu installieren...oder zwei, dann wären Rennen möglich gewesen ;-) ), aber in Erlangen durch die Gegend zu wandern, vom KH (Kollegienhaus) zur PhilFak (Philosophischen Fakultät), in die Kochstraße 4, zur Unibib, zum Spachteln in die Mensa (sehr sehr lecker!) und zwischendurch noch schnell ins Thalia, um die ersten Bücher zu organisieren und dann noch die ein oder andere WG abklappern (zwecks Dach überm Kopf) - das nenne ich ANSTRENGEND! 2. Interessant: Was man an der Uni so zu sehen bekommt, ist wirklich unglaublich. a) Die Professoren/innen: sämtliche Klischees über Pädagogen und Psychologen kann ich nur bestätigen. Den Kracher brachte der "Ober"-Pädagoge, als er meinte: "Sie werden in ihrem Beruf mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben." - Das hatte ich bis dahin noch gar nicht bedacht... Die Mediävistik-Profin (klar was gemeint ist...) hat, was ihre Sprachmelodie angeht, verblüffende Ähnlichkeit mit der Dame von DSDS, die gesungen hat "Ich hab die Haare schön, ich hab die Haare schön...". Hat was. Einführungsübung Neuere u. Neueste Geschichte: "Einige meiner Studenten behaupten, dass ich sehr zickig sein kann. - Womit sie Recht haben." - Der Typ ist klasse ;-) Die Chefin der Mediävistik hat Ähnlichkeit mit Frau Schulze-Döbold, wobei sie ein höheres Sprachtempo hat. Zum Glück. Aber sie ist bei der Begrüßungsveranstaltung der Germanistik gleich mal rückwärts vom Podium (war nicht hoch...30cm oder so) gefallen. - Umwerfend. b) Die Studenten: Auch hier kann man durchaus einige Vorurteile bestätigen. Was ich auf meiner WG-Tour durch Erlangen schon gesehen habe, sprengt den Rahmen dieses Threads, aber es war wirklich alles dabei. Bei einigen fehlte nur noch, dass sie mir "n grünen Tee angöbotön" hätten und wir ne Gesprächsrunde eröffnet hätten, in der jeder seine Gefühle ausdrückt...Bei anderen war schon an der Haustür klar, dass Papa oder Mama Arzt, Rechtsanwalt oder sonst ein hohes Tier ist. c)Die Erlanger Bevölkerung selbst: An dieser Stelle ein Lob den Erlangern. Ich bin immer noch nicht ganz sicher, ob die nicht für ihre Freundlichkeit bezahlt werden, denn ich bin noch nie so vielen netten und vor allem auch hilfsbereiten Leuten begegnet. DANKE! 3. "nicht schon wieder ne neue Sprache": Ja, tatsächlich, das Deutsche kann/muss man wirklich lernen. Und das Mittelhochdeutsche auch! Wir hatten bis jetzt erst einen Einführungskurs, aber der war wirklich (entschuldigt den folgenden pubertären Ausdruck) cool. Hätte nicht gedacht, dass es so interessant sein kann. Ehrlich. Jetzt verstehe ich endlich, was ich als Stadtschreiber da gelabert habe!!! Und ich kann es jetzt auch richtig aussprechen. 4. "Du kennst hier auch keinen oder? Kaum zu glauben, aber wahr: ICH habe einen völlig Fremden angelabert und wir haben uns prima unterhalten, viel gelacht, uns ein zweites Mal per Zufall gesehen und werden uns ein drittes Mal (nicht per Zufall sondern per Einladung von MIR) zwecks gemeinsamem Partygang sehen. Ich werde mir langsam selbst unheimlich, denn ich spreche andere an, frage nach, wenn ich etwas nicht weiß und trage Klamotten, die mal nicht schwarz, hellschwarz, dunkelschwarz oder grau sind. Nein, ich trage rot, orange und grün (natürlich nicht zusammen...)! 5. Wie, Hausaufgabe...? Ja, auch Studenten müssen was tun, das mit dem Studium an sich zusammenhängt. Die ersten Hausaufgaben sind schon zu machen und am 8. Mai schon das erste Referat in NDL. Das kann was werden... So...das war´s erst mal von meiner Seite. Viel mehr ist bis jetzt nicht passiert. Ach doch, ich hab jetzt endlich ein eigenes Fahrrad (in Erlangen fällt man ohne auf und vor allem um). Bis die Tage...
