Man läuft durch die erlanger Innenstadt und sieht sich um.
Alles ganz normal.
Radfahrer, Marktstände, schreiende Kinder, alte Menschen, junge Menschen, alte Menschen, die so tun, als wären sie junge Menschen...nichts Besonderes.
Oder etwa doch?
...na wenn ich schon so frage...
Lebkuchenhäuschen.
Wir haben Oktober und seit geschätzten zwei Wochen stehen hier Holzbuden mit Lebkuchenoptik herum.
Meine erste Vermutung war ja, dass diese Hütten nachts ein Eigenleben entwickeln und auf tagsüber unsichtbaren Zehenspitzen im Dunkeln zum Schloßplatz schleichen, um sich dann am ersten Advent zu einem Rudel zusammen zu finden und ihr Innerstes, sprich Spekulatius, Printen, Anisplätzchen und Kokosmakronen, preiszugeben.
Aber irgendwie lag ich da falsch. Sie wandern nicht. - Obwohl das eine sehr schöne Vorstellung ist, das muss man mir lassen!
Sie stehen also da und mittlerweile ist es schon so, dass sogar Weihnachtsgebäck verkauft wird. Wobei Norma und Co. ja schon vor drei oder vier Wochen damit begonnen haben.
Mal ehrlich:
vergeht einem da nicht die Vorfreude?
Bei uns zuhause gibt es die goldene Regel, dass es keinen Lebkuchen und nicht ein einziges Plätzchen, geschweige denn Stollen vor dem ersten Advent gibt.
Das hält die Spannung aufrecht und man nimmt nicht schleichend von September bis Dezember zu, sondern schlagartig...ob das von Vorteil ist, sei dahin gestellt, aber die Grundidee ist doch nicht schlecht.
Ich habe ja vor einiger Zeit die These aufgestellt, dass es irgendwann einen gesetzlichen Feiertag namens Weihstern geben wird. Ostern und Weihnachten finden dann im Sommer, mitten in den großen Ferien statt. Dann also, wenn der Großteil der Bevölkerung sowieso frei hätte, so dass kein zusätzlicher freier Tag anfällt und die Arbeitgeber sich zufrieden die Hände reiben können, weil niemand ausfällt.
Gut, die Wirtschaft wird davon nicht sonderlich begeistert sein, denn ob eine Zusammenlegung der Feste die Kaufkraft automatisch verdoppelt ist die zweite Frage...
Eigentlich bin ich mir jedoch ziemlich sicher, dass die Regierung (so wie sie jetzt drauf ist) darüber bestimmt sofort eine Bundestagsdebatte abhalten und einen vorläufigen Gesetzesentwurf erarbeiten würde.
Sogar Herr Schäuble würde sich freuen, denn dann gibt es nicht mehr zwei Tage, an denen potentielle Anschläge passieren könnten, sondern nur noch einen! Das macht die Lage in Deutschland doch schon mal sicherer...
Zum eben genannten Herren nur ein Zitat eines Ausspruches eines bekannten Kabarettisten:
"Wenn ich es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, wäre ich der festen Überzeugung, dass der ein Rad ab hat." - Dem ist nichts hinzu zu fügen.
Was ich allerdings meinem Zimmer zufügen sollte (welch glanzvolle Überleitung), ist ein Bett. Und damit meine ich wirklich das Ding mit den vier Brettern als Rahmen und einem ordentlichen Lattenrost und ner Matratze.
Was ich bisher als Schlafstätte benutze, hätte man selbst im Mittelalter ob seiner grausamen Schmerzen, die es herbeiführt, als Folterinstrument abgelehnt.
Apropos Schmerzen:
Wenn ich noch einen Comedian erwische, der einen blöden Witz über das PMS macht...
Die sollen das selbst erst mal mitmachen, dann würden sie die Klappe nicht so aufreißen, sondern hätten Ehrfurcht vor unserer Standhaftigkeit!
Wenn Männer die Tage bekommen würden, würde unser gesamtes System täglich zusammen brechen und die Krankenhäuser hätten eigene Stationen dafür, die ständig überbelegt wären. Es gäbe keine Schießereien mehr im Fernsehen, sondern den Wettstreit, wer es länger aushält, ohne zur Schmerztablette zu greifen.
Aber gut...ich will mich beruhigen und lieber noch eine nette Anekdote zu den Kelten erzählen. Bei Asterix und Obelix, ihres Zeichens Gallier (=Kelten) gibt es ja die Vorstellung, dass die einzige Angst, die sie hätten, die sei, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte.
Wie ich nun erfahren habe, ist das keineswegs eine Erfindung von Goscinny und Uderzo, sondern eine historisch belegte Tatsache.
Es findet sich zum Beispiel ein Bericht eines Alexander-Biographen, der von einem Besuch der Kelten bei Alexander erzählt. Dieser habe die Krieger gefragt, wovor sie Angst hätten, natürlich nur, um zu hören, wie sie knieschlotternd und mit bebender Stimme seinen Namen sagten (er war ein kleinwenig eingebildet...was auch durch Quellen belegt und damals ebenso empfunden wurde).
Die Antwort der Gäste allerdings ließ ihn kurz verstummen.
Sie erklärten ihm, dass sie so weit ab vom Schuss lebten und er sich sowieso in eine andere Richtung orientiere, dass sie vor ihm, den sie natürlich schätzten, keine Angst hätten. Die einzige Befürchtung, die sie immer wieder umtreibt sei, dass der Himmel über ihnen hereinbrechen könnte.
Daraufhin machte er sie noch schnell zu Bundesgenossen und als sie den Raum verlassen hatten, nannte er die Kelten "Windbeutel" - will heißen: Aufschneider, Angeber, Prahler.
Tja, gleich und gleich gesellt sich eben gern.
Bekannter als diese Tatsache ist die Begegnung mit Diogenes, dem Typen im Fass. Er predigte wohl sowas wie Besitzlosigkeit, also dass man nicht reich und wohlhabend sein müsse, um glücklich zu sein.
Diogenes lag also an einem schönen Tag mal wieder herum und genoss sein Leben.
Da kam Alexander vorbei, der von ihm gehört hatte und sagte ganz gönnerhaft: Er wolle ihm jeden Wunsch erfüllen, den Diogenes verlange. Egal was, er würde es ihm erfüllen.
Diogenes gab als Antwort genau fünf Worte:
"Geh mir aus der Sonne!"
Bühnenreif, würde ich sagen. Eindeutig.
Dienstag, 23. Oktober 2007
Montag, 22. Oktober 2007
Von drauß vom Walde komm ich her...
...ich muss euch sagen: Es friert mich sehr!
Ja.
Wir haben Winter.
Woran merkt man das?
Wenn man vom Fahrrad steigt und sich seine Hände ansieht, sehen sie ziemlich rot aus und der Versuch, sie ein wenig zu bewegen, wird schnell wieder beendet, denn es tut höllisch weh, weil sie bis auf die Knochen durchkühlt sind. - Ich sollte mir wirklich Handschuhe zulegen, wenn meine Finger dran bleiben sollen, was durchaus in meinem Sinn wäre!
Und für Brillenträger besonders schön: sobald man in einen warmen Raum kommt, sieht man nichts mehr. - Das nervt!
Aber:
man kann auch wieder gemütlich auf dem Sofa hocken, mit einer Kuscheldecke (die mir noch fehlt...), einer Tasse Tee und wenn man gaaaanz viel Glück hat, muss man das nicht mal alleine tun. - Ein Traum...
Diese Woche wird es also ernst: Sämtliche Kurse, Seminare und Vorlesungen finden statt. Mal sehen wie mein Nervenkostüm am Ende der Woche aussieht. Ich bin gespannt.
Aber zum Glück stehen ja auch zwei sehr schöne Abende an, die ich nicht in der Uni oder am Schreibtisch verbringen werde, sondern im Theater. Jan Plewka (Sänger der Gruppe Selig) und Nessi Tausendschön (~Kabarrettistin) warten und ich freue mich schon sehr darauf.
Außerdem nähere ich mich dem glücklichen Zustand, so ziemlich die Grundausstattung an Büchern beisammen zu haben. Für alle reicht es nicht, aber das Wichtigste steht bereits am Arbeitsplatz oder ist bestellt.
Hach ja...die letzte Woche war sooo schön...besonders natürlich das Wochenende ;-)
Tabu ist einfach ein geniales Spiel, vor allem die Version mit Knotenknut! Und Black Stories ist ebenfalls ein erheiterndes und was Mordpläne angeht, ein sehr inspirierendes Spiel.
Es ist wirklich schön, wenn man einen Abend mit Leuten verbringt, bei denen man sich nicht verstellen muss und die einem auch mal dummes Gesabbel nicht übel nehmen oder sogar noch mit einsteigen.
Und: ICH war Gastgeberin! ICH! Das muss man sich mal vorstellen. Der Partymuffel schlechthin, der übelste aller Trauerklöße hat das alles organisiert und die Leute eingeladen. - Man wird es mir wohl nicht übel nehmen, wenn ich voller Stolz von mir behaupte, dass ich mich ganz schön gewandelt habe.
Rückblickend lässt sich die letzte Woche mit der Überschrift: Und ich kann es doch! betiteln.
Ich bin meinem Leben oder dem, was sich Leben nennt, nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann es mitbestimmen, kann es verändern und offensiv darauf los gehen.
Der einzige Nachteil des Ganzen: man bekommt eher wenig Schlaf...aber das ist es mir wert!
Oder um es mit Wolfgang Borchert zu sagen:
Berauscht
Berauscht euch! Nur berauscht
läßt sich dies Leben leben -
berauscht von Geist und Blut und Reben,
berauscht von Licht und Dunkelsein!
Sauft doch das Leben -das Leben selbst ist Wein!
In diesem Sinne: auf geht´s!
Ja.
Wir haben Winter.
Woran merkt man das?
Wenn man vom Fahrrad steigt und sich seine Hände ansieht, sehen sie ziemlich rot aus und der Versuch, sie ein wenig zu bewegen, wird schnell wieder beendet, denn es tut höllisch weh, weil sie bis auf die Knochen durchkühlt sind. - Ich sollte mir wirklich Handschuhe zulegen, wenn meine Finger dran bleiben sollen, was durchaus in meinem Sinn wäre!
Und für Brillenträger besonders schön: sobald man in einen warmen Raum kommt, sieht man nichts mehr. - Das nervt!
Aber:
man kann auch wieder gemütlich auf dem Sofa hocken, mit einer Kuscheldecke (die mir noch fehlt...), einer Tasse Tee und wenn man gaaaanz viel Glück hat, muss man das nicht mal alleine tun. - Ein Traum...
Diese Woche wird es also ernst: Sämtliche Kurse, Seminare und Vorlesungen finden statt. Mal sehen wie mein Nervenkostüm am Ende der Woche aussieht. Ich bin gespannt.
Aber zum Glück stehen ja auch zwei sehr schöne Abende an, die ich nicht in der Uni oder am Schreibtisch verbringen werde, sondern im Theater. Jan Plewka (Sänger der Gruppe Selig) und Nessi Tausendschön (~Kabarrettistin) warten und ich freue mich schon sehr darauf.
Außerdem nähere ich mich dem glücklichen Zustand, so ziemlich die Grundausstattung an Büchern beisammen zu haben. Für alle reicht es nicht, aber das Wichtigste steht bereits am Arbeitsplatz oder ist bestellt.
Hach ja...die letzte Woche war sooo schön...besonders natürlich das Wochenende ;-)
Tabu ist einfach ein geniales Spiel, vor allem die Version mit Knotenknut! Und Black Stories ist ebenfalls ein erheiterndes und was Mordpläne angeht, ein sehr inspirierendes Spiel.
Es ist wirklich schön, wenn man einen Abend mit Leuten verbringt, bei denen man sich nicht verstellen muss und die einem auch mal dummes Gesabbel nicht übel nehmen oder sogar noch mit einsteigen.
Und: ICH war Gastgeberin! ICH! Das muss man sich mal vorstellen. Der Partymuffel schlechthin, der übelste aller Trauerklöße hat das alles organisiert und die Leute eingeladen. - Man wird es mir wohl nicht übel nehmen, wenn ich voller Stolz von mir behaupte, dass ich mich ganz schön gewandelt habe.
Rückblickend lässt sich die letzte Woche mit der Überschrift: Und ich kann es doch! betiteln.
Ich bin meinem Leben oder dem, was sich Leben nennt, nicht hilflos ausgeliefert, sondern kann es mitbestimmen, kann es verändern und offensiv darauf los gehen.
Der einzige Nachteil des Ganzen: man bekommt eher wenig Schlaf...aber das ist es mir wert!
Oder um es mit Wolfgang Borchert zu sagen:
Berauscht
Berauscht euch! Nur berauscht
läßt sich dies Leben leben -
berauscht von Geist und Blut und Reben,
berauscht von Licht und Dunkelsein!
Sauft doch das Leben -das Leben selbst ist Wein!
In diesem Sinne: auf geht´s!
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Dieses war der erste Streich...
Das war sie also, die erste Woche Uni im neuen Semester.
Ja, richtig gelesen. War.
Denn ich habe zwar durchaus mit Freude, aber doch ein wenig mit Enttäuschung heute mittag festgestellt, dass ich morgen frei habe. Frei-tag.
Allerdings nur diese Woche, denn nächste Woche findet dann sowohl der Französisch-Kurs, als auch die Mittelalter-Übung statt. Da ist dann nichts mehr mit ausschlafen.
Dann heißt es dienstags, donnerstags und freitags: sieben Uhr aufstehen, um acht in der Uni sein!
Im Grunde kann ich mich aber über meinen Stundenplan nicht beklagen. Ich habe immer wieder mal eine Lücke, um mal durch zu schnaufen, etwas zu essen oder kopieren zu gehen.
Das erste Hausarbeitsthema habe ich auch schon: Nero als Künstler.
Im Moment habe ich ja immer noch das Bild des jungen Peter Ustinov vor mir, der seine Tränen in einem kleinen Becherchen sammelt und, sich selbst auf seiner Lyra begleitend, das brennende Rom besingt. - Fragt sich, was für Rom schlimmer war...
Mal sehen, was von diesem Bild am Ende des Semesters übrig ist.
Ein bisschen Stress gab es leider auch schon, denn die Uni konnte ja nicht damit rechnen, dass zum Wintersemester so viele neue Studenten kommen und die natürlich alle nach der neuen BA- oder Master-Ordnung studieren wollen und deshalb sämtliche Proseminare in NDL zum Beispiel völlig überfüllt sind. Da sitzen dann eben statt vierzig locker mal achtzig bis neunzig Leute, von denen die Hälfte nicht wusste, dass man sich für das Seminar anmelden muss, weil es ihnen entweder nicht mitgeteilt wurde oder sie sich, wie in meinem Fall, auf die Informationen im Univis verlassen haben, die besagten, dass man sich in der ersten Stunde anmelden kann. Super!
Dann bekommt man noch etwa acht Reclams und zwei Einführungen genannt, die man sich allein für dieses Seminar zulegen sollte, denn "Ich bin der Meinung, dass Sie das im Regal haben sollten." - Schön. Aber ich bin der Meinung, dass die hier langsam nicht mehr alle Nadeln an der Tanne haben!
Würde ich mir alle Bücher zulegen, die mir genannt wurden, käme ich auf geschätzte dreihundert Euro. Das ist doch mal ne stolze Summe!
Mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als mir nur das Nötigste zu besorgen und den Rest stundenweise in der Unibib zu lesen oder mir dort auszuleihen.
Irgendwie hatte ich mir Studieren einfacher vorgestellt, soll heißen weniger kompliziert was die Organisation angeht. - Ts, da ist man ein Mal optimistisch eingestellt...
Heute konnte ich in der Vorlesung zur römischen Geschichte ein Phänomen beobachten. Einen Menschen, der nur in Vokalen zu sprechen scheint.
Ja.
Wir saßen etwa in der Hälfte der Reihen und konnten nur anhand unserer Kombinationsfähigkeit entschlüsseln, was der gute Mann, der zugegebenermaßen wirklich sympathisch, bemüht und durchaus nett zu sein scheint, da vorne erzählte.
Ab und zu tauchte mal ein "sch" oder "tz" auf. Dann aber wurde es wieder ein Aneinanderreihen von A´s, O´s, U´s und den restlichen Vokalen.
Aber ich will nicht meckern.
Wenn ich mir den Stundenplan und vor allem die Stundenzahl meiner Mitbewohnerin, die Jura studiert, ansehe, dann bin ich schon ziemlich froh, dass ich mit 21 Semesterwochenstunden noch relativ viel Freiraum habe. Allerdings habe ich eine fünf-Tage-Woche im Gegensatz zu ihr, die sie nur vier Tage in der Uni ist...