Viel Spaß beim Lesen!
7. Eintrag
Der Berg ruft!
Das ist in dieser Woche das Motto in Erlangen und Umgebung. Und wer bekommt alles live und in Farbe mit? - Genau. Isch.
Da ich unglaublich praktisch wohne, nämlich direkt gegenüber vom Bahnhof, kann ich mir die ganzen nachmittäglichen Gerichts- und Talkshows sparen. Ich erlebe die stories vor meiner Haustür und muss dafür nicht mal was zahlen.
Was bisher geschah: An den vergangenen Abenden verbrachte die gesamte Bereitschaftspolizei ihren Betriebsausflug auf dem Bahnhofsvorplatz, es gab eine Prügelei, eine sexuelle Belästigung und geschätzte 50 Betrunkene, die mir spätnachts noch ein Liedchen geträllert haben. Ja. Minnegesang im Mittelalter ist ein Dreck im Vergleich zu dem, was ich hier zu hören bekomme. Vom Anton aus Tirol bis zum Holzmichel ist alles dabei. Was das Herz begehrt, das Ohr aber wohlwissentlich verschmäht... Eigentlich könnte ich ja stante pede zum Psychiater, schließlich sehe ich ständig grüne Männchen,wenn ich aus dem Fenster kucke. Das soll mir erst mal einer nachmachen.
Diese nächtlichen Bahnhofsparties haben dann zur Folge, dass ich (wie heute) in der Geschichtsübung sitze, erste Reihe, und damit zu kämpfen habe, nicht vollends die tonnenschweren Augenlider runterklappen zu lassen und sabbernd los zu schnarchen. Ich bin mir jetzt noch nicht sicher, ob der Dozent mich oder nen anderen hinter mir gemeint hat, als er sagte "Das bekommt der Kommillitone (wie schreibt man das denn...) hoffentlich mit, wenn er wieder aufgewacht ist.". Er hat zwar "er" gesagt, aber ich wurde ja nicht erst ein Mal für nen Typen gehalten...
War noch was? ...langsam fällt es mir echt schwer, die "lustigen" Begebenheiten rauszufiltern, denn wenn man hier ne Weile wohnt, fällt es einem nicht mehr auf, was in Bamberg oder eben außerhalb von Erlangen als "nicht alltäglicher Wahnsinn" abgestempelt wird.
Praktikum:
Die Gymnasien hier machen mir Angst. Nicht nur, dass sie gemischt sind, das kann ich noch einigermaßen gut verknusen, aber: WARUM WILL MICH KEINER?
Nachdem ich so ziemlich alle durch hatte, kam ich leicht fertig (hab ich schon mal erwähnt, dass man hier gar nicht merkt, wie weit man schon mit dem Rad gefahren ist?!) am Fridericianum (am Arsch von Erlangen) an und da war dann die Sekretärin (eine unfreundliche, schlecht gelaunte 50erin mit Heuschnupfen und der Angewohnheit sich NUR die Hand vor zu halten - Taschentücher kennt sie nicht) so nett und hat mich gleich zum Direks gezerrt, der missmutig in seinem Kalender blätterte und mich in die zweite Schulwoche packte.
Tja. Kann man verstehen, dass ich nicht sonderlich scharf drauf bin, dort auch nur eine Sekunde länger als nötig zu bleiben, oder? Die zweite Praktikumswoche, die mir noch fehlt, versuche ich an einer Grundschule machen zu dürfen. Obwohl ich auch schon an Sonderschule gedacht habe...im Ernst, würde mich reizen.
Nun noch ein kleines Erlebnis aus der Geschichtsübung für Alte Geschichte: Wir sitzen freitags um halb fünf vor unserem Dozenten, der vor sich hin doziert und nehmen einen näherkommenden Krankenwagen akustisch wahr. Unser Dozent auch. Er wartet also, bis das Geräusch sich nicht sonderlich schnell wieder entfernt und bemerkt trocken:
"Der fährt aber langsam.".
Ich weiß nicht warum, aber ich musste so dermaßen lachen. Nur wegen dieses einen Satzes. Einsamkeit:
Jetzt weiß ich, wie sich ein rostiges, weggeworfenes Fahrrad fühlt, das einsam und verlassen am Straßenrand liegt und sich weder gegen den Regen, noch gegen sonstige Niederschläge, wie Schnee oder Hundeurin wehren kann: einsam.
Es gab tatsächlich schon einen Tag, an dem ich kein Wort gesprochen habe. Kein einziges. Das muss man sich mal vorstellen. Mittlerweile versuche ich es schon mit allen Tricks: Selbstgespräche, laut lesen, ich singe sogar (wenn ich davon ausgehen kann, dass keiner von den anderen da ist), nur um wenigstens ein bisschen das Gefühl zu haben, zu reden. Und ich schreibe wieder Gedichte. Die sind zwar von der Stimmung her nah an Trakl dran (den kenn ich ja nun gut genug, dank meiner Facharbeit). Obwohl...neulich hat sich eines eingeschlichen, das ging eher in die Richtung, die Wolfgang Borchert in "Gespräch über den Dächern" eingeschlagen hat, es war positiv gestimmt...sehr verdächtig sowas.
Mal sehen, vielleicht kann ich mich dazu überwinden, mal eines hier abzutippen. Aber nur vielleicht, finde sie nämlich nicht sonderlich gut. Aber was raus muss, muss raus.
So. Und nu is gut.
Ich pack mich jetz ma wieder in mein Zimmer und versuche weiter zu lesen. Hab ja noch gute 200 bis 250 Seiten vor mir. Bis Montag. Schaff ich nie, aber ich fang halt mal an.
Emilia Galotti mussten wir übrigens wieder lesen. Ich weiß nicht, was ich damals beim Faber an dem Stück so toll fand. Ich weiß es wirklich nicht. (mir fällt grad auf, ich weiß heute sehr viel nicht...das sollte mir zu denken geben). Vielleicht lag es daran, dass er gleich am Anfang aus dem Lustschloss ein Landbordell gemacht hat.
Bis die Tage
6. Eintrag
Tja, da geht man ein Mal etwas später ins Bett und schon träumt man schlecht. Na ja, was heißt schlecht...verwirrend trifft es eher. Denn der Traum, den ich hatte, war sowas von chaotisch, dat jlaubste jahrnit! Nur so viel: Es war eine Schultheateraufführung und die hatte was von der Goetheschen Walpurgisnacht. Das war wirklich teilweise sehr abgefahren. Was war sonst noch? Ich überleg mal wieder einen kleinen Abend zu schreiben (wie so oft). Das Theater lässt mich widererwarten doch noch nicht ganz los. Zumindest zerrt es noch ein wenig an meinem Hosenbein und quängelt immer "Schreib doch was, schreib doch was!" oder "spiel mal wieder!". Und ich kann eben nicht Nein sagen. Ich kann´s einfach nicht. Aber jetzt muss ich dann auch schon wieder los. Alte und Neuere&Neueste Geschichte warten. D.h. einmal Struktur pur (ich liebe es, wenn Menschen einen Plan von dem haben, was sie erzählen!) und einmal Chaos en masse (ich hoffe das schreibt man so...isch kann kein frannsösisch, nur denn aksong*g*). Ende der Sommerferien muss ich dann noch die zwei Wochen Orientierungspraktikum runterreißen. Das wird wieder mörderspannend. Und in den Ferien sollte ich mal sehen, dass ich schon ein paar der Betriebspraktikumswochen ableisten kann...Frage ist nur: WO? Bis demnächst ;-) PS: Warum hört man von den anderen hier nichts mehr?!