Ein Schädel kostet neunundsiebzig Euro!
Ich dachte, dass sich so ein Teil in meinem Zimmer sicher ganz gut machen würde und habe mich in der Buchhandlung um die Ecke mal in die Medizinerabteilung gewagt und nachgesehen. Neunundsiebzig Euro. - Das ist es mir dann doch nicht wert...
Auch Stethoskope sind ganz schön teuer, hätte ich nicht gedacht. Aber da ist es dann echt kein Wunder, dass es der Otto-Normal-Verbraucher nicht zum Arzt bringt, wenn man allein um die Grundausstattung zu bekommen schon Millionär sein muss.
Wobei die Bücher der Psychologen und der Juristen auch locker mal dreißig bis vierzig Euro das Stück kosten. Tja, selbst wenn ich das mit Mathe noch auf die Reihe gekriegt hätte, spätestens am Bücherregal wäre meine Karriere als anerkannte Kinderpsychologin gescheitert...
Und meinen Notfallplan, an der Uni zu bleiben, falls es mit dem Lehramt nicht wirklich klappen sollte, kann ich im Grunde auch vergessen, denn nachdem ich mich mit einem Mathematiker unterhalten habe und der meinte, dass es sich eigentlich nur als Prof lohnt, am Ort des Verbrechens zu bleiben, gibt es wohl doch nur noch den steinigen Weg zurück ans Gymnasium.
Schon schräg:
Erst ackert man neun Jahre lang mehr oder weniger intensiv, dass man da raus kommt und dann sitzt man sich viereinhalb Jahre den Hintern wund, um wieder rein zu dürfen. - Warum kann man nicht gleich da bleiben? Lehrer als anerkannter Ausbildungsberuf wäre doch auch mal ne schöne Alternative.
Was heute allerdings besonders schön war, war die sinnloseste, aber dafür auch spaßigste Beschäftigung, die ich seit Langem getan habe:
Männer benoten.
Wir saßen zu zweit im Café am Tresen der günstiger Weise am Fenster stand und daher einen guten Blick auf die vorbeilaufenden mal mehr, mal weniger männlichen Wesen bot, und bewerteten auf einer Skala von eins bis sechs.
Unglaublich wie viele Dreier herumlaufen…
Moralisch gesehen, war das natürlich keinesfalls in Ordnung, was wir da gemacht haben, aber „es ist weiblich“, wie meine Kommilitonin bemerkte und das neutralisiert das Ganze dann wieder. Außerdem waren wir auch relativ fair und wenn jemand so gar nicht unser Fall war, dann bekam er eben eine Null.
Ist doch nett von uns?
Und wir trafen den Entschluss das jetzt jeden Donnerstag von viertel vier bis vier zu machen. Endlich etwas Spannendes im Stundenplan!
Morgen folgt noch ein schönes Semesteranfangsessen mit guten Freunden und hoffentlich einer Runde Tabu mit Knotenknut. – Ich liebe es! (um eine bekannte fast – food - Kette zu zitieren)
In diesem Sinne: qualis artifex pereo!
Das waren die letzten Worte Neros.
Wenn ich es nicht im entscheidenden Moment vergesse, könnten das auch meine werden…
PS: Hier noch ein Link zu einem Lied, der mich doch stark an die letzten Momente auf der großen Bühne erinnert hat...obwohl es doch eigentlich um Liebe geht...aber war es nicht wie eine unsterbliche Liebe, die Bühne und ich?
http://www.youtube.com/watch?v=b-6L3SVFLwU
Ja, richtig gelesen. War.
Denn ich habe zwar durchaus mit Freude, aber doch ein wenig mit Enttäuschung heute mittag festgestellt, dass ich morgen frei habe. Frei-tag.
Allerdings nur diese Woche, denn nächste Woche findet dann sowohl der Französisch-Kurs, als auch die Mittelalter-Übung statt. Da ist dann nichts mehr mit ausschlafen.
Dann heißt es dienstags, donnerstags und freitags: sieben Uhr aufstehen, um acht in der Uni sein!
Im Grunde kann ich mich aber über meinen Stundenplan nicht beklagen. Ich habe immer wieder mal eine Lücke, um mal durch zu schnaufen, etwas zu essen oder kopieren zu gehen.
Das erste Hausarbeitsthema habe ich auch schon: Nero als Künstler.
Im Moment habe ich ja immer noch das Bild des jungen Peter Ustinov vor mir, der seine Tränen in einem kleinen Becherchen sammelt und, sich selbst auf seiner Lyra begleitend, das brennende Rom besingt. - Fragt sich, was für Rom schlimmer war...
Mal sehen, was von diesem Bild am Ende des Semesters übrig ist.
Ein bisschen Stress gab es leider auch schon, denn die Uni konnte ja nicht damit rechnen, dass zum Wintersemester so viele neue Studenten kommen und die natürlich alle nach der neuen BA- oder Master-Ordnung studieren wollen und deshalb sämtliche Proseminare in NDL zum Beispiel völlig überfüllt sind. Da sitzen dann eben statt vierzig locker mal achtzig bis neunzig Leute, von denen die Hälfte nicht wusste, dass man sich für das Seminar anmelden muss, weil es ihnen entweder nicht mitgeteilt wurde oder sie sich, wie in meinem Fall, auf die Informationen im Univis verlassen haben, die besagten, dass man sich in der ersten Stunde anmelden kann. Super!
Dann bekommt man noch etwa acht Reclams und zwei Einführungen genannt, die man sich allein für dieses Seminar zulegen sollte, denn "Ich bin der Meinung, dass Sie das im Regal haben sollten." - Schön. Aber ich bin der Meinung, dass die hier langsam nicht mehr alle Nadeln an der Tanne haben!
Würde ich mir alle Bücher zulegen, die mir genannt wurden, käme ich auf geschätzte dreihundert Euro. Das ist doch mal ne stolze Summe!
Mir wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als mir nur das Nötigste zu besorgen und den Rest stundenweise in der Unibib zu lesen oder mir dort auszuleihen.
Irgendwie hatte ich mir Studieren einfacher vorgestellt, soll heißen weniger kompliziert was die Organisation angeht. - Ts, da ist man ein Mal optimistisch eingestellt...
Heute konnte ich in der Vorlesung zur römischen Geschichte ein Phänomen beobachten. Einen Menschen, der nur in Vokalen zu sprechen scheint.
Ja.
Wir saßen etwa in der Hälfte der Reihen und konnten nur anhand unserer Kombinationsfähigkeit entschlüsseln, was der gute Mann, der zugegebenermaßen wirklich sympathisch, bemüht und durchaus nett zu sein scheint, da vorne erzählte.
Ab und zu tauchte mal ein "sch" oder "tz" auf. Dann aber wurde es wieder ein Aneinanderreihen von A´s, O´s, U´s und den restlichen Vokalen.
Aber ich will nicht meckern.
Wenn ich mir den Stundenplan und vor allem die Stundenzahl meiner Mitbewohnerin, die Jura studiert, ansehe, dann bin ich schon ziemlich froh, dass ich mit 21 Semesterwochenstunden noch relativ viel Freiraum habe. Allerdings habe ich eine fünf-Tage-Woche im Gegensatz zu ihr, die sie nur vier Tage in der Uni ist...
Ein Schädel kostet neunundsiebzig Euro!
Ich dachte, dass sich so ein Teil in meinem Zimmer sicher ganz gut machen würde und habe mich in der Buchhandlung um die Ecke mal in die Medizinerabteilung gewagt und nachgesehen. Neunundsiebzig Euro. - Das ist es mir dann doch nicht wert...
Auch Stethoskope sind ganz schön teuer, hätte ich nicht gedacht. Aber da ist es dann echt kein Wunder, dass es der Otto-Normal-Verbraucher nicht zum Arzt bringt, wenn man allein um die Grundausstattung zu bekommen schon Millionär sein muss.
Wobei die Bücher der Psychologen und der Juristen auch locker mal dreißig bis vierzig Euro das Stück kosten. Tja, selbst wenn ich das mit Mathe noch auf die Reihe gekriegt hätte, spätestens am Bücherregal wäre meine Karriere als anerkannte Kinderpsychologin gescheitert...
Und meinen Notfallplan, an der Uni zu bleiben, falls es mit dem Lehramt nicht wirklich klappen sollte, kann ich im Grunde auch vergessen, denn nachdem ich mich mit einem Mathematiker unterhalten habe und der meinte, dass es sich eigentlich nur als Prof lohnt, am Ort des Verbrechens zu bleiben, gibt es wohl doch nur noch den steinigen Weg zurück ans Gymnasium.
Schon schräg:
Erst ackert man neun Jahre lang mehr oder weniger intensiv, dass man da raus kommt und dann sitzt man sich viereinhalb Jahre den Hintern wund, um wieder rein zu dürfen. - Warum kann man nicht gleich da bleiben? Lehrer als anerkannter Ausbildungsberuf wäre doch auch mal ne schöne Alternative.
Was heute allerdings besonders schön war, war die sinnloseste, aber dafür auch spaßigste Beschäftigung, die ich seit Langem getan habe:
Männer benoten.
Wir saßen zu zweit im Café am Tresen der günstiger Weise am Fenster stand und daher einen guten Blick auf die vorbeilaufenden mal mehr, mal weniger männlichen Wesen bot, und bewerteten auf einer Skala von eins bis sechs.
Unglaublich wie viele Dreier herumlaufen…
Moralisch gesehen, war das natürlich keinesfalls in Ordnung, was wir da gemacht haben, aber „es ist weiblich“, wie meine Kommilitonin bemerkte und das neutralisiert das Ganze dann wieder. Außerdem waren wir auch relativ fair und wenn jemand so gar nicht unser Fall war, dann bekam er eben eine Null.
Ist doch nett von uns?
Und wir trafen den Entschluss das jetzt jeden Donnerstag von viertel vier bis vier zu machen. Endlich etwas Spannendes im Stundenplan!
Morgen folgt noch ein schönes Semesteranfangsessen mit guten Freunden und hoffentlich einer Runde Tabu mit Knotenknut. – Ich liebe es! (um eine bekannte fast – food - Kette zu zitieren)
In diesem Sinne: qualis artifex pereo!
Das waren die letzten Worte Neros.
Wenn ich es nicht im entscheidenden Moment vergesse, könnten das auch meine werden…
PS: Hier noch ein Link zu einem Lied, der mich doch stark an die letzten Momente auf der großen Bühne erinnert hat...obwohl es doch eigentlich um Liebe geht...aber war es nicht wie eine unsterbliche Liebe, die Bühne und ich?
http://www.youtube.com/watch?v=b-6L3SVFLwU
Montag, 15. Oktober 2007
...jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...
Es ist so weit.
Das neue Semester hat heute begonnen und wenn es so weiter geht, wird es ein schönes halbes Jahr ;-)
Die Sonne scheint, es ist schön kalt und die Luft riecht nach Herbst!
Das erste Seminar ist zu dem erst um 18.15 Uhr (leider nur diesen Montag...) und der Besuch bei der Psychotante hat mir zwar ein Rätsel aufgegeben (nämlich: Finde Dinge, die an Dir schön sind!), aber ich habe mich für die lustige Lösung entschieden, einfach ein paar Bekannte zu fragen, was die an mir wohl als schön bezeichnen würden. Was freue ich mich auf die verwirrten Gesichter und die kleinen Rauchwölkchen, die über ihren Köpfen aufsteigen werden ;-)
Hach ja...die Stadt erwacht wieder zu neuem Leben: die Studenten sind zurück! Die Zahl der Fahrradfahrer ist um mehr als das Doppelte gestiegen und die Cafes sind wieder gefüllt, Thalia macht endlich wieder richtig Umsatz, weil bekanntlich Erstsemester jedes Buch kaufen, das vom Dozenten oder gar vom Prof empfohlen wurde (ich spreche aus Erfahrung...) und die Dönerbudenbesitzer müssen sich über ihr Auskommen auch keine Gedanken mehr machen.
Selbst die Unibib ist nicht mehr so ausgestorben (und leider nicht mehr ganz so ruhig) wie in den Ferien, Herden von neugierigen und lerneifrigen "Frischlingen" werden durch die Gänge geführt, mit dem festen Vorsatz im Hinterkopf, dass sie sämtliche Angebote der Bib nutzen werden, um aus ihren Referaten und Hausarbeiten Meisterwerke zu machen. - Wer kennt das nicht...
Ich werde das neue Semester stilecht mit einem gepflegten Milchkaffee und einem ausgiebigen Gespräch über die Ferien mit einer Mitstudentin beginnen und jeglichen Gedanken an drohende Hausarbeiten, Referate und Klausuren erst mal gekonnt in die hinterste Ecke meines Hirnes verbannen.
Die Uni hat mich wieder, frei nach dem Motto: Dieses Semester wird alles besser!
In diesem Sinne,
Stina
Das neue Semester hat heute begonnen und wenn es so weiter geht, wird es ein schönes halbes Jahr ;-)
Die Sonne scheint, es ist schön kalt und die Luft riecht nach Herbst!
Das erste Seminar ist zu dem erst um 18.15 Uhr (leider nur diesen Montag...) und der Besuch bei der Psychotante hat mir zwar ein Rätsel aufgegeben (nämlich: Finde Dinge, die an Dir schön sind!), aber ich habe mich für die lustige Lösung entschieden, einfach ein paar Bekannte zu fragen, was die an mir wohl als schön bezeichnen würden. Was freue ich mich auf die verwirrten Gesichter und die kleinen Rauchwölkchen, die über ihren Köpfen aufsteigen werden ;-)
Hach ja...die Stadt erwacht wieder zu neuem Leben: die Studenten sind zurück! Die Zahl der Fahrradfahrer ist um mehr als das Doppelte gestiegen und die Cafes sind wieder gefüllt, Thalia macht endlich wieder richtig Umsatz, weil bekanntlich Erstsemester jedes Buch kaufen, das vom Dozenten oder gar vom Prof empfohlen wurde (ich spreche aus Erfahrung...) und die Dönerbudenbesitzer müssen sich über ihr Auskommen auch keine Gedanken mehr machen.
Selbst die Unibib ist nicht mehr so ausgestorben (und leider nicht mehr ganz so ruhig) wie in den Ferien, Herden von neugierigen und lerneifrigen "Frischlingen" werden durch die Gänge geführt, mit dem festen Vorsatz im Hinterkopf, dass sie sämtliche Angebote der Bib nutzen werden, um aus ihren Referaten und Hausarbeiten Meisterwerke zu machen. - Wer kennt das nicht...
Ich werde das neue Semester stilecht mit einem gepflegten Milchkaffee und einem ausgiebigen Gespräch über die Ferien mit einer Mitstudentin beginnen und jeglichen Gedanken an drohende Hausarbeiten, Referate und Klausuren erst mal gekonnt in die hinterste Ecke meines Hirnes verbannen.
Die Uni hat mich wieder, frei nach dem Motto: Dieses Semester wird alles besser!
In diesem Sinne,
Stina
Samstag, 13. Oktober 2007
Klage wegen Spätfolgen?
Nie wieder Blutnehmen!
NIE WIEDER!!!
Mein rechter Arm sieht aus, als wäre ein Elefant drauf gestiegen. Eine Mischung aus blau, lila und grün, die sich zu einem Fleck von etwa zehn Zentimetern Durchmesser verbunden hat. Mal abgesehen von den Schmerzen, die bei der geringsten Berührung entstehen...
Ich muss mich wiederholen: Warum hat uns die Evolution keinen Zapfhahn geschenkt?
Arztbesuche würden sich so viel angenehmer gestalten!
NIE WIEDER!!!
Mein rechter Arm sieht aus, als wäre ein Elefant drauf gestiegen. Eine Mischung aus blau, lila und grün, die sich zu einem Fleck von etwa zehn Zentimetern Durchmesser verbunden hat. Mal abgesehen von den Schmerzen, die bei der geringsten Berührung entstehen...
Ich muss mich wiederholen: Warum hat uns die Evolution keinen Zapfhahn geschenkt?
Arztbesuche würden sich so viel angenehmer gestalten!
Donnerstag, 11. Oktober 2007
Von blutleeren Wesen und Anmeldeglück
Ab und zu muss ja jeder mal zum Hausarzt, so oder so. Und wenn es nur deshalb ist, weil eine andere Ärztin darauf hinweist, dass man mal die Blut- und Leberwerte checken sollte.
Wenn da nur nicht die Sache mit der Nadel wäre...aber gut, klein Stina lässt sich tapfer einen Termin geben, erscheint auch pünktlich und setzt sich ins Wartezimmer.
Als ich mich gerad wunderbar von dem mir Drohenden abgelenkt habe, steckt die Sprechstundenhilfe den Kopf zur Tür rein, grinst mich freudestrahlend an, fragt "Frau Thun?" - "Ja?" - "Wir bräuchten erst mal ein wenig Urin." - "Jetzt?" - "Ja ja, a bissla was geht immer!". Warum bin ich plötzlich so irritiert? Ist es das "wir" in ihrer Aufforderung? Wer ist "wir" und was wollen die damit? Ihre Sammlung ergänzen? - Sicher nicht...
Schon jetzt ist jeder Versuch sich gedanklich mit etwas anderem zu beschäftigen sinnlos: Die Nadel wartet und es dauert sicher nicht mehr lange bis..."Und dann gehen sie einfach ins Zimmer da drüben und legen sich auf die Liege, gell?", ich kann nur ein leises und verzweifeltes "O.k." antworten und verschwinde im Klo.
Warum kann ich mich nicht einfach runter spülen? Und was wäre, wenn ich mich hier einsperrte und einfach nicht mehr heraus käme? Aber es nützt ja nichts...
Nachdem der erste Akt gemeistert ist, folgt bekanntlich der zweite. Im klassischen Dreiakter der Höhepunkt, die Peripethie.
Ich liege also auf der Pritsche und frage mich, ob es einem zum Tode geweihten in den USA am Ende genau so geht, wie mir gerade - wobei ich wahrscheinlich noch vor der Injektion aus lauter Angst vor der Spritze krepieren, also von der Aktion selbst nichts mitbekommen würde.
Die nette Dame fängt an. Erst das Gummiband um den Oberarm und dann wird gesucht. Bei mir ein hoffnungsloses Unterfangen, wie ich aus Erfahrung weiß. Sie findet eine Ader, bzw. glaubt es zumindest, und sticht, nach einer kurzen Warnung ("So, jetzt piekst es kurz und dann brennt es ein bisschen." - Danke für den Hinweis...)in meine Armbeuge.
Tja, wie erwartet kommt kein Blut. Sie fängt an zu rühren, es tut sich nichts. Keine Chance. Sie zieht die Nadel wieder heraus, auf das übliche Pflaster kann verzichtet werden, es kommt ja eh nichts.
Mir ist mittlerweile kotzübel, mir wird heiß und kalt, prima Stimmung! Der nächste Versuch wird in einem anderen Zimmer gestartet, damit sie an den rechten Arm kommt ist eine andere Liege notwendig. Also gut, dann gehen wir mal los. In meinem Kopf tanzen die Synapsen Samba und ich sehe mal schwarz und dann verschwommen den Türrahmen, an dem ich mich festkralle. Endlich im anderen Zimmer angekommen, kann ich mich wieder hinlegen. Jetzt ist es schon so weit gekommen, dass ich die Geräusche um mich herum nur noch ganz gedämpft wahrnehme. Wird ja immer besser...
Die Suchaktion "Ader" wird von Neuem gestartet, ein zweiter Stich getätigt und erneut gerührt und gedrückt. Ergebnis: mir ist immer noch schlecht und die Kanüle bleibt trocken.
Jetzt hilft nur noch Eines: der Chef muss selber ran.
Um es kurz zu machen: er sticht sehr (!) tief und findet endlich eine Ader, die bereit ist, ihre Schleusen zu öffnen. Kommentar seinerseits: "Ein Traum wird wahr!"
Nachdem drei Röhrchen gefüllt sind und ich, auf die Einstichstelle drückend, mich langsam aufrichte und vorsichtig zur Tür gehen will, kommt die Sprechstundenhilfe noch mal und hält mich auf. "Moment, wir brauchen noch den Blutdruck!" Na, wenn´s weiter nichts ist, denke ich mir. Weit gefehlt! (Und warum schon wieder "wir"?)
"Gut. Jetzt brauchen wir dann bloß noch die Größe, das Gewicht und ein EKG."
Nutzt er die seltene Gelegenheit, dass ich mal da bin, um mich buchstäblich auf Herz und Nieren zu checken?
Die Größe ist kein Problem, die weiß ich ja. 1,78m, können Sie gleich aufschreiben. - Sie glaubt es mir aber nicht. "Sie sind doch größer..." - Guuut, dann messen wir eben. Das Ergebnis beweist, dass ich falsche Angaben für meinen Perso gemacht habe. 1,83m. Hm...dass ich so groß bin, hätte ich jetzt nicht gedacht...
Es folgt das Gewicht und damit der dritte Akt. Die Katastrophe.
Die genauen Daten lasse ich jetzt mal außen vor. Nur so viel: Die Notrufnummer der Polizei vergesse ich so leicht nicht...
Und als Abschluss des Ganzen: das EKG.
Super. Oben ohne vor einer jungen Sprechstundenhilfe, die mit einem traumhaften Körper gesegnet ist. Gibt es demütigenderes?
Jedenfalls bin ich froh, als ich wieder angezogen im Arztzimmer hocke und auf den Chef warte. Es folgt das obligatorische Abhören und nach einem kräftigen Händedruck und dem Hinweis, dass ich die Ergebnisse am nächsten Tag abholen kann, verlasse ich mit zwei schmerzenden Armen die Praxis.
Resultat heute, einen Tag danach:
Meine Werte sind in Ordnung.
Nur meine Armbeugen sehen aus, als wäre ich eine Drogensüchtige, die das Stechen noch üben muss. Abgesehen von den Schmerzen.
Nun gut, es ist geschafft und ich lebe noch.
Bis zum nächsten Mal ;-)
Ein weiteres Erlebnis, das mir erst mal einen Schreck eingejagt hat, war eine e-Mail von der Uni, dass die Anmeldung zu einem Kurs schon längst abgelaufen und der Kurs bereits voll ist.
Toll, was jetzt?
Beim checken der anderen Kurse fällt mir auf, dass die bereits alle belegt sind. Bis auf einen. Digitale Literatur. - Interessiert mich das? -Nein.
Letzte Chance: die Dozentin persönlich anschreiben und die ganze Story erklären. Denn ein früherer Eintrag im Univis informierte einen darüber, dass die Anmeldung im Kurs erfolgt und nicht online.
Und ich habe mordsmäßiges Glück!
"Ja, er ist bereits voll, aber sie können sich ausnahmsweise noch in der ersten Stunde anmelden. Mit freundlichen Grüße,..." - DANKE!
Mein sorgfältig erarbeiteter Stundenplan bleibt mir erhalten und ich komme in alle Kurse, die ich wollte.
Das Semester kann beginnen, ich bin bereit!
Wenn da nur nicht die Sache mit der Nadel wäre...aber gut, klein Stina lässt sich tapfer einen Termin geben, erscheint auch pünktlich und setzt sich ins Wartezimmer.
Als ich mich gerad wunderbar von dem mir Drohenden abgelenkt habe, steckt die Sprechstundenhilfe den Kopf zur Tür rein, grinst mich freudestrahlend an, fragt "Frau Thun?" - "Ja?" - "Wir bräuchten erst mal ein wenig Urin." - "Jetzt?" - "Ja ja, a bissla was geht immer!". Warum bin ich plötzlich so irritiert? Ist es das "wir" in ihrer Aufforderung? Wer ist "wir" und was wollen die damit? Ihre Sammlung ergänzen? - Sicher nicht...
Schon jetzt ist jeder Versuch sich gedanklich mit etwas anderem zu beschäftigen sinnlos: Die Nadel wartet und es dauert sicher nicht mehr lange bis..."Und dann gehen sie einfach ins Zimmer da drüben und legen sich auf die Liege, gell?", ich kann nur ein leises und verzweifeltes "O.k." antworten und verschwinde im Klo.
Warum kann ich mich nicht einfach runter spülen? Und was wäre, wenn ich mich hier einsperrte und einfach nicht mehr heraus käme? Aber es nützt ja nichts...
Nachdem der erste Akt gemeistert ist, folgt bekanntlich der zweite. Im klassischen Dreiakter der Höhepunkt, die Peripethie.
Ich liege also auf der Pritsche und frage mich, ob es einem zum Tode geweihten in den USA am Ende genau so geht, wie mir gerade - wobei ich wahrscheinlich noch vor der Injektion aus lauter Angst vor der Spritze krepieren, also von der Aktion selbst nichts mitbekommen würde.
Die nette Dame fängt an. Erst das Gummiband um den Oberarm und dann wird gesucht. Bei mir ein hoffnungsloses Unterfangen, wie ich aus Erfahrung weiß. Sie findet eine Ader, bzw. glaubt es zumindest, und sticht, nach einer kurzen Warnung ("So, jetzt piekst es kurz und dann brennt es ein bisschen." - Danke für den Hinweis...)in meine Armbeuge.
Tja, wie erwartet kommt kein Blut. Sie fängt an zu rühren, es tut sich nichts. Keine Chance. Sie zieht die Nadel wieder heraus, auf das übliche Pflaster kann verzichtet werden, es kommt ja eh nichts.
Mir ist mittlerweile kotzübel, mir wird heiß und kalt, prima Stimmung! Der nächste Versuch wird in einem anderen Zimmer gestartet, damit sie an den rechten Arm kommt ist eine andere Liege notwendig. Also gut, dann gehen wir mal los. In meinem Kopf tanzen die Synapsen Samba und ich sehe mal schwarz und dann verschwommen den Türrahmen, an dem ich mich festkralle. Endlich im anderen Zimmer angekommen, kann ich mich wieder hinlegen. Jetzt ist es schon so weit gekommen, dass ich die Geräusche um mich herum nur noch ganz gedämpft wahrnehme. Wird ja immer besser...
Die Suchaktion "Ader" wird von Neuem gestartet, ein zweiter Stich getätigt und erneut gerührt und gedrückt. Ergebnis: mir ist immer noch schlecht und die Kanüle bleibt trocken.
Jetzt hilft nur noch Eines: der Chef muss selber ran.
Um es kurz zu machen: er sticht sehr (!) tief und findet endlich eine Ader, die bereit ist, ihre Schleusen zu öffnen. Kommentar seinerseits: "Ein Traum wird wahr!"
Nachdem drei Röhrchen gefüllt sind und ich, auf die Einstichstelle drückend, mich langsam aufrichte und vorsichtig zur Tür gehen will, kommt die Sprechstundenhilfe noch mal und hält mich auf. "Moment, wir brauchen noch den Blutdruck!" Na, wenn´s weiter nichts ist, denke ich mir. Weit gefehlt! (Und warum schon wieder "wir"?)
"Gut. Jetzt brauchen wir dann bloß noch die Größe, das Gewicht und ein EKG."
Nutzt er die seltene Gelegenheit, dass ich mal da bin, um mich buchstäblich auf Herz und Nieren zu checken?
Die Größe ist kein Problem, die weiß ich ja. 1,78m, können Sie gleich aufschreiben. - Sie glaubt es mir aber nicht. "Sie sind doch größer..." - Guuut, dann messen wir eben. Das Ergebnis beweist, dass ich falsche Angaben für meinen Perso gemacht habe. 1,83m. Hm...dass ich so groß bin, hätte ich jetzt nicht gedacht...
Es folgt das Gewicht und damit der dritte Akt. Die Katastrophe.
Die genauen Daten lasse ich jetzt mal außen vor. Nur so viel: Die Notrufnummer der Polizei vergesse ich so leicht nicht...
Und als Abschluss des Ganzen: das EKG.
Super. Oben ohne vor einer jungen Sprechstundenhilfe, die mit einem traumhaften Körper gesegnet ist. Gibt es demütigenderes?
Jedenfalls bin ich froh, als ich wieder angezogen im Arztzimmer hocke und auf den Chef warte. Es folgt das obligatorische Abhören und nach einem kräftigen Händedruck und dem Hinweis, dass ich die Ergebnisse am nächsten Tag abholen kann, verlasse ich mit zwei schmerzenden Armen die Praxis.
Resultat heute, einen Tag danach:
Meine Werte sind in Ordnung.
Nur meine Armbeugen sehen aus, als wäre ich eine Drogensüchtige, die das Stechen noch üben muss. Abgesehen von den Schmerzen.
Nun gut, es ist geschafft und ich lebe noch.
Bis zum nächsten Mal ;-)
Ein weiteres Erlebnis, das mir erst mal einen Schreck eingejagt hat, war eine e-Mail von der Uni, dass die Anmeldung zu einem Kurs schon längst abgelaufen und der Kurs bereits voll ist.
Toll, was jetzt?
Beim checken der anderen Kurse fällt mir auf, dass die bereits alle belegt sind. Bis auf einen. Digitale Literatur. - Interessiert mich das? -Nein.
Letzte Chance: die Dozentin persönlich anschreiben und die ganze Story erklären. Denn ein früherer Eintrag im Univis informierte einen darüber, dass die Anmeldung im Kurs erfolgt und nicht online.
Und ich habe mordsmäßiges Glück!
"Ja, er ist bereits voll, aber sie können sich ausnahmsweise noch in der ersten Stunde anmelden. Mit freundlichen Grüße,..." - DANKE!
Mein sorgfältig erarbeiteter Stundenplan bleibt mir erhalten und ich komme in alle Kurse, die ich wollte.
Das Semester kann beginnen, ich bin bereit!
Montag, 8. Oktober 2007
Traummann?
An meinem Zimmer klopft jemand und gibt mir Karten für eine Oper. Außerdem wird mir mitgeteilt, dass ich mit Roger Willemsen dort hin gehen werde.
Ich weiß, dass er nur so tun wird, als würde er mit mir flirten und als hätte er es auf mich abgesehen (im Positiven!), aber ich gehe trotzdem hin.
Wir treffen uns vor dem Theater und gehen zusammen rein. Ich sitze neben ihm und als das Stück beginnt, legt er seinen Arm um mich und ich lehne mich an seine Schulter.
Die Kameras um uns herum bemerke ich zwar, aber sie stören mich nicht. Ich spiele das Spiel mit und tue so, als wäre ich total verliebt in ihn.
In der Pause wird mir klar: Ich bin wirklich in ihn verliebt!
Nach der Pause ist er allerdings wie ausgewechselt und macht einen auf total cool und lässig, auf unnahbar. Ich habe keine Chance mehr, an ihn heran zu kommen, lasse mir aber nichts anmerken.
Nach dem Stück verschwindet er relativ schnell mit den Fernsehleuten und ich stehe alleine da.
Schlussbild: Ich sitze in meinem Zimmer und trauere ihm nach.
Was soll mir dieser Traum bitte sagen?
Außer einem flauen Gefühl in der Magengegend merke ich nichts von einer versteckten Botschaft.
Und Roger Willemsen, ok, er ist wirklich sehr sympatisch, hat eine angenehme Stimme, Humor und Grips, sieht auch nicht soo schlecht aus, aber: Ist er wirklich mein Traumtyp?! - Er zählt schließlich zu den Männern, bei denen ich das Gefühl habe, ihnen geistig haushoch unterlegen zu sein.
Das war wieder so ein Traum, der einen tagelang verfolgt, weil man immer wieder drüber nachdenkt, warum man sowas träumt.
Wie dem auch sei, ich habe Gestern überstanden und jetzt kann es weitergehen.
Nächste Woche geht die Uni wieder los und ich hoffe, ich kann meinen Vorsatz diesmal mitzulernen (und nicht wieder alles auf ein Mal am Ende) in die Tat umsetzen. Frei nach dem Motto: Diesmal wird alles besser!
Im Moment habe ich noch den Eindruck, dass das einer dieser Vorsätze ist, der jedes Jahr/Semester aufs Neue gemacht wird und dessen Haltbarkeitsdatum nach maximal zwei Wochen verfällt, ähnlich wie bei allen guten Dingen, die man sich vornimmt.
Aber einen Versuch ist es wert.
Warum Roger Willemsen? Ich peil das nich.
Mir wurde mal gesagt, dass man oft von Eigenschaften träumt und nicht direkt von der Person, die sie besitzt. Soll das heißen ich wünsche mir insgeheim intelligent, scharfsinnig, eloquent und humorvoll, gar gebildet zu sein? - Bin ich das nicht schon???
(Für alle, die die Ironie im letzten Satz nicht mitbekommen haben, sei hier noch mal mit einem ganzen Zaun darauf hingewiesen.)
Nun ja, mal sehen was die letzte Woche Freiheit so bringen mag. Danach folgt wieder die Diktatur der Fachliteratur, Professoren und Dozenten. Vielleicht schaffe ich es in dieser Runde auch mal zurück zu schlagen und mir für andere Dinge Zeit zu nehmen. Charlie hängt schließlich schon leicht angestaubt an der Wand und schweigt mich strafend an. (Charlie =Gitarre)
Am Mittwoch droht noch mal ein Loch: Blutentnahme und Geburtstag der gestern so verarschten Tante.