5. Eintrag
Wir haben heute den 12. Mai, d.h. der 8. Mai ist schon vorbei. Das reimt sich und was sich reimt, ist gut! Diese philosophische Weisheit stimmt tatsächlich, denn am 8. Mai hatte ich mein erstes Referat zu halten. Nun ist es also geschafft, mehr aber auch nicht. Es war die Hölle, um genau zu sein, denn wenn man seit einem guten Jahr nichts mehr "gelernt" hat und auch nichts mehr "vorgetragen", dann ist das gar nicht so einfach. Jedenfalls war ich sehr schnell (für meinen Geschmack zu schnell, aber ich konnte nicht bremsen...) und die Leute, die da vor mir saßen hatten es zügig hinter sich. Komischerweise hat mich dann ein (zugegeben äußerst netter und sympathischer) Typ aus eben diesem Kurs im darauf folgenden Tutorium, in dem er zufälligerweise auch sitzt, angesprochen und meinte, dass es ein gutes Referat gewesen sei. Es gibt jetzt verschiedene Möglichkeiten, diese Äußerung zu deuten: a) Er verarscht mich! b) Er nimmt Drogen! c) Er lebt auf unterstem Niveau! d) Es war vielleicht doch nicht soo schlecht... und e) Es war ein zaghafter Versuch mich anzubaggern. - Wobei man e) eigentlich ausschließen kann...wenn man ganz ehrlich ist. Was war noch... Ich weiß jetzt, warum einige Straßen Talstraße oder Grabengasse oder ähnlich heißen. Das liegt nicht etwa daran, dass da heute noch ein Graben oder ein Tal ist. NEIN, weit gefehlt. Im Mittelhochdeutschen gab es für das Wort "Graben" oder "Furche" den schönen Begriff arskerpe, woraus im Neuhochdeutschen schlicht und einfach Arschkerbe wurde. Da aber niemand in der "Arschkerbe 23" wohnen wollte, gibt es eine Regelung, die besagt, dass Ekelnamen, nicht als Straßennamen verwendet werden dürfen. Daher also Talstraße ;-) Ja, sowas lernt man in Erlangen an der Uni. Allgemein war diese Vorlesung (Teil einer Ringvorlesung zur Sprachwissenschaft) sehr amüsant, weil es um Eigennamen ging. Und der Prof hieß auch noch Weinacht (ja, ohne h) und sah wie der Weihnachtsmann aus. Sehr lustig, das ganze. Das Abendessen mit meinen Mitbewohnern verlief auch super. Wir haben drei Stunden lang geredet, gelacht und philosophiert (bin nicht um sonst an der PhilFak...) und sind schließlich zu der Entscheidung gelangt, dass demnächst mal Raclett gemacht wird und ein Spieleabend mit Poker, Rommé und Skat oder Schafkopf. War ein gelungener Abend und die Leute sind alle recht nett. Und es gab diese Woche in der Geschichtsübung die obligatorische "Wie halte ich ein Referat"-Stunde. Für mich leider zu spät, da donnerstags, aber es war trotzdem wieder lustig, denn wie fast jeder "Lehrer", der auf das Thema Rhetorik zu sprechen kommt, wurden auch von diesem Dozenten wieder Negativbeispiele vorgeführt. Zum Wegwerfen, ganz ehrlich. Der Typ ist wirklich klasse. Gestern bin ich pflichtbewusst wie immer um sieben aufgestanden, mit dem Fahrrad zur Kochstraße (Institut Geschichte) gefahren, um dann dort festzustellen, dass das Tutorium diese Woche ja ausfällt und ich meine erste und einzige Vorlesung an diesem Tag erst um 16.15 Uhr habe. Tja, dumm gelaufen... Jetzt heißt es erstmal wieder VIEL lesen und unterstreichen und rausschreiben und zusammenfassen....und und und. Uni eben. Aber ich habe mir fest vorgenommen, nächste Woche wenigstens einen Abend in einer Kneipe mit Live-Musik zu verbringen. Da freu ich mich schon drauf. Außerdem ist am Mittwoch abend ne "Fete" vorm Audimax, mal sehen, ob ich mich da hintraue... bis die Tage...