Ich frag mich grade, was schlimmer ist... ;-)
Vielleicht bin ich im neuen Semester auch mal wieder zu geistreicheren Einträgen fähig. Wollen es hoffen!
So long
Ich weiß, dass er nur so tun wird, als würde er mit mir flirten und als hätte er es auf mich abgesehen (im Positiven!), aber ich gehe trotzdem hin.
Wir treffen uns vor dem Theater und gehen zusammen rein. Ich sitze neben ihm und als das Stück beginnt, legt er seinen Arm um mich und ich lehne mich an seine Schulter.
Die Kameras um uns herum bemerke ich zwar, aber sie stören mich nicht. Ich spiele das Spiel mit und tue so, als wäre ich total verliebt in ihn.
In der Pause wird mir klar: Ich bin wirklich in ihn verliebt!
Nach der Pause ist er allerdings wie ausgewechselt und macht einen auf total cool und lässig, auf unnahbar. Ich habe keine Chance mehr, an ihn heran zu kommen, lasse mir aber nichts anmerken.
Nach dem Stück verschwindet er relativ schnell mit den Fernsehleuten und ich stehe alleine da.
Schlussbild: Ich sitze in meinem Zimmer und trauere ihm nach.
Was soll mir dieser Traum bitte sagen?
Außer einem flauen Gefühl in der Magengegend merke ich nichts von einer versteckten Botschaft.
Und Roger Willemsen, ok, er ist wirklich sehr sympatisch, hat eine angenehme Stimme, Humor und Grips, sieht auch nicht soo schlecht aus, aber: Ist er wirklich mein Traumtyp?! - Er zählt schließlich zu den Männern, bei denen ich das Gefühl habe, ihnen geistig haushoch unterlegen zu sein.
Das war wieder so ein Traum, der einen tagelang verfolgt, weil man immer wieder drüber nachdenkt, warum man sowas träumt.
Wie dem auch sei, ich habe Gestern überstanden und jetzt kann es weitergehen.
Nächste Woche geht die Uni wieder los und ich hoffe, ich kann meinen Vorsatz diesmal mitzulernen (und nicht wieder alles auf ein Mal am Ende) in die Tat umsetzen. Frei nach dem Motto: Diesmal wird alles besser!
Im Moment habe ich noch den Eindruck, dass das einer dieser Vorsätze ist, der jedes Jahr/Semester aufs Neue gemacht wird und dessen Haltbarkeitsdatum nach maximal zwei Wochen verfällt, ähnlich wie bei allen guten Dingen, die man sich vornimmt.
Aber einen Versuch ist es wert.
Warum Roger Willemsen? Ich peil das nich.
Mir wurde mal gesagt, dass man oft von Eigenschaften träumt und nicht direkt von der Person, die sie besitzt. Soll das heißen ich wünsche mir insgeheim intelligent, scharfsinnig, eloquent und humorvoll, gar gebildet zu sein? - Bin ich das nicht schon???
(Für alle, die die Ironie im letzten Satz nicht mitbekommen haben, sei hier noch mal mit einem ganzen Zaun darauf hingewiesen.)
Nun ja, mal sehen was die letzte Woche Freiheit so bringen mag. Danach folgt wieder die Diktatur der Fachliteratur, Professoren und Dozenten. Vielleicht schaffe ich es in dieser Runde auch mal zurück zu schlagen und mir für andere Dinge Zeit zu nehmen. Charlie hängt schließlich schon leicht angestaubt an der Wand und schweigt mich strafend an. (Charlie =Gitarre)
Am Mittwoch droht noch mal ein Loch: Blutentnahme und Geburtstag der gestern so verarschten Tante.
Ich frag mich grade, was schlimmer ist... ;-)
Vielleicht bin ich im neuen Semester auch mal wieder zu geistreicheren Einträgen fähig. Wollen es hoffen!
So long
Sonntag, 7. Oktober 2007
same procedure as every year...
Was sind die typischen Gesprächsthemen an einem 21. Geburtstag?
Die Wünsche des Geburtstagskindes?
Aufbauende Worte für das nächste Lebensjahr?
Nein, weit gefehlt.
Die wirklich wichtigen Fragen, die an einem solchen Tag geklärt werden müssen sind:
Wer ist in letzter Zeit gestorben?
Welche Bedienung an der Fleischtheke ist am freundlichsten?
Was haben sich Bekannte oder Freunde vor kurzem so geleistet, worüber man herrlich lästern könnte?
Welcher Metzger ist der Beste?
Nebenbei fallen dann noch Bemerkungen wie "Na ja, lang werd ich auch nicht mehr leben." oder "Wenn ich meinen nächsten Geburtstag noch erleben sollte, dann...". Dann wird darüber gemeckert, dass die Lose auf der Kirchweih schlecht gemischt waren, dass das Bier zu teuer und die Fischbrötchen schlecht belegt sind und die anwesende Tante wird mit Sätzen wie "Fress net so viel!" oder "Schau ner noo, die soll sich fei a weng bewegn, dass sie nett nuch fetter wird!" oder sonstigen abfälligen Nettigkeiten bedacht. (Hier sei angemerkt, dass die verspottete Tante geistig behindert ist und solche Bemerkungen eine sehr verletzende Wirkung haben, ähnlich wie bei einem dreijährigen Kind, auf dessen geistigem Niveau sie sich befindet)
Und ansonsten tun alle so, als fänden sie den anderen nett und würden sich freuen, hier zu sein. Schmierentheater³.
Ja, ein gesundes Familienleben ist schon etwas Schönes.
Und man sitzt dabei und schweigt.
Seit 21 Jahren.
Eines ist klar: Der nächste Geburtstag findet ohne mich statt. Auch körperlich. Denn es würde kaum auffallen, wäre ich nicht hier.
Ein Tag wie jeder andere.
Einziger Unterschied: Es gibt Kaffee und Kuchen und ein gemeinsames Abendessen.
Einziger Lichtblick: ein paar nette SMS´s, zwei Anrufe, eine afrikanische Maske von meinem Bruder und einige Einträge im Studivz.
Wenn ich mich in Gedanken daran klammere, ist es sogar ein schöner Tag.
Nun gut, das Abendessen wartet und ich werd mich wieder zu den lieben Verwandten (ganze zwei Personen) gesellen.
Maske auf und Spot an für die "Stina feels great - Show"!
Noch wenige Stunden, dann ist es überstanden. Keep smiling ;-)
Die Wünsche des Geburtstagskindes?
Aufbauende Worte für das nächste Lebensjahr?
Nein, weit gefehlt.
Die wirklich wichtigen Fragen, die an einem solchen Tag geklärt werden müssen sind:
Wer ist in letzter Zeit gestorben?
Welche Bedienung an der Fleischtheke ist am freundlichsten?
Was haben sich Bekannte oder Freunde vor kurzem so geleistet, worüber man herrlich lästern könnte?
Welcher Metzger ist der Beste?
Nebenbei fallen dann noch Bemerkungen wie "Na ja, lang werd ich auch nicht mehr leben." oder "Wenn ich meinen nächsten Geburtstag noch erleben sollte, dann...". Dann wird darüber gemeckert, dass die Lose auf der Kirchweih schlecht gemischt waren, dass das Bier zu teuer und die Fischbrötchen schlecht belegt sind und die anwesende Tante wird mit Sätzen wie "Fress net so viel!" oder "Schau ner noo, die soll sich fei a weng bewegn, dass sie nett nuch fetter wird!" oder sonstigen abfälligen Nettigkeiten bedacht. (Hier sei angemerkt, dass die verspottete Tante geistig behindert ist und solche Bemerkungen eine sehr verletzende Wirkung haben, ähnlich wie bei einem dreijährigen Kind, auf dessen geistigem Niveau sie sich befindet)
Und ansonsten tun alle so, als fänden sie den anderen nett und würden sich freuen, hier zu sein. Schmierentheater³.
Ja, ein gesundes Familienleben ist schon etwas Schönes.
Und man sitzt dabei und schweigt.
Seit 21 Jahren.
Eines ist klar: Der nächste Geburtstag findet ohne mich statt. Auch körperlich. Denn es würde kaum auffallen, wäre ich nicht hier.
Ein Tag wie jeder andere.
Einziger Unterschied: Es gibt Kaffee und Kuchen und ein gemeinsames Abendessen.
Einziger Lichtblick: ein paar nette SMS´s, zwei Anrufe, eine afrikanische Maske von meinem Bruder und einige Einträge im Studivz.
Wenn ich mich in Gedanken daran klammere, ist es sogar ein schöner Tag.
Nun gut, das Abendessen wartet und ich werd mich wieder zu den lieben Verwandten (ganze zwei Personen) gesellen.
Maske auf und Spot an für die "Stina feels great - Show"!
Noch wenige Stunden, dann ist es überstanden. Keep smiling ;-)
Samstag, 6. Oktober 2007
Sowas is widerlich.
Und wieder habe ich eine Kategorie Mensch entdeckt, zu der ich niemals gehören möchte.
In Gaustadt findet ja derzeit die alljährliche "Kerwa", also Kirchweih, statt. Das hat mit der Sache an sich eigentlich nichts zu tun und ich hätte diese Frau auch sonst wo treffen können, aber sie begegnete mir, vielmehr meiner Mutter, eben dort. Heute.
Die beiden Frauen unterhielten sich über eine dritte Person. Deren Familie hat mit der Familie der mir bis dahin unbekannten Frau seit Jahren eine Art Fehde. Diese Frau ist sozusagen mit der Abneigung der dritten Person gegenüber aufgewachsen.
Diese dritte Person hat eine Krankheit die man durchaus als Schizophrenie bezeichnen könnte, eher noch eine Persönlichkeitsstörung. Sie hat ziemlich harte Schicksalsschläge hinnehmen müssen, hat diese aber immer geschluckt und nie den Mund auf gemacht. Vor ein paar Jahren war das Fass eben voll und aus einer temporär niedergeschlagenen Stimmung heraus brach eben alles über ihr zusammen und der Vulkan in ihr brach aus. Sie wurde laut, war leider auch in Bierlaune und es schaukelte sich hoch, bis es soweit war, dass sie mit der weißen Jacke abgeholt werden musste. Es dauerte eine Weile, dann ging es ihr wieder besser und dieser Zustand hielt einige Jahre an. Vor etwa acht oder neun Monaten kam es wieder zu einem Ausbruch, allerdings weniger stark und mit weitaus geringerem Aufsehen als zuvor. Sie kam wieder in die Klinik und im Moment ist sie wieder stabil und versucht (erfreulicherweise relativ erfolgreich) Fuß zu fassen. Eigentlich eine traurige Geschichte, wenn man die Hintergründe kennt, die zum Ausbruch dieser Krankheit (denn nichts anderes als das ist es) geführt haben, kennt.
Aber eben nur eigentlich.
Denn die oben genannte Frau sieht nicht ein, dass es "nur" eine Krankheit ist. Sie versucht erst gar nicht zu verstehen, dass es keine Bosheit ist, die zu solchen Ausschreitungen führt, dass es im Grunde nicht gegen sie persönlich ist, sondern in einem größeren Zusammenhang gesehen werden muss.
Sie aber hat die dritte Person abgestempelt. Der schlimmere der beiden Vorfälle hat für sie nur das bestätigt, was sie von ihrer Familie über die dritte Person und deren Angehörige vermittelt bekommen hat. Sie ist schlicht und einfach verrückt, hat "einen an der Waffel" und was vor ein paar Jahren war, das wird ihr noch heute vorgehalten.
Sie bekommt gar keine Chance zu beweisen, dass es im Laufe der Zeit einige Veränderungen (durchaus zum Positiven) gegeben hat. Ihr wird nicht mal die Möglichkeit eingeräumt zu zeigen, dass sie den Willen hat, an ihrer Lage etwas zu ändern. Sie wurde ein Mal in eine Schublade gesteckt und aus der wird sie nie wieder raus kommen. Sie wird für immer die "Bekloppte" bleiben, die "Säuferin mit dem Sprung in der Schüssel". Das perfekte Objekt um dem Drang des Gaffens nachzugeben, wie ein körperlich missgebildeter Mensch oder ein wildes Tier, das im Käfig sitzt und begierig von allen Seiten angestarrt wird, während es zu Grunde geht, weil niemand den Mut hat, auf es zu zu gehen und zu integrieren. Es herrscht einfach pure Sensationsgeilheit vor. Wann tickt sie das nächste Mal aus? Wann kann ich das nächste Mal zusehen, wie verzweifelt jemand versucht nach Hilfe zu rufen, weil er nicht mehr weiter weiß?
Und wenn man schon dazu nicht bereit ist zu helfen (weil man vielleicht tatsächlich nicht dazu in der Lage ist), dann sollte man wenigstens den Anstand haben, nicht hinterrücks alte Geschichten wieder aufzuwärmen, die längst vergangen sind, denn mit der Verbreitung solcher Dinge wird der Weg zur Normalität auch wieder verbaut, denn wenn Frau X das sagt, wird es schon stimmen und "wir haben´s ja schon immer gewusst" und flugs verbreitet sich das alles wie bei Stille Post weiter und im Nu ist man isoliert.
Heute dachte ich mir, dass ich bitte niemals so sein möchte. Ich möchte nicht voll von Vorurteilen durch die Welt gehen und mir damit die Gelegenheit verbauen, eventuell einen ganz besonderen Menschen kennen zu lernen. Ich möchte nicht jemandem das Leben noch schwerer machen, als es für ihn sowieso schon ist, aus welchen Gründen auch immer.
Und sollte mich jemand dabei ertappen, dass ich Anzeichen eines solchen Verhaltens an den Tag lege: Haltet mich auf!
In Gaustadt findet ja derzeit die alljährliche "Kerwa", also Kirchweih, statt. Das hat mit der Sache an sich eigentlich nichts zu tun und ich hätte diese Frau auch sonst wo treffen können, aber sie begegnete mir, vielmehr meiner Mutter, eben dort. Heute.
Die beiden Frauen unterhielten sich über eine dritte Person. Deren Familie hat mit der Familie der mir bis dahin unbekannten Frau seit Jahren eine Art Fehde. Diese Frau ist sozusagen mit der Abneigung der dritten Person gegenüber aufgewachsen.
Diese dritte Person hat eine Krankheit die man durchaus als Schizophrenie bezeichnen könnte, eher noch eine Persönlichkeitsstörung. Sie hat ziemlich harte Schicksalsschläge hinnehmen müssen, hat diese aber immer geschluckt und nie den Mund auf gemacht. Vor ein paar Jahren war das Fass eben voll und aus einer temporär niedergeschlagenen Stimmung heraus brach eben alles über ihr zusammen und der Vulkan in ihr brach aus. Sie wurde laut, war leider auch in Bierlaune und es schaukelte sich hoch, bis es soweit war, dass sie mit der weißen Jacke abgeholt werden musste. Es dauerte eine Weile, dann ging es ihr wieder besser und dieser Zustand hielt einige Jahre an. Vor etwa acht oder neun Monaten kam es wieder zu einem Ausbruch, allerdings weniger stark und mit weitaus geringerem Aufsehen als zuvor. Sie kam wieder in die Klinik und im Moment ist sie wieder stabil und versucht (erfreulicherweise relativ erfolgreich) Fuß zu fassen. Eigentlich eine traurige Geschichte, wenn man die Hintergründe kennt, die zum Ausbruch dieser Krankheit (denn nichts anderes als das ist es) geführt haben, kennt.
Aber eben nur eigentlich.
Denn die oben genannte Frau sieht nicht ein, dass es "nur" eine Krankheit ist. Sie versucht erst gar nicht zu verstehen, dass es keine Bosheit ist, die zu solchen Ausschreitungen führt, dass es im Grunde nicht gegen sie persönlich ist, sondern in einem größeren Zusammenhang gesehen werden muss.
Sie aber hat die dritte Person abgestempelt. Der schlimmere der beiden Vorfälle hat für sie nur das bestätigt, was sie von ihrer Familie über die dritte Person und deren Angehörige vermittelt bekommen hat. Sie ist schlicht und einfach verrückt, hat "einen an der Waffel" und was vor ein paar Jahren war, das wird ihr noch heute vorgehalten.
Sie bekommt gar keine Chance zu beweisen, dass es im Laufe der Zeit einige Veränderungen (durchaus zum Positiven) gegeben hat. Ihr wird nicht mal die Möglichkeit eingeräumt zu zeigen, dass sie den Willen hat, an ihrer Lage etwas zu ändern. Sie wurde ein Mal in eine Schublade gesteckt und aus der wird sie nie wieder raus kommen. Sie wird für immer die "Bekloppte" bleiben, die "Säuferin mit dem Sprung in der Schüssel". Das perfekte Objekt um dem Drang des Gaffens nachzugeben, wie ein körperlich missgebildeter Mensch oder ein wildes Tier, das im Käfig sitzt und begierig von allen Seiten angestarrt wird, während es zu Grunde geht, weil niemand den Mut hat, auf es zu zu gehen und zu integrieren. Es herrscht einfach pure Sensationsgeilheit vor. Wann tickt sie das nächste Mal aus? Wann kann ich das nächste Mal zusehen, wie verzweifelt jemand versucht nach Hilfe zu rufen, weil er nicht mehr weiter weiß?
Und wenn man schon dazu nicht bereit ist zu helfen (weil man vielleicht tatsächlich nicht dazu in der Lage ist), dann sollte man wenigstens den Anstand haben, nicht hinterrücks alte Geschichten wieder aufzuwärmen, die längst vergangen sind, denn mit der Verbreitung solcher Dinge wird der Weg zur Normalität auch wieder verbaut, denn wenn Frau X das sagt, wird es schon stimmen und "wir haben´s ja schon immer gewusst" und flugs verbreitet sich das alles wie bei Stille Post weiter und im Nu ist man isoliert.
Heute dachte ich mir, dass ich bitte niemals so sein möchte. Ich möchte nicht voll von Vorurteilen durch die Welt gehen und mir damit die Gelegenheit verbauen, eventuell einen ganz besonderen Menschen kennen zu lernen. Ich möchte nicht jemandem das Leben noch schwerer machen, als es für ihn sowieso schon ist, aus welchen Gründen auch immer.
Und sollte mich jemand dabei ertappen, dass ich Anzeichen eines solchen Verhaltens an den Tag lege: Haltet mich auf!
Donnerstag, 4. Oktober 2007
Ne, watt is datt schön!
Ich habe etwas Neues für mich entdeckt.
Eine neue Humorquelle, die tag und nacht den Zugriff erlaubt.
Besonders neu ist es ja nicht, aber für mich sehr wohl.
You tube.
Was man da alles findet, ist wirklich zum wegwerfen (das kann man jetzt verstehen, wie man will).
Was mich jedoch besonders freut, ist die Tatsache, dass man auch Kabarett-Aufzeichnungen kucken kann.
Dr. von Hirschhausen ist mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen.
Oder ganz aktuell: die Missfits. - Ja, ich weiß, die gibt es eigentlich gar nicht mehr, die haben sich aufgelöst und machen jetzt jede ihr eigenes Ding. Aber auf you tube habe ich eine Szene gefunden, die mich wieder ein bisschen mit dem Lehrerberuf versöhnt hat.
Ich pack hier einfach mal den Link rein.
Anklicken und genießen. Man erkennt da doch die ein oder andere Ähnlichkeit wieder...
Viel Spaß!
http://www.youtube.com/watch?v=5VZBeALYxs8
Eine neue Humorquelle, die tag und nacht den Zugriff erlaubt.
Besonders neu ist es ja nicht, aber für mich sehr wohl.
You tube.
Was man da alles findet, ist wirklich zum wegwerfen (das kann man jetzt verstehen, wie man will).
Was mich jedoch besonders freut, ist die Tatsache, dass man auch Kabarett-Aufzeichnungen kucken kann.
Dr. von Hirschhausen ist mir mittlerweile sehr ans Herz gewachsen.
Oder ganz aktuell: die Missfits. - Ja, ich weiß, die gibt es eigentlich gar nicht mehr, die haben sich aufgelöst und machen jetzt jede ihr eigenes Ding. Aber auf you tube habe ich eine Szene gefunden, die mich wieder ein bisschen mit dem Lehrerberuf versöhnt hat.
Ich pack hier einfach mal den Link rein.
Anklicken und genießen. Man erkennt da doch die ein oder andere Ähnlichkeit wieder...
Viel Spaß!
http://www.youtube.com/watch?v=5VZBeALYxs8
Montag, 1. Oktober 2007
Hä? und Boa nee ey!
Wie schaffen es Schriftsteller, ein sechshundert Seiten dickes Buch zu schreiben? Oder meinetwegen nur zweihundert Seiten. Wie geht sowas? Wo kommen die ganzen Ideen her? Wie behalten die den Überblick über das, was sie schon geschrieben haben und das, was sie noch schreiben wollen?
Wenn ich eine Idee zu einem Text habe, reicht es grad mal für eine, maximal zwei Seiten. Mehr nicht. Dann gehen mir die Worte aus. Das, was ich erzählen wollte, habe ich gesagt und fertig. Aber leider sieht die Geschichte in meinem Kopf ganz anders aus, als auf dem Papier. Viel plastischer. Ich kann manche Situationen genau nachfühlen, weiß genau, wie die Luft riecht, wie warm sich die Sonne anfühlt und wie stark der Wind bläst. Wenn ich dann meinen Text lese, ist davon nichts mehr da. So lang ist doch der Weg von meinem Hirn zu meiner Hand gar nicht, dass das alles da verloren gehen kann! Wo bleiben die Gerüche, Geräusche, Lichtstimmungen und Gefühle, wenn sie nicht auf dem Papier landen?
Und sollte es dann doch mal so weit kommen, dass ich etwas schreibe, bei dem man nachfühlen kann (na gut, könnte...), was ich meine, muss es mir vorher erst richtig schlecht gehen, damit es funktioniert. Schreiben kann ich nur, wenn ich mies drauf bin.
Wie machen das Schriftsteller?
Sind die ein halbes Jahr lang stinkstiefelig, nur damit ein gutes Buch bei rum kommt?
Kann doch nicht sein...
Außerdem müsste ich dann schon mehrere Pulitzerpreise und mindestens einen Literaturnobelpreis im Regal stehen haben, wenn sich die Qualität eines Romanes mit der düsteren Stimmung des Autors oder der Autorin steigert...
Apropos:
Es gibt ja verschiedene Arten von Autofahrern. Manche Leute sagen, dass es am Fabrikat, andere wiederum behaupten am Nummernschild erkennbar sei, wie man den Vorder- oder Hintermann und dessen Fahrstil einzuordnen habe.
Ich versuche weitestgehend frei von Vorurteilen zu sein. Auch bei diesem Thema, aber heute war bei mir echt die Grenze erreicht.
Autobahn.
Die rechte Spur voll mit LKWs. Daher fahre ich auf der Linken. Hinter mir ein Zeitgenosse der ungeduldigen Art.
Nicht genug, dass er so nah auffährt, dass er mit Sicherheit ablesen kann, was mein Tacho anzeigt, nein, der gute Mann muss natürlich noch den Beweis liefern, dass auch sein Automobil mit Scheinwerfern ausgestattet ist. Die allseits bekannte Lichthupe kommt zum Einsatz.
Ich lass mir das ein Mal gefallen, auch ein zweites und drittes Mal. Aber als er zum vierten Mal beinahe in meinen Kofferraum fährt und ich kurz davor bin, voll in die Eisen zu steigen und ihm die Meinung zu geigen, was ich natürlich unterlasse, weil: Autobahn; da ist das Maß dann voll und ich tue etwas, was ich noch nie in meinem Leben während des Autofahrens getan habe.
Ich zeige ihm den Effenberg! - Wie bei allen, die das tun, stellt sich bei mir ein wohliges Gefühl der Überlegenheit ein. Ich hab es ihm so richtig gezeigt. Jawohl! Ha haa, wäre ja noch schöner, wenn man sich alles gefallen ließe! Wo sind wir denn?
Aber um zum eigentlichen Thema zurück zu kehren: Bereits beim Blick in den Rückspiegel konnte ich erkennen, dass mein Hintermann einen Wagen eines Bayerischen Herstellers fuhr. Schön und gut, dachte ich mir, kann ja ne Ausnahme sein, dass gerade dieser BMW-Fahrer ein Arschloch ist.
Als er mich dann schließlich doch noch überholte, konnte ich sein Nummernschild erkennen.HAS. Es war so klar. Drei Buchstaben: Hirsch-Am-Steuer. Oder auch Hirn-Am-Suchen.
Das konnte dann doch kein Zufall mehr sein...
Als ich auf dem Weg zum Parkplatz war (noch vor obiger Geschichte), schien die Sonne wunderbar vom Himmel herab und es ging ein leichter Wind. Es duftete nach frischem, feuchtem Herbstlaub, nach Sonne, nach Gras.
Und komischerweise war das der gleiche Geruch, wie anfang März. Genau so. Sofort viel mit ein Tag wieder ein, an dem ich den gleichen Duft in der Nase hatte, wie heute. Ich wusste jede Kleinigkeit wieder, die an diesem Tag passiert ist. Mit wem ich zusammen war. Wo. Was ich den Tag über gemacht hatte. Sogar einzelne Gesprächsteile fielen mir wieder ein.
Ein komisches Gefühl. Aber ein Schönes. Man bekommt fast den Eindruck, dass das Jahr symmetrisch verläuft. Jeden Tag erlebt man zwei Mal. Aber jedes Mal macht man etwas anderes daraus. Nur die Gegebenheiten bleiben die gleichen. Die Luft, die Sonne, die Gerüche...
Und noch etwas ist mir heute aufgefallen.
Es kann mir noch so schlecht gehen, sobald ich einen Buchladen betrete, fühle ich mich sicher und gut aufgehoben. Als wären lauter gute Bekannte um einen herum und es könne einem dadurch nichts passieren. Wenn man dann ein Buch aufschlägt, lädt einen dieser Bekannte zu einem interessanten, lustigen, dramatischen, traurigen, wie auch immer gearteten Dialog ein.
Eine schöne Vorstellung, finde ich.
Wenn ich eine Idee zu einem Text habe, reicht es grad mal für eine, maximal zwei Seiten. Mehr nicht. Dann gehen mir die Worte aus. Das, was ich erzählen wollte, habe ich gesagt und fertig. Aber leider sieht die Geschichte in meinem Kopf ganz anders aus, als auf dem Papier. Viel plastischer. Ich kann manche Situationen genau nachfühlen, weiß genau, wie die Luft riecht, wie warm sich die Sonne anfühlt und wie stark der Wind bläst. Wenn ich dann meinen Text lese, ist davon nichts mehr da. So lang ist doch der Weg von meinem Hirn zu meiner Hand gar nicht, dass das alles da verloren gehen kann! Wo bleiben die Gerüche, Geräusche, Lichtstimmungen und Gefühle, wenn sie nicht auf dem Papier landen?
Und sollte es dann doch mal so weit kommen, dass ich etwas schreibe, bei dem man nachfühlen kann (na gut, könnte...), was ich meine, muss es mir vorher erst richtig schlecht gehen, damit es funktioniert. Schreiben kann ich nur, wenn ich mies drauf bin.
Wie machen das Schriftsteller?
Sind die ein halbes Jahr lang stinkstiefelig, nur damit ein gutes Buch bei rum kommt?
Kann doch nicht sein...
Außerdem müsste ich dann schon mehrere Pulitzerpreise und mindestens einen Literaturnobelpreis im Regal stehen haben, wenn sich die Qualität eines Romanes mit der düsteren Stimmung des Autors oder der Autorin steigert...
Apropos:
Es gibt ja verschiedene Arten von Autofahrern. Manche Leute sagen, dass es am Fabrikat, andere wiederum behaupten am Nummernschild erkennbar sei, wie man den Vorder- oder Hintermann und dessen Fahrstil einzuordnen habe.
Ich versuche weitestgehend frei von Vorurteilen zu sein. Auch bei diesem Thema, aber heute war bei mir echt die Grenze erreicht.
Autobahn.
Die rechte Spur voll mit LKWs. Daher fahre ich auf der Linken. Hinter mir ein Zeitgenosse der ungeduldigen Art.
Nicht genug, dass er so nah auffährt, dass er mit Sicherheit ablesen kann, was mein Tacho anzeigt, nein, der gute Mann muss natürlich noch den Beweis liefern, dass auch sein Automobil mit Scheinwerfern ausgestattet ist. Die allseits bekannte Lichthupe kommt zum Einsatz.
Ich lass mir das ein Mal gefallen, auch ein zweites und drittes Mal. Aber als er zum vierten Mal beinahe in meinen Kofferraum fährt und ich kurz davor bin, voll in die Eisen zu steigen und ihm die Meinung zu geigen, was ich natürlich unterlasse, weil: Autobahn; da ist das Maß dann voll und ich tue etwas, was ich noch nie in meinem Leben während des Autofahrens getan habe.
Ich zeige ihm den Effenberg! - Wie bei allen, die das tun, stellt sich bei mir ein wohliges Gefühl der Überlegenheit ein. Ich hab es ihm so richtig gezeigt. Jawohl! Ha haa, wäre ja noch schöner, wenn man sich alles gefallen ließe! Wo sind wir denn?
Aber um zum eigentlichen Thema zurück zu kehren: Bereits beim Blick in den Rückspiegel konnte ich erkennen, dass mein Hintermann einen Wagen eines Bayerischen Herstellers fuhr. Schön und gut, dachte ich mir, kann ja ne Ausnahme sein, dass gerade dieser BMW-Fahrer ein Arschloch ist.
Als er mich dann schließlich doch noch überholte, konnte ich sein Nummernschild erkennen.HAS. Es war so klar. Drei Buchstaben: Hirsch-Am-Steuer. Oder auch Hirn-Am-Suchen.
Das konnte dann doch kein Zufall mehr sein...
Als ich auf dem Weg zum Parkplatz war (noch vor obiger Geschichte), schien die Sonne wunderbar vom Himmel herab und es ging ein leichter Wind. Es duftete nach frischem, feuchtem Herbstlaub, nach Sonne, nach Gras.
Und komischerweise war das der gleiche Geruch, wie anfang März. Genau so. Sofort viel mit ein Tag wieder ein, an dem ich den gleichen Duft in der Nase hatte, wie heute. Ich wusste jede Kleinigkeit wieder, die an diesem Tag passiert ist. Mit wem ich zusammen war. Wo. Was ich den Tag über gemacht hatte. Sogar einzelne Gesprächsteile fielen mir wieder ein.
Ein komisches Gefühl. Aber ein Schönes. Man bekommt fast den Eindruck, dass das Jahr symmetrisch verläuft. Jeden Tag erlebt man zwei Mal. Aber jedes Mal macht man etwas anderes daraus. Nur die Gegebenheiten bleiben die gleichen. Die Luft, die Sonne, die Gerüche...
Und noch etwas ist mir heute aufgefallen.
Es kann mir noch so schlecht gehen, sobald ich einen Buchladen betrete, fühle ich mich sicher und gut aufgehoben. Als wären lauter gute Bekannte um einen herum und es könne einem dadurch nichts passieren. Wenn man dann ein Buch aufschlägt, lädt einen dieser Bekannte zu einem interessanten, lustigen, dramatischen, traurigen, wie auch immer gearteten Dialog ein.
Eine schöne Vorstellung, finde ich.
Sonntag, 30. September 2007
...wie Öl...
Schönstes Kompliment seit laaanger Zeit:
"Du tust mir gut!"
Reaktion meinerseits:
ein langes und breites Grinsen. ;-)
"Du tust mir gut!"
Reaktion meinerseits:
ein langes und breites Grinsen. ;-)
Samstag, 29. September 2007
"dann nehm ich noch ´n Latte Macchiato"
Das nenn ich doch mal Nervenkitzel pur.
Ein erstes Treffen mit einem netten jungen Mann, das sich zu einem fast siebenstündigen (man kann fast sagen) Date entwickelt und mit einem wunderschönen Abend endet.
Ich hatte schon lange keinen so schönen Tag mehr.
Dabei ging es mir die letzten zwei Tage eher miserabel.
Was eine schöne Begegnung alles bewirken kann...
Herrlisch...
Und es wird nicht die Letzte gewesen sein, darüber waren wir uns beide einig.
Isch wusste doch, datt isch den Dialekt nitt umsons jelernt hab ;-)
Es lohnt sich halt doch, wenn man Fremdsprachen einigermaßen beherrscht.
Ein erstes Treffen mit einem netten jungen Mann, das sich zu einem fast siebenstündigen (man kann fast sagen) Date entwickelt und mit einem wunderschönen Abend endet.
Ich hatte schon lange keinen so schönen Tag mehr.
Dabei ging es mir die letzten zwei Tage eher miserabel.
Was eine schöne Begegnung alles bewirken kann...
Herrlisch...
Und es wird nicht die Letzte gewesen sein, darüber waren wir uns beide einig.