4. Eintrag
Tja, seit heute bin ich also auch offiziell eine Bürgerin Erlangens. Ob ich darauf stolz sein soll, weiß ich noch nicht. Aber auf jeden Fall sind die Angestellten im Rathaus eindeutig freundlicher, als die in Bamberg. Hier können sie sogar grüßen und einen schönen Tag wünschen! Morgen muss ich mein erstes Referat halten. Thema: Rhetorik. Genau mein Ding....*lach*...nein, eigentlich bin ich das genaue Gegenteil von Ciceros Idealbild eines Rhetorikers...aber Negativbeispiele machen sich ja auch immer nicht schlecht. Jetzt hock ich hier im CIP-Raum und warte darauf, dass sich die NDL-Dozentin (die grade erst aus der Grundschule entlaufen sein muss, so jung scheint die zu sein) mir antwortet, ob das handout so passt oder nicht (Als kleine Randnotiz sei hier vermerkt, dass es ihr Wunsch war, dass man ihr das schickt. Nur um Missverständnisse zu vermeiden...) Tja, wie wohnt es sich in Erlangen. Schön, würde ich sagen. Vor allem, wenn einem die Tauben vom Fenster aus beim Lernen zusehen. JA, sowas passiert tatsächlich. Mein Fenster besteht nämlich aus vier kleinen Fenstern, von denen die oberen beiden geöffnet waren und als es plötzlich dunkel wurde, in meinem Zimmer, sah ich nach oben und da saß eine Taube auf dem Fensterrahmen und blickte mich mit zur Seite geneigtem Kopf an. Das nenn ich doch mal "Nähe zur Natur". Hatte was von Aschenputtel...die Daten ins Köpfchen, danach geht´s aufs Töpfchen"....oder so *grins* Der gute Herr Geschichtsdozent wird mir mit jeder Vorlesung unsympathischer. Der Mann hat nämlich wirklich keinen roten Faden in seinem Programm, sondern kommt von A zu M und über C zu D, von wo aus er umständlich zu B weiter geht. Aber der Name ist eben Programm, Wüst! - Und das in neuerer und neuester Geschichte...nun ja. Was will man machen? - Zuhören, mitschreiben und die"hm"s, "em"s und "ja"s per Strichliste zählen...fast wie in der 5. und 6. Klasse bei Frau Schulze-Döbold ;-) Für alle, die das hier lesen und mit dem Gedanken spielen, Geschichte zu studieren: tut es nur, wenn ihr wirklich GERNE LEST und damit meine ich wirklich GERNE!!! Denn allein im Tutorium für Neuere & Neueste kommen wir pro Woche auf etwa 50 Seiten, die gelesen und bearbeitet werden müssen. Unter anderem die 95 Prothesen, die Luther an die Tür genagelt hat ;-) Und Deutsch ist mittlerweile auch eine Fremdsprache für mich geworden. All diese Theorien in NDL machen mir langsam Angst. Gesrpächstheorien und Kommunikationsmodelle...Literaturtheorie und Analysen...bis jetzt klingt das alles eher nach Mathe oder Physik. Mediävistik wird mir jetzt auch zum Graus, denn wir fangen mit der Grammatik an und mit der steh ich auf Kriegsfuß, in jeder Sprache, ob sie´s nun noch gibt oder nicht. Ich mach eben alles nach Gefühl, aber man kann eben schlecht erklären, was ein starkes und ein schwaches Verb ist, wenn einem schon beim Hören der Bezeichnung vom Gefühl her ganz schlecht wird. Von Adverbialen und sonstigen Grausamkeiten ganz zu schweigen... Ich werd mich jetzt wieder in mein Kämmerchen verkriechen und meine Gitarre quälen, schließlich habe ich das Liederschreiben für mich entdeckt...auf Englisch...JA, ich schreibe auf ENGLISCH! - natürlich nach Gefühl, is klar...;-) Aber nach meinem ersten kleinen Konzert vor etwa 20 Leuten bekam ich nur Positives feedback...die wollen jetzt alle ne CD (und die meinen das ernst!).