Isch wusste doch, datt isch den Dialekt nitt umsons jelernt hab ;-)
Es lohnt sich halt doch, wenn man Fremdsprachen einigermaßen beherrscht.
Mittwoch, 26. September 2007
Geburtstagsphobie und Knoblauchgeruch
Manchmal tut man Dinge, für die man sich später in den Hintern beißen könnte (hier sei mein Neid auf die Lebewesen angesprochen, die das tatsächlich können!).
Man verbringt einen Abend in einem drittklassigen Griechen mit 14 Leuten, die man vorher noch nie gesehen hat und zu denen man den ganzen Abend über keinen wirklichen Draht finden wird, zahlt für das mehr als mäßige Essen zu viel, traut sich nicht, dem Kellner bei der Frage "War alles in Ordnung?" die Wahrheit zu sagen, sondern sagt lieb und nett "Ja, war alles in Ordnung!", und geht dann schlecht gelaunt und ein wenig enttäuscht von sich und dem Abend nach Hause.
Dort trifft man auf die Jungs, die gutgelaunt und heiter das Wohnzimmer umgeräumt haben, was echt stark aussieht, die sich einen netten Abend bei Pfannkuchen und Apfelmuß gemacht haben und denkt sich den simpsonschen Leitspruch "Nein!".
Wäre ich doch bloß zuhause geblieben!
Stattdessen quäl ich mich mehr schlecht als recht durch einen Abend, der mir nichts gebracht hat, außer schlechter Stimmung und weniger Kohle im Geldbeutel. UND Knoblauchgeruch.
Wie soll man bei solchen Erlebnissen bei guter Laune bleiben, frage ich mich.
Dazu kommt das Wissen um den schlimmsten Tag des Jahres, der immer näher rückt.
Wie schaffen es manche Leute nur, dass sie sogar ihren Geburtstag feiern?
Mich reißt dieser Tag jedes Jahr in ein tiefes Loch aus Selbstzweifeln, unbeantwortbaren Fragen an die Welt und dem Gefühl, noch nie so überflüssig gewesen zu sein, wie an diesem Tag.
Dabei habe ich mir vor nicht all zu langer Zeit vorgenommen, dass dieser Geburtstag ein richtiger Geburtstag wird. Eine Art "Feier der Wiedergeburt" sozusagen.
Aber mir graut schon jetzt vor den Glückwünschen per Handy, Telefon, E-mail oder gar persönlich...
Immer wieder versuche ich mir zu sagen "Dieses Jahr wird es anders. Dieses Jahr wird es besser.", aber schon jetzt weiß ich, dass ich aufwachen werde und der erste Gedanke sein wird "Warum bin ich bloß aufgewacht..." und der gesamte Tag wird durchsetzt sein vom Drang, weg zu laufen. Einfach zu davon zu rennen und alleine zu sein. Meinetwegen auch heulen zu können. Aber wie soll man der ach so lieben Verwandtschaft klar machen, dass man nicht vor Rührung heult, sondern weil einem der ganze Tag auf den Wecker fällt?
Vielleicht hängt meine Abneigung gegen den eigenen Geburtstag damit zusammen, dass dieser Tag bei uns bei keinem etwas Besonderes ist, sondern jeder Geburtstag gleich ist. Es kommen immer die gleichen Leute, der Ablauf ist immer derselbe und was spezielle Verwandte angeht, sind sogar die Geschenke im großen und ganzen immer gleich.
Was hätte ich mal bock auf ´nen richtig kindischen Geburtstag. Mit einer riesigen Torte, mit blödeligen Kinderspielen und mit den Leuten, die ich dabei haben möchte. Ohne Geschenke.
Wär das schön...
Vielleicht sollte ich mir diese Vorstellung bewahren und mir dann in Erinnerung rufen, wenn ich grad wieder bei Kaffee und Kuchen gelöchert werde, ob ich denn in Erlangen einen Freund habe und wie denn das Studium so sei, wie man sich denn so fühlt, mit 21...Das werden wohl die einzigen Fragen sein, die mir an diesem Nachmittag gestellt werden. Wie oft habe ich mir schon den Mut gewünscht, ihnen einen Schreck einzujagen und zu sagen "Wieso Freund? - Ich hab ne Freundin und wir sind seit nem Jahr zusammen, das Studium hab ich abgebrochen und Dank der Drogen, die ich vorhin eingeworfen habe, geht es mir blendend. - Noch Fragen?".
Aber es wird bei den üblichen Antworten bleiben: Kein Freund, ihwo, ich brauch keinen, ihr habt ja Recht, allein ist alles viel leichter, man erspart sich so viel Ärger, ja ja, Studium ist toll, man fühlt sich wie immer, nur älter..."
Und den Rest der Zeit werden die Anwesenden damit verbringen über nicht anwesende Familienmitglieder zu lästern, über Geldprobleme zu diskutieren, sich über nervige Nachbarn oder Gartenfreunde zu streiten und sich gegenseitig anzugiften.
Ja ja. Hoch lebe mein Ehrentag!
Da wünscht man sich wirklich, dass man doch zu den Leuten zählt, die Alkohol trinken. Da könnte man sich wenigstens einen ansaufen. Aber ne, Alkohol is pfui-bä...und außerdem auch keine Lösung, denn einen Brummschädel ist die ganze Angelegenheit dann auch nicht wert.
Zur Sicherheit sollte ich mir aber trotzdem ein Trostpflaster besorgen, das so gut wie immer hilft, wenn auch nur lindernd und nicht heilend, die Geheimwaffe schlechthin:
Kaffee-Schokolade. Oben weiß, unten schwarz.
Scheiß auf das schlechte Gewissen...
Mir fällt auf, dass ich schon wieder nur die schlechten Dinge erzähle. Das muss sich ändern. Darum zum Schluss noch eine schöne Sache, die sich eventuell zu einer noch schöneren entwickeln könnte.
Denn wie es das Schicksal so will, hab ich jemanden kennen gelernt und wir treffen uns am Wochenende und verbringen einen schönen Tag miteinander.
Die Aufregung steigt ;-)
Man verbringt einen Abend in einem drittklassigen Griechen mit 14 Leuten, die man vorher noch nie gesehen hat und zu denen man den ganzen Abend über keinen wirklichen Draht finden wird, zahlt für das mehr als mäßige Essen zu viel, traut sich nicht, dem Kellner bei der Frage "War alles in Ordnung?" die Wahrheit zu sagen, sondern sagt lieb und nett "Ja, war alles in Ordnung!", und geht dann schlecht gelaunt und ein wenig enttäuscht von sich und dem Abend nach Hause.
Dort trifft man auf die Jungs, die gutgelaunt und heiter das Wohnzimmer umgeräumt haben, was echt stark aussieht, die sich einen netten Abend bei Pfannkuchen und Apfelmuß gemacht haben und denkt sich den simpsonschen Leitspruch "Nein!".
Wäre ich doch bloß zuhause geblieben!
Stattdessen quäl ich mich mehr schlecht als recht durch einen Abend, der mir nichts gebracht hat, außer schlechter Stimmung und weniger Kohle im Geldbeutel. UND Knoblauchgeruch.
Wie soll man bei solchen Erlebnissen bei guter Laune bleiben, frage ich mich.
Dazu kommt das Wissen um den schlimmsten Tag des Jahres, der immer näher rückt.
Wie schaffen es manche Leute nur, dass sie sogar ihren Geburtstag feiern?
Mich reißt dieser Tag jedes Jahr in ein tiefes Loch aus Selbstzweifeln, unbeantwortbaren Fragen an die Welt und dem Gefühl, noch nie so überflüssig gewesen zu sein, wie an diesem Tag.
Dabei habe ich mir vor nicht all zu langer Zeit vorgenommen, dass dieser Geburtstag ein richtiger Geburtstag wird. Eine Art "Feier der Wiedergeburt" sozusagen.
Aber mir graut schon jetzt vor den Glückwünschen per Handy, Telefon, E-mail oder gar persönlich...
Immer wieder versuche ich mir zu sagen "Dieses Jahr wird es anders. Dieses Jahr wird es besser.", aber schon jetzt weiß ich, dass ich aufwachen werde und der erste Gedanke sein wird "Warum bin ich bloß aufgewacht..." und der gesamte Tag wird durchsetzt sein vom Drang, weg zu laufen. Einfach zu davon zu rennen und alleine zu sein. Meinetwegen auch heulen zu können. Aber wie soll man der ach so lieben Verwandtschaft klar machen, dass man nicht vor Rührung heult, sondern weil einem der ganze Tag auf den Wecker fällt?
Vielleicht hängt meine Abneigung gegen den eigenen Geburtstag damit zusammen, dass dieser Tag bei uns bei keinem etwas Besonderes ist, sondern jeder Geburtstag gleich ist. Es kommen immer die gleichen Leute, der Ablauf ist immer derselbe und was spezielle Verwandte angeht, sind sogar die Geschenke im großen und ganzen immer gleich.
Was hätte ich mal bock auf ´nen richtig kindischen Geburtstag. Mit einer riesigen Torte, mit blödeligen Kinderspielen und mit den Leuten, die ich dabei haben möchte. Ohne Geschenke.
Wär das schön...
Vielleicht sollte ich mir diese Vorstellung bewahren und mir dann in Erinnerung rufen, wenn ich grad wieder bei Kaffee und Kuchen gelöchert werde, ob ich denn in Erlangen einen Freund habe und wie denn das Studium so sei, wie man sich denn so fühlt, mit 21...Das werden wohl die einzigen Fragen sein, die mir an diesem Nachmittag gestellt werden. Wie oft habe ich mir schon den Mut gewünscht, ihnen einen Schreck einzujagen und zu sagen "Wieso Freund? - Ich hab ne Freundin und wir sind seit nem Jahr zusammen, das Studium hab ich abgebrochen und Dank der Drogen, die ich vorhin eingeworfen habe, geht es mir blendend. - Noch Fragen?".
Aber es wird bei den üblichen Antworten bleiben: Kein Freund, ihwo, ich brauch keinen, ihr habt ja Recht, allein ist alles viel leichter, man erspart sich so viel Ärger, ja ja, Studium ist toll, man fühlt sich wie immer, nur älter..."
Und den Rest der Zeit werden die Anwesenden damit verbringen über nicht anwesende Familienmitglieder zu lästern, über Geldprobleme zu diskutieren, sich über nervige Nachbarn oder Gartenfreunde zu streiten und sich gegenseitig anzugiften.
Ja ja. Hoch lebe mein Ehrentag!
Da wünscht man sich wirklich, dass man doch zu den Leuten zählt, die Alkohol trinken. Da könnte man sich wenigstens einen ansaufen. Aber ne, Alkohol is pfui-bä...und außerdem auch keine Lösung, denn einen Brummschädel ist die ganze Angelegenheit dann auch nicht wert.
Zur Sicherheit sollte ich mir aber trotzdem ein Trostpflaster besorgen, das so gut wie immer hilft, wenn auch nur lindernd und nicht heilend, die Geheimwaffe schlechthin:
Kaffee-Schokolade. Oben weiß, unten schwarz.
Scheiß auf das schlechte Gewissen...
Mir fällt auf, dass ich schon wieder nur die schlechten Dinge erzähle. Das muss sich ändern. Darum zum Schluss noch eine schöne Sache, die sich eventuell zu einer noch schöneren entwickeln könnte.
Denn wie es das Schicksal so will, hab ich jemanden kennen gelernt und wir treffen uns am Wochenende und verbringen einen schönen Tag miteinander.
Die Aufregung steigt ;-)
Montag, 24. September 2007
Fortschritt! - Die Natur als Metapher
Ich habe es tatsächlich getan!
Ich habe nicht den Kopf in den Sand gesteckt und mich in mein Zimmer verkrochen, nein, ich habe JA gesagt!
Am Samstag ist es passiert.
Positiv war ja schon mal, dass ich mich zum Essen nicht verzogen, sondern mich zu den Jungs ins Wohnzimmer gehockt habe.
Ich sah ihnen beim Kickern zu und aß genüsslich (und erstaunlicherweise viel langsamer als sonst) meinen Salat.
Dann kam der dritte Kerl dazu und es wurde beratschlagt, was nun zu tun sei. Poker wurde angesprochen und mir wurde die Ehre zu teil, gefragt zu werden, ob ich Lust hätte, das Spiel zu lernen. Ich (!) wurde gefragt (!), ob ich mit ihnen was machen wolle! - Ein Wunder!
Zu meinem größtmöglichen Erstaunen willigte ich ein. Keine Ahnung, wie das Spiel funktioniert, innerlich vor Aufregung kurz vorm Implodieren war meine Antwort "Ja, klar, wenn du mir erklärst, wie´s geht? - Braucht man da viel Hirn?".
Ende vom Lied war, dass wir eineinhalb Runden gepokert haben, ich nicht mal schlecht war und danach noch gekickert wurde. Ich habe sie sogar mal zum Lachen gebracht und mit ihnen geredet! Langsam werde ich mir selbst unheimlich. Ich taue auf. Jetzt, da der Winter naht und die Sonne langsam in Teilzeit geht, taue ich auf.
Versteh einer die Stinas dieser Welt...
Als ich dann gestern gegen abend im Schloßgarten saß, mit Tee und Milchbrötchen bewaffnet, sah ich vor mir eine Metapher für das Gefühl, das mich manchmal beschleicht, wenn es mir ... na ja sagen wir "suboptimal" geht.
Da steht nämlich ein abgestorbener Baum. Er hat keine Äste mehr, kaum noch Rinde. Eigentlich ist es nur noch ein Stamm, der in die Höhe ragt. Er ist ziemlich tot. Und um ihn herum sind lauter andere Bäume, die allerdings leben. Selbst wenn die Blätter nun gelb und braun werden, langsam abfallen und der Herbst deutlich zu erkennen ist, sie leben. Aber der Stamm steht einfach nur da. Nichts an ihm verändert sich. Er bleibt wie er ist. Tot. Leblos.
So wie der Stamm, fühle ich mich auch manchmal.
Um einen herum findet das Leben statt. Alles verändert sich. Manchmal langsam, fast unkenntlich, dann wieder schneller. Aber man selbst steht einfach nur da. Nichts tut sich. Man gehört offensichtlich nicht dazu. Ist ein Außenseiter.
Aber anders als der Baum, kann ich an meiner Lage etwas ändern.
So wie am Samstag. An meinem Stamm tat sich etwas. Ein kleines, grünes Blatt, hat sich vorsichtig ans Licht geschoben, wenn man so will.
Ich bin nicht dazu verdammt, auf ewig nur ein Stamm zu sein, sondern ich kann immer noch und immer wieder zu einem großen, kräftigen (immerhin zwei Dinge, die ich schon erfülle) und lebendigen Baum werden, der allen Winden trotzt und der als Sinnbild des Lebens herhalten kann. Ich kann immer noch dafür sorgen, dass bei mir endlich der Frühling einsetzt. Ich kann meine Wurzeln ausbreiten und in der Erde verankern und gleichzeitig meine Äste zum Himmel strecken und wachsen.
Ich kann leben.
Und das zu wissen, fühlt sich irgendwie gut an.
Ich habe nicht den Kopf in den Sand gesteckt und mich in mein Zimmer verkrochen, nein, ich habe JA gesagt!
Am Samstag ist es passiert.
Positiv war ja schon mal, dass ich mich zum Essen nicht verzogen, sondern mich zu den Jungs ins Wohnzimmer gehockt habe.
Ich sah ihnen beim Kickern zu und aß genüsslich (und erstaunlicherweise viel langsamer als sonst) meinen Salat.
Dann kam der dritte Kerl dazu und es wurde beratschlagt, was nun zu tun sei. Poker wurde angesprochen und mir wurde die Ehre zu teil, gefragt zu werden, ob ich Lust hätte, das Spiel zu lernen. Ich (!) wurde gefragt (!), ob ich mit ihnen was machen wolle! - Ein Wunder!
Zu meinem größtmöglichen Erstaunen willigte ich ein. Keine Ahnung, wie das Spiel funktioniert, innerlich vor Aufregung kurz vorm Implodieren war meine Antwort "Ja, klar, wenn du mir erklärst, wie´s geht? - Braucht man da viel Hirn?".
Ende vom Lied war, dass wir eineinhalb Runden gepokert haben, ich nicht mal schlecht war und danach noch gekickert wurde. Ich habe sie sogar mal zum Lachen gebracht und mit ihnen geredet! Langsam werde ich mir selbst unheimlich. Ich taue auf. Jetzt, da der Winter naht und die Sonne langsam in Teilzeit geht, taue ich auf.
Versteh einer die Stinas dieser Welt...