Bis demnächst und ich freu mich jetzt auch über Post! Adresse gibt´s nur auf Anfrage (sonst stürmen mir meine Fans die Bude *lach*) Tschö!
3. Eintrag
Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen.... Ja, es gibt sie tatsächlich: freie, bezahl- und v.a. beWOHNbare Zimmer in Erlangen!!! Ich habe jetzt endlich eines gefunden und bin sauglücklich darüber. Am 1. Mai werde ich einziehen und dann kann´s richtig losgehen. Die erste Übersetzung (Mittelhochdeutsch: Herzmaere von Konrad v. Würzburg, v. 8-17) war schon fällig. Was allerdings sehr praktisch ist: man schreibt die nicht schön brav in ein Heft oder so. Nein. Man schickt sie einfach per Mail an die Dozentin. Fertig. Da fallen natürlich diverse Ausreden weg, denn ich hab noch keinen Hund gesehen, der Computer frisst...obwohl´s vielleicht gilt, wenn man sagt, dass der liebe Wauwau auf die Tastatur gepisst hat....grins. Bis demnächst.
2. Eintrag
Oh man...warum komm ich aus Bamberg? Warum liegt Bamberg so nah an Erlangen? und WARUM WILL MICH NIEMAND AUFNEHMEN???? Wer testen möchte, ob er Geduld und Ausdauer hat, der sollte versuchen, in Erlangen eine Bleibe zu finden. Ich suche seit ende Februar und bin immer noch nicht fündig bzw. ausgewählt worden...langsam mag ich nimmer.... Und jetzt auch noch gleich die erste Vorlesung in Alter Geschichte...was freu ich mich drauf...*sülz sülz* Na ja...mal sehen, was sich sonst noch so ergibt. Ach ja, Bücher muss ich auch noch abholen...wieder 40 Euro im A**** Wo soll das nur hinführen...
1. Eintrag
Da ich ja am Liebsten von mir rede, werde ich hier mal eine Art Tagebuch einrichten. Dann hab ich zumindest ein bisschen das Gefühl, dass sich wer dafür interessiert, was ich eigentlich mache. (auch wenn dem de facto nicht so ist!) Wie waren also meine ersten Tage als Studentin: 1.Anstrengend: Im EG die Treppen rauf und runter zu latschen ist ja schon nicht mein Ding gewesen (ich habe oft daran gedacht, einen Treppenlift zu installieren...oder zwei, dann wären Rennen möglich gewesen ;-) ), aber in Erlangen durch die Gegend zu wandern, vom KH (Kollegienhaus) zur PhilFak (Philosophischen Fakultät), in die Kochstraße 4, zur Unibib, zum Spachteln in die Mensa (sehr sehr lecker!) und zwischendurch noch schnell ins Thalia, um die ersten Bücher zu organisieren und dann noch die ein oder andere WG abklappern (zwecks Dach überm Kopf) - das nenne ich ANSTRENGEND! 2. Interessant: Was man an der Uni so zu sehen bekommt, ist wirklich unglaublich. a) Die Professoren/innen: sämtliche Klischees über Pädagogen und Psychologen kann ich nur bestätigen. Den Kracher brachte der "Ober"-Pädagoge, als er meinte: "Sie werden in ihrem Beruf mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben." - Das hatte ich bis dahin noch gar nicht bedacht... Die Mediävistik-Profin (klar was gemeint ist...) hat, was ihre Sprachmelodie angeht, verblüffende Ähnlichkeit mit der Dame von DSDS, die gesungen hat "Ich hab die Haare schön, ich hab die Haare schön...". Hat was. Einführungsübung Neuere u. Neueste Geschichte: "Einige meiner Studenten behaupten, dass ich sehr zickig sein kann. - Womit sie Recht haben." - Der Typ ist klasse ;-) Die Chefin der Mediävistik hat Ähnlichkeit mit Frau Schulze-Döbold, wobei sie ein höheres Sprachtempo hat. Zum Glück. Aber sie ist bei der Begrüßungsveranstaltung der Germanistik gleich mal rückwärts vom Podium (war nicht hoch...30cm oder so) gefallen. - Umwerfend. b) Die Studenten: Auch hier kann man durchaus einige Vorurteile bestätigen. Was ich auf meiner WG-Tour durch Erlangen schon gesehen habe, sprengt den Rahmen dieses Threads, aber es war wirklich alles dabei. Bei einigen fehlte nur noch, dass sie mir "n grünen Tee angöbotön" hätten und wir ne Gesprächsrunde eröffnet hätten, in der jeder seine Gefühle ausdrückt...Bei anderen war schon an der Haustür klar, dass Papa oder Mama Arzt, Rechtsanwalt oder sonst ein hohes Tier ist. c)Die Erlanger Bevölkerung selbst: An dieser Stelle ein Lob den Erlangern. Ich bin immer noch nicht ganz sicher, ob die nicht für ihre Freundlichkeit bezahlt werden, denn ich bin noch nie so vielen netten und vor allem auch hilfsbereiten Leuten begegnet. DANKE! 3. "nicht schon wieder ne neue Sprache": Ja, tatsächlich, das Deutsche kann/muss man wirklich lernen. Und das Mittelhochdeutsche auch! Wir hatten bis jetzt erst einen Einführungskurs, aber der war wirklich (entschuldigt den folgenden pubertären Ausdruck) cool. Hätte nicht gedacht, dass es so interessant sein kann. Ehrlich. Jetzt verstehe ich endlich, was ich als Stadtschreiber da gelabert habe!!! Und ich kann es jetzt auch richtig aussprechen. 4. "Du kennst hier auch keinen oder? Kaum zu glauben, aber wahr: ICH habe einen völlig Fremden angelabert und wir haben uns prima unterhalten, viel gelacht, uns ein zweites Mal per Zufall gesehen und werden uns ein drittes Mal (nicht per Zufall sondern per Einladung von MIR) zwecks gemeinsamem Partygang sehen. Ich werde mir langsam selbst unheimlich, denn ich spreche andere an, frage nach, wenn ich etwas nicht weiß und trage Klamotten, die mal nicht schwarz, hellschwarz, dunkelschwarz oder grau sind. Nein, ich trage rot, orange und grün (natürlich nicht zusammen...)! 5. Wie, Hausaufgabe...? Ja, auch Studenten müssen was tun, das mit dem Studium an sich zusammenhängt. Die ersten Hausaufgaben sind schon zu machen und am 8. Mai schon das erste Referat in NDL. Das kann was werden... So...das war´s erst mal von meiner Seite. Viel mehr ist bis jetzt nicht passiert. Ach doch, ich hab jetzt endlich ein eigenes Fahrrad (in Erlangen fällt man ohne auf und vor allem um). Bis die Tage...
Aller Anfang ist schwer...
So,
das ist also mein blog.
Oder wie Kennedy schon sagte: "Isch bin ain blogger!"
Ich werde versuchen all das, was ich so erlebe zu komprimieren und hier für die, die es interessiert zu bloggen (klingt das nicht professionell, als hätte ich nie was anderes gemacht).
Um den Anschluss nicht zu verpassen, werde ich natürlich die "alten" Sachen auch hier einstellen.
Wer Fragen, Anregungen oder Dankschreiben hat: bitte per mail an mich senden, ich antworte so schnell und so gut ich kann.
Bis denn dann!
das ist also mein blog.
Oder wie Kennedy schon sagte: "Isch bin ain blogger!"
Ich werde versuchen all das, was ich so erlebe zu komprimieren und hier für die, die es interessiert zu bloggen (klingt das nicht professionell, als hätte ich nie was anderes gemacht).
Um den Anschluss nicht zu verpassen, werde ich natürlich die "alten" Sachen auch hier einstellen.
Wer Fragen, Anregungen oder Dankschreiben hat: bitte per mail an mich senden, ich antworte so schnell und so gut ich kann.
Bis denn dann!
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