Als ich dann gestern gegen abend im Schloßgarten saß, mit Tee und Milchbrötchen bewaffnet, sah ich vor mir eine Metapher für das Gefühl, das mich manchmal beschleicht, wenn es mir ... na ja sagen wir "suboptimal" geht.
Da steht nämlich ein abgestorbener Baum. Er hat keine Äste mehr, kaum noch Rinde. Eigentlich ist es nur noch ein Stamm, der in die Höhe ragt. Er ist ziemlich tot. Und um ihn herum sind lauter andere Bäume, die allerdings leben. Selbst wenn die Blätter nun gelb und braun werden, langsam abfallen und der Herbst deutlich zu erkennen ist, sie leben. Aber der Stamm steht einfach nur da. Nichts an ihm verändert sich. Er bleibt wie er ist. Tot. Leblos.
So wie der Stamm, fühle ich mich auch manchmal.
Um einen herum findet das Leben statt. Alles verändert sich. Manchmal langsam, fast unkenntlich, dann wieder schneller. Aber man selbst steht einfach nur da. Nichts tut sich. Man gehört offensichtlich nicht dazu. Ist ein Außenseiter.
Aber anders als der Baum, kann ich an meiner Lage etwas ändern.
So wie am Samstag. An meinem Stamm tat sich etwas. Ein kleines, grünes Blatt, hat sich vorsichtig ans Licht geschoben, wenn man so will.
Ich bin nicht dazu verdammt, auf ewig nur ein Stamm zu sein, sondern ich kann immer noch und immer wieder zu einem großen, kräftigen (immerhin zwei Dinge, die ich schon erfülle) und lebendigen Baum werden, der allen Winden trotzt und der als Sinnbild des Lebens herhalten kann. Ich kann immer noch dafür sorgen, dass bei mir endlich der Frühling einsetzt. Ich kann meine Wurzeln ausbreiten und in der Erde verankern und gleichzeitig meine Äste zum Himmel strecken und wachsen.
Ich kann leben.
Und das zu wissen, fühlt sich irgendwie gut an.
Freitag, 21. September 2007
Grammatik und Gummibärchen
Nach dem frustrierenden Erlebnis in der sechsten Klasse, die sich gegenseitig mit grammatischen Begrifflichkeiten nur so bombardiert haben, habe ich nun endlich begonnen meine nie dagewesenen Kenntnisse aufzufrischen.
Und ich muss sagen:
Ich weiß wieder, warum ich Grammatik nie leiden konnte.
Zum Glück gibt es das schöne "Lexikon der Sprachwissenschaft", das einem diese Wesen aus einer anderen Welt erklärt bzw. erklären möchte, denn ohne meinen Duden könnte ich teilweise die Texte des Lexikons auch rückwärts lesen um genau so viel zu verstehen...
So langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich hier völlig fehl am Platze bin und es sich durchaus lohnen würde, noch mal in der fünften Klasse anzufangen und das alles mal ernst zu nehmen. Jetzt wüsste ich ja, was später mal wichtig sein würde (is das jetz Konjunktiv 1?).
Meine derzeitige Lektüre habe ich jedenfalls abgebrochen.
Kafka zu lesen, wenn man eh nicht gut drauf ist, tut einem nicht gerade gut, vor allem, wenn man das Schloß liest und merkt, dass man genau so wenig weiterkommt, wie K., der ebenfalls nicht vom Fleck kommt.
Dann lieber eine Runde Sudoku zwischendurch oder mit den Jungs, die sich vom gerade erstandenen Kicker losgerissen haben, Fußball kucken.
So lässt sich die Angst vorm kommenden Semester und den damit drohenden drei Hausarbeiten und diversen Klausuren ein bisschen zur Seite schieben.
Wenn gar nichts mehr hilft, dann greift man zur letzten aller Rettungsmöglichkeiten: Zucker. Der führt ja bekanntlich zur Ausschüttung von Glückshormonen (soweit überhaupt welche vorhanden sind) und in Form von Gummibärchen kann man sogar noch lustige Spiele nebenbei spielen. Wobei man sich dabei durchaus wie ein gewisser Monk vorkommt, wenn man die kleinen Pelztierchen an der Tischkante ausrichtet, nach Farben sortiert und von jedem die gleiche Anzahl verzehrt.
Apropos sortieren:
Da ich ja sonst nichts zu tun habe, außer über die Stolpersteine des Lebens zu grübeln, habe ich mal wieder mein Bücherregal sortiert. Die Autoren nach dem ABC und innerhalb des Autors noch mal die Werke alphabetisch geordnet. Dabei fiel mir auf, dass ich bei einigen Büchern schon gar nicht mehr weiß, worum es denn genau ging, sondern dass nur noch ein Gefühl übrig geblieben ist. Ein Gefühl, das die Geschichte in mir ausgelöst hat und das nun immer noch da ist.
Komisch so was.
Es gibt übrigens Menschen, die sich durch alles und von jedem angegriffen und provoziert fühlen.
Da reicht die kleinste Kleinigkeit und schon platzt die Bombe. Es besteht noch die Möglichkeit, dass diese Menschen sich auch gerne reden hören, was zu einer unschlagbaren Kombination führt.
Wenn dieser Mensch dann auch noch Lehrer ist, kann man lediglich hoffen, dass man keine Äußerung macht, auf die er anspringt.
Wobei...wenn schon ein zufällig aufgehängter Luftballon dazu führt, dass sich jemand dazu herausgefordert sieht, über die neuen erlanger Arcaden zu diskutieren und seine Meinung lang und breit kund zu tun...ich weiß ja nicht.
Und ich muss sagen:
Ich weiß wieder, warum ich Grammatik nie leiden konnte.
Zum Glück gibt es das schöne "Lexikon der Sprachwissenschaft", das einem diese Wesen aus einer anderen Welt erklärt bzw. erklären möchte, denn ohne meinen Duden könnte ich teilweise die Texte des Lexikons auch rückwärts lesen um genau so viel zu verstehen...
So langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich hier völlig fehl am Platze bin und es sich durchaus lohnen würde, noch mal in der fünften Klasse anzufangen und das alles mal ernst zu nehmen. Jetzt wüsste ich ja, was später mal wichtig sein würde (is das jetz Konjunktiv 1?).
Meine derzeitige Lektüre habe ich jedenfalls abgebrochen.
Kafka zu lesen, wenn man eh nicht gut drauf ist, tut einem nicht gerade gut, vor allem, wenn man das Schloß liest und merkt, dass man genau so wenig weiterkommt, wie K., der ebenfalls nicht vom Fleck kommt.
Dann lieber eine Runde Sudoku zwischendurch oder mit den Jungs, die sich vom gerade erstandenen Kicker losgerissen haben, Fußball kucken.
So lässt sich die Angst vorm kommenden Semester und den damit drohenden drei Hausarbeiten und diversen Klausuren ein bisschen zur Seite schieben.
Wenn gar nichts mehr hilft, dann greift man zur letzten aller Rettungsmöglichkeiten: Zucker. Der führt ja bekanntlich zur Ausschüttung von Glückshormonen (soweit überhaupt welche vorhanden sind) und in Form von Gummibärchen kann man sogar noch lustige Spiele nebenbei spielen. Wobei man sich dabei durchaus wie ein gewisser Monk vorkommt, wenn man die kleinen Pelztierchen an der Tischkante ausrichtet, nach Farben sortiert und von jedem die gleiche Anzahl verzehrt.
Apropos sortieren:
Da ich ja sonst nichts zu tun habe, außer über die Stolpersteine des Lebens zu grübeln, habe ich mal wieder mein Bücherregal sortiert. Die Autoren nach dem ABC und innerhalb des Autors noch mal die Werke alphabetisch geordnet. Dabei fiel mir auf, dass ich bei einigen Büchern schon gar nicht mehr weiß, worum es denn genau ging, sondern dass nur noch ein Gefühl übrig geblieben ist. Ein Gefühl, das die Geschichte in mir ausgelöst hat und das nun immer noch da ist.
Komisch so was.
Es gibt übrigens Menschen, die sich durch alles und von jedem angegriffen und provoziert fühlen.
Da reicht die kleinste Kleinigkeit und schon platzt die Bombe. Es besteht noch die Möglichkeit, dass diese Menschen sich auch gerne reden hören, was zu einer unschlagbaren Kombination führt.
Wenn dieser Mensch dann auch noch Lehrer ist, kann man lediglich hoffen, dass man keine Äußerung macht, auf die er anspringt.
Wobei...wenn schon ein zufällig aufgehängter Luftballon dazu führt, dass sich jemand dazu herausgefordert sieht, über die neuen erlanger Arcaden zu diskutieren und seine Meinung lang und breit kund zu tun...ich weiß ja nicht.
Mittwoch, 19. September 2007
Pärchenfrust und Hühnchen süß-sauer
Da hat man einen nervigen Tag hinter sich, hockt in der Unibib und versucht sich an netten Mails im Studivz einigermaßen hochzuziehen und was passiert?
Schräg vor einem hockt ein Paar gemeinsam an einem Computer, begrüßt sich mit stundenlangen Küssen, tauscht die brav auswendig gelernten Kosenamen aus und wenn er nicht aufpasst, sind sie bald Eltern...
Da soll man als melancholisch veranlagter Mensch nicht die Krise kriegen.
Lange halte ich das hier sicher nicht mehr aus.
Dazu kommen ein platter Hinterreifen und sechs Stunden langweiliger Unterricht. Der wenige Optimismus der letzten Tage geht grad wieder stark gegen Null.
Der Kühlschrank gähnt einem mit leerem Bauch "Versuch´s doch wo anders!" entgegen und man ist wieder der einsamste Mensch der Welt. Das gewählte Studium ist die falscheste Entscheidung, die ein Mensch nur treffen kann, falls es den Superlativ überhaupt gibt. Sechstklässler beherrschen im Gegensatz zur eigenen Person die deutsche Grammatik mit ihren Begrifflichkeiten perfekt und dem Rücken gings auch schon mal besser.
Dabei hatte ich gestern noch den Eindruck, den Grund für meinen Motivationsmangel hinsichtlich des Studiums zu kennen: Ich hatte einfach das Ziel, für das ich lerne, aus den Augen verloren. Das Lehrerleben, das Arbeiten mit (kleinen) Menschen.
Und heute ist es mir wieder alles zu viel und überhaupt ist alles scheiße und warum noch weitermachen, wenn ich es doch sowieso nicht schaffe, wer braucht mich denn, die Welt sicher nicht, also weshalb noch bleiben, es ist alles so viel, zu viel, vor allem für mich, ein andrer könnt es besser, warum nicht einfach die Delete-Taste drücken und weg bin ich und all das was dazu gehört, so viel isses ja nich, und so weiter und so fort...
Entweder brauche ich demnächst verdammt gute Drogen oder jemanden, der mich auf Knopfdruck einfach mal in den Arm nimmt und mir sagt "Halt die Klappe und genieß es, dass es dich gibt, dass es die Welt gibt und dass ihr euch glücklicherweise auch noch getroffen habt" - und ich müsste das auch noch glauben können.
Oh man, man kann sich mittlerweile doch so vieles kaufen, warum nicht auch das Gefühl der inneren Ausgeglichenheit und Zufriedenheit mit sich selbst? - Die Marktlücke hat noch keiner entdeckt, zumindest weiß ich nichts davon. Selbst wenn, es wäre sicher nicht für Leute meiner "Gehaltsklasse" erschwinglich...
Der einzige Lichtblick des Tages war (neben dem Besuch einer Freundin) das Mittagessen. Mit dem Vorsatz, etwas zu essen, was ich noch nie beim Thai gegessen habe, ging ich los. - Mit Hühnchen süß-sauer kam ich zurück. Wieder kein Erfolg.
Gut war´s trotzdem und ich konnte mich wenigstens darüber freuen, dass ich noch mit Stäbchen essen kann.
Dann allerdings liest man was über Binge Eating Disorder, erkennt sich in einigen Punkten wieder und ist gleich doppelt frustriert.
Toll.
Und jetzt?
Morgen noch mal drei Stunden Schule.
Freitag vier Stunden.
Wochenende.
Wochenbeginn mit Ausheulen bei der Psychotante, was natürlich dazu führen wird, dass es mir den ganzen Tag schlecht geht. Super.
Ich liebe mein Leben.
Was hat Onkel Walt nur geraucht, als er den gestrigen Text geschrieben hat?
Manchmal denk ich mir, das Leben wäre viel angenehmer, wenn man blöd wäre. Also richtig blöd. (Was nicht heißen soll, dass ich mich als intelligent bezeichnen würde!)
Dann würde man wahrscheinlich nicht mehr so viel über alles nachdenken und sich fragen ob dies oder das richtig ist oder nicht.
Es wäre so viel einfacher.
Schräg vor einem hockt ein Paar gemeinsam an einem Computer, begrüßt sich mit stundenlangen Küssen, tauscht die brav auswendig gelernten Kosenamen aus und wenn er nicht aufpasst, sind sie bald Eltern...
Da soll man als melancholisch veranlagter Mensch nicht die Krise kriegen.
Lange halte ich das hier sicher nicht mehr aus.
Dazu kommen ein platter Hinterreifen und sechs Stunden langweiliger Unterricht. Der wenige Optimismus der letzten Tage geht grad wieder stark gegen Null.
Der Kühlschrank gähnt einem mit leerem Bauch "Versuch´s doch wo anders!" entgegen und man ist wieder der einsamste Mensch der Welt. Das gewählte Studium ist die falscheste Entscheidung, die ein Mensch nur treffen kann, falls es den Superlativ überhaupt gibt. Sechstklässler beherrschen im Gegensatz zur eigenen Person die deutsche Grammatik mit ihren Begrifflichkeiten perfekt und dem Rücken gings auch schon mal besser.
Dabei hatte ich gestern noch den Eindruck, den Grund für meinen Motivationsmangel hinsichtlich des Studiums zu kennen: Ich hatte einfach das Ziel, für das ich lerne, aus den Augen verloren. Das Lehrerleben, das Arbeiten mit (kleinen) Menschen.
Und heute ist es mir wieder alles zu viel und überhaupt ist alles scheiße und warum noch weitermachen, wenn ich es doch sowieso nicht schaffe, wer braucht mich denn, die Welt sicher nicht, also weshalb noch bleiben, es ist alles so viel, zu viel, vor allem für mich, ein andrer könnt es besser, warum nicht einfach die Delete-Taste drücken und weg bin ich und all das was dazu gehört, so viel isses ja nich, und so weiter und so fort...
Entweder brauche ich demnächst verdammt gute Drogen oder jemanden, der mich auf Knopfdruck einfach mal in den Arm nimmt und mir sagt "Halt die Klappe und genieß es, dass es dich gibt, dass es die Welt gibt und dass ihr euch glücklicherweise auch noch getroffen habt" - und ich müsste das auch noch glauben können.
Oh man, man kann sich mittlerweile doch so vieles kaufen, warum nicht auch das Gefühl der inneren Ausgeglichenheit und Zufriedenheit mit sich selbst? - Die Marktlücke hat noch keiner entdeckt, zumindest weiß ich nichts davon. Selbst wenn, es wäre sicher nicht für Leute meiner "Gehaltsklasse" erschwinglich...
Der einzige Lichtblick des Tages war (neben dem Besuch einer Freundin) das Mittagessen. Mit dem Vorsatz, etwas zu essen, was ich noch nie beim Thai gegessen habe, ging ich los. - Mit Hühnchen süß-sauer kam ich zurück. Wieder kein Erfolg.
Gut war´s trotzdem und ich konnte mich wenigstens darüber freuen, dass ich noch mit Stäbchen essen kann.
Dann allerdings liest man was über Binge Eating Disorder, erkennt sich in einigen Punkten wieder und ist gleich doppelt frustriert.
Toll.
Und jetzt?
Morgen noch mal drei Stunden Schule.
Freitag vier Stunden.
Wochenende.
Wochenbeginn mit Ausheulen bei der Psychotante, was natürlich dazu führen wird, dass es mir den ganzen Tag schlecht geht. Super.
Ich liebe mein Leben.
Was hat Onkel Walt nur geraucht, als er den gestrigen Text geschrieben hat?
Manchmal denk ich mir, das Leben wäre viel angenehmer, wenn man blöd wäre. Also richtig blöd. (Was nicht heißen soll, dass ich mich als intelligent bezeichnen würde!)
Dann würde man wahrscheinlich nicht mehr so viel über alles nachdenken und sich fragen ob dies oder das richtig ist oder nicht.
Es wäre so viel einfacher.
Dienstag, 18. September 2007
Hm...komisch...
Werden Lehrer mit der Zeit auch von ihrer Einstellung gegenüber Schülern her "alt"?
Oder habe ich einfach nur zu idealistische Ansichten darüber, wie man mit Kindern umgehen sollte?
Klar, durchzugreifen ist kein Verbrechen und muss sicherlich bei der ein oder anderen Klasse, dem ein oder anderen Kind sein, aber wenn folgende Szene abläuft?
Lehrer steht mit Praktikantin im Gang, weil Lehrer die Klasse nur als Vertretung hat und die Kiddings 20 Minuten für ihre Hausaufgaben nutzen können, und unterhält sich mit ihr über den Beruf Lehrer. Schüler öffnet vorsichtig die Tür, tritt auf den Gang und sagt freundlich und fast zurückhaltend "Ich wollt nur mal aufs Klo."
Wäre ich in diesem Moment "weisungsbefugt" (*g*) gewesen, hätte ich gesagt "Is in Ordnung.", denn der Schüler hat sich ja abgemeldet und da kein wichtiger Unterricht ist (nur Hausaufgaben), ist das auch nicht so schlimm, wenn er mal kurz raus geht, außerdem: wenn er denn muss...
Lehrer allerdings lässt ihn nicht gehen. Er fühlt sich durch den Satz "Ich wollt nur mal aufs Klo." in seiner Autorität angegriffen, hält dem Schüler eine Standpauke, dass er gefälligst zu fragen hat, ob er überhaupt aufs Klo darf, dass das keine Selbstverständlichkeit sei, dass er, der Lehrer, hier der "Chef" sei und er jetzt eben nicht aufs Klo gehen wird, sondern zurück in die Klasse.
Zwei Minuten später kommen zwei Mädels (zwei!), fragen, ob sie mal aufs Klo dürfen und DÜRFEN dann tatsächlich gehen. Beide gleichzeitig.
Hm...komisch oder?
Dazu kommt, dass der gleiche Junge von vorher es noch einmal versucht, diesmal mit einer höflich gestellten Frage, aber der Lehrer lehnt wieder ab.
Es folgen kurz aufeinander zwei Gruppen von je vier Mädels, die fragen, ob sie gehen dürfen und die die Erlaubnis erhalten.
Darf man da als Praktikantin fragen, warum das so läuft? - Ich jedenfalls war mächtig verwirrt und mir tat der Junge schon fast leid.
Wahrscheinlich gibt es einfach Lehrer, die mit Jüngeren weniger gut und mit Älteren besser klar kommen und umgekehrt.
Das fällt einem besonders auf, wenn jemand selbst sehr viel redet, die Schüler aber nach zwei Worten in ihrem Satz schon unterbrochen werden. Als Schüler hätte ich da nach ner Weile keinen Bock mehr, was zu sagen, weil´s ja eh nicht angehört wird.
Es steht jetzt auch fest, dass ich keinen Unterricht halten werde.
Blöd, aber mittlerweile würd ich sogar fast gerne mal.
Nur mal so ne kleine Einführungsstunde zu einem Thema oder so...
Aber ich hab ja noch eine Woche O-Praktikum zu machen. Zwar weiß ich noch nicht wo, doch findet sich sicherlich auch noch was.
Woran ich mich erst wieder gewöhnen muss, ist das frühe Aufstehen. Das verlernt man irgendwie mit der Zeit.
Seit kurzer Zeit weiß ich, warum mir Faust bisher nicht gefallen hat.
Ich hab ihn mit der falschen Haltung gelesen.
Denn wenn man sich die Geschichte des Dr. F. nach seinen Vorstellungen umbaut, kann es sogar recht lustig werden. Besonders, wenn man ein paar Dinge aus einem anderen Stück herausgreift und aus beidem dann ein Neues macht.
Sehr schön sowas.
Ich sage nur "Erbsen"...
Und hier noch ein Text von Walt Whitman, der einem eine Begründung liefert, warum man leben sollte:
O ME! O LIFE!
O ME! O life! of the questions of these recurring,
Of the endless trains of the faithless, of cities fill'd with the foolish,
Of myself forever reproaching myself, (for who more foolish than I, and who more faithless?)
Of eyes that vainly crave the light, of the objects mean, of the struggle ever renew'd,
Of the poor results of all, of the plodding and sordid crowds I see around me,
Of the empty and useless years of the rest, with the rest me intertwined,
The question, O me! so sad, recurring—What good amid these, O me, O life?
Answer.
That you are here—that life exists and identity,
That the powerful play goes on, and you may contribute a verse.
In diesem Sinne!
Oder habe ich einfach nur zu idealistische Ansichten darüber, wie man mit Kindern umgehen sollte?
Klar, durchzugreifen ist kein Verbrechen und muss sicherlich bei der ein oder anderen Klasse, dem ein oder anderen Kind sein, aber wenn folgende Szene abläuft?
Lehrer steht mit Praktikantin im Gang, weil Lehrer die Klasse nur als Vertretung hat und die Kiddings 20 Minuten für ihre Hausaufgaben nutzen können, und unterhält sich mit ihr über den Beruf Lehrer. Schüler öffnet vorsichtig die Tür, tritt auf den Gang und sagt freundlich und fast zurückhaltend "Ich wollt nur mal aufs Klo."
Wäre ich in diesem Moment "weisungsbefugt" (*g*) gewesen, hätte ich gesagt "Is in Ordnung.", denn der Schüler hat sich ja abgemeldet und da kein wichtiger Unterricht ist (nur Hausaufgaben), ist das auch nicht so schlimm, wenn er mal kurz raus geht, außerdem: wenn er denn muss...
Lehrer allerdings lässt ihn nicht gehen. Er fühlt sich durch den Satz "Ich wollt nur mal aufs Klo." in seiner Autorität angegriffen, hält dem Schüler eine Standpauke, dass er gefälligst zu fragen hat, ob er überhaupt aufs Klo darf, dass das keine Selbstverständlichkeit sei, dass er, der Lehrer, hier der "Chef" sei und er jetzt eben nicht aufs Klo gehen wird, sondern zurück in die Klasse.
Zwei Minuten später kommen zwei Mädels (zwei!), fragen, ob sie mal aufs Klo dürfen und DÜRFEN dann tatsächlich gehen. Beide gleichzeitig.
Hm...komisch oder?
Dazu kommt, dass der gleiche Junge von vorher es noch einmal versucht, diesmal mit einer höflich gestellten Frage, aber der Lehrer lehnt wieder ab.
Es folgen kurz aufeinander zwei Gruppen von je vier Mädels, die fragen, ob sie gehen dürfen und die die Erlaubnis erhalten.
Darf man da als Praktikantin fragen, warum das so läuft? - Ich jedenfalls war mächtig verwirrt und mir tat der Junge schon fast leid.
Wahrscheinlich gibt es einfach Lehrer, die mit Jüngeren weniger gut und mit Älteren besser klar kommen und umgekehrt.
Das fällt einem besonders auf, wenn jemand selbst sehr viel redet, die Schüler aber nach zwei Worten in ihrem Satz schon unterbrochen werden. Als Schüler hätte ich da nach ner Weile keinen Bock mehr, was zu sagen, weil´s ja eh nicht angehört wird.
Es steht jetzt auch fest, dass ich keinen Unterricht halten werde.
Blöd, aber mittlerweile würd ich sogar fast gerne mal.
Nur mal so ne kleine Einführungsstunde zu einem Thema oder so...
Aber ich hab ja noch eine Woche O-Praktikum zu machen. Zwar weiß ich noch nicht wo, doch findet sich sicherlich auch noch was.
Woran ich mich erst wieder gewöhnen muss, ist das frühe Aufstehen. Das verlernt man irgendwie mit der Zeit.
Seit kurzer Zeit weiß ich, warum mir Faust bisher nicht gefallen hat.
Ich hab ihn mit der falschen Haltung gelesen.
Denn wenn man sich die Geschichte des Dr. F. nach seinen Vorstellungen umbaut, kann es sogar recht lustig werden. Besonders, wenn man ein paar Dinge aus einem anderen Stück herausgreift und aus beidem dann ein Neues macht.
Sehr schön sowas.
Ich sage nur "Erbsen"...
Und hier noch ein Text von Walt Whitman, der einem eine Begründung liefert, warum man leben sollte:
O ME! O LIFE!
O ME! O life! of the questions of these recurring,
Of the endless trains of the faithless, of cities fill'd with the foolish,
Of myself forever reproaching myself, (for who more foolish than I, and who more faithless?)
Of eyes that vainly crave the light, of the objects mean, of the struggle ever renew'd,
Of the poor results of all, of the plodding and sordid crowds I see around me,
Of the empty and useless years of the rest, with the rest me intertwined,
The question, O me! so sad, recurring—What good amid these, O me, O life?
Answer.
That you are here—that life exists and identity,
That the powerful play goes on, and you may contribute a verse.
In diesem Sinne!
Montag, 17. September 2007
Richtige Haltung?
Wenn man im Unterricht sitzt und sich ständig zwingen muss, nicht aufzustehen, den Lehrer an die Seite zu schieben und den Unterricht selbst zu halten, ist das dann eine gute Voraussetzung zum Lehrersein? Wenn man beim Zuschauen schon den Drang verspürt, selbst das Ding zu machen?
Gut, vielleicht lag es daran, dass es Stoff war, den ich noch kannte, reine Begriffserklärungen zur Einführung in die Materie...
Aber andauernd hatte ich Fragen auf der Zunge, die ich gestellt hätte, wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre.
Oder Ermahnungen an Schülerinnen oder Schüler, die die Sabbelei nicht eingestellt haben, was sogar mich tierisch genervt hat.
Allerdings war ich auch sprachlos. Die erste Frage, die mir gestellt wurde, als ich dem mich begleitenden Lehrer die Hand gab war: "Was haben sie jetzt für Vorstellungen?" - öhm...was hab ich für Vorstellungen...dass ich drinsitze und mich langweile oder über anstrengende Kinder den Kopf schüttle...aber das kann man ja nicht so sagen.
Morgen werde ich allerdings nicht sprachlos sein: Ich habe mir einen schönen Zettel geschrieben, mit lauter Fragen zum Lehrersein.
Was lustig war:
Die Jungs, die in der Klasse waren, hielt ich immer wieder für "Besucher", weil ich es einfach nicht gewohnt bin, dass auch männliche Wesen im Klassenraum sitzen.
Und eines ist klar:
Sollte ich es tatsächlich zur Lehrerin bringen, werde ich ein Kaugummiverbot verhängen. Oder zumindest die Regel aufstellen, dass der Mund dabei zu bleibt...denn wenn ich tagtäglich Mandeln sehen wollte, würde ich HNO-Ärztin werden. Damit das mal klar ist.
Es wird Herbst.
Ein Gedanke der mir durch den Kopf ging, nachdem mir mehrere Eicheln auf den Kopf gefallen waren, als ich wieder nach Hause fuhr.
Und die Blätter riechen wieder so wunderbar süßlich...
Schön.
Gut, vielleicht lag es daran, dass es Stoff war, den ich noch kannte, reine Begriffserklärungen zur Einführung in die Materie...
Aber andauernd hatte ich Fragen auf der Zunge, die ich gestellt hätte, wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre.
Oder Ermahnungen an Schülerinnen oder Schüler, die die Sabbelei nicht eingestellt haben, was sogar mich tierisch genervt hat.
Allerdings war ich auch sprachlos. Die erste Frage, die mir gestellt wurde, als ich dem mich begleitenden Lehrer die Hand gab war: "Was haben sie jetzt für Vorstellungen?" - öhm...was hab ich für Vorstellungen...dass ich drinsitze und mich langweile oder über anstrengende Kinder den Kopf schüttle...aber das kann man ja nicht so sagen.
Morgen werde ich allerdings nicht sprachlos sein: Ich habe mir einen schönen Zettel geschrieben, mit lauter Fragen zum Lehrersein.
Was lustig war:
Die Jungs, die in der Klasse waren, hielt ich immer wieder für "Besucher", weil ich es einfach nicht gewohnt bin, dass auch männliche Wesen im Klassenraum sitzen.
Und eines ist klar:
Sollte ich es tatsächlich zur Lehrerin bringen, werde ich ein Kaugummiverbot verhängen. Oder zumindest die Regel aufstellen, dass der Mund dabei zu bleibt...denn wenn ich tagtäglich Mandeln sehen wollte, würde ich HNO-Ärztin werden. Damit das mal klar ist.
Es wird Herbst.
Ein Gedanke der mir durch den Kopf ging, nachdem mir mehrere Eicheln auf den Kopf gefallen waren, als ich wieder nach Hause fuhr.
Und die Blätter riechen wieder so wunderbar süßlich...
Schön.
Samstag, 15. September 2007
Was tun?
Wenn man in einer Welt voller (teilweise sicherlich selbstgemachter) Probleme und Problemchen lebt, verzweifelt versucht, positiv zu denken und nur das Gute aus all den schlechten Dingen, die man in seiner Scheuklappenmentalität sieht, heraus zu filtern, dann ist es nicht sonderlich hilfreich, wenn man um sich herum Leute hat, die ständig und immer das Negative sehen, die dem Guten nicht mal den Hauch einer Chance geben.
Was kann man denn dagenen tun?
Soll man diese Leute meiden?
Soll man versuchen, sie zu überzeugen, dass man auch mal die schönen Aspekte rausfiltern kann? - Aber irgendwann kann man nicht mehr, ab einem gewissen Punkt gehen einem die Argumente aus und man ertappt sich selbst sogar schon dabei, wie man das vorgelebte Verhalten übernimmt...
Man beginnt zu verzweifeln.
Dann sollte man sich mal wieder eine ordentliche Portion Norah Jones verpassen.
Komischerweise ist das eine Stimme/Musik, die einen unglaublich schnell runterkommen lässt und bei der man sich wunderbare Träume ausmalen kann, wie es sein könnte.
Ebenfalls sehr hilfreich ist Lizz Wright. Silje Nergaard ist auch so ein Fall.
Oder auch Porgy&Bess von Gershwin. Wunderbar...
Deutschland (und der Rest der Welt) ist ziemlich pessimistisch.
Finde ich.
Man sollte eine Regel schaffen, die vorschreibt, dass in jeder Nachrichtensendung mindestens eine gute Nachricht dabei sein muss. Dann würde man den Blick für die schönen Ereignisse wieder schärfen.
Klar, einen auf heile Welt machen wäre sicher falsch, denn es ist nun mal keine heile Welt in der wir leben.
Aber es gibt immer wieder Lichtblicke, die wir allerdings mit der Zeit zu erkennen verlernt haben.
Ich schätze mal, dass man, wenn man die Gewalt im Fernsehen reduzieren wollte, etwa 70 Prozent der Sendungen streichen müsste, um einigermaßen ein Gleichgewicht zu bekommen.
Der Mensch verroht tatsächlich.
Und es tut weh, wenn man das bemerkt und dabei zusieht, dass wir langsam aber sicher auf den ultimativen Genozid zusteuern. Wenn schon nicht den physischen, dann den psychischen.
Schade drum.
Denn es könnte verdammt noch mal echt schön sein auf diesem Planeten. Eigentlich sollte man die Zeit, die man hat, doch wirklich nutzen und mit angenehmen Erlebnissen und Ereignissen füllen, aber es wird einem heute richtig schwer gemacht, sich so ein Leben aufzubauen.
Und trotzdem...
Ich will ein schönes Leben!
Und ich werd es mir holen!
Was kann man denn dagenen tun?
Soll man diese Leute meiden?
Soll man versuchen, sie zu überzeugen, dass man auch mal die schönen Aspekte rausfiltern kann? - Aber irgendwann kann man nicht mehr, ab einem gewissen Punkt gehen einem die Argumente aus und man ertappt sich selbst sogar schon dabei, wie man das vorgelebte Verhalten übernimmt...
Man beginnt zu verzweifeln.
Dann sollte man sich mal wieder eine ordentliche Portion Norah Jones verpassen.
Komischerweise ist das eine Stimme/Musik, die einen unglaublich schnell runterkommen lässt und bei der man sich wunderbare Träume ausmalen kann, wie es sein könnte.
Ebenfalls sehr hilfreich ist Lizz Wright. Silje Nergaard ist auch so ein Fall.
Oder auch Porgy&Bess von Gershwin. Wunderbar...
Deutschland (und der Rest der Welt) ist ziemlich pessimistisch.
Finde ich.
Man sollte eine Regel schaffen, die vorschreibt, dass in jeder Nachrichtensendung mindestens eine gute Nachricht dabei sein muss. Dann würde man den Blick für die schönen Ereignisse wieder schärfen.
Klar, einen auf heile Welt machen wäre sicher falsch, denn es ist nun mal keine heile Welt in der wir leben.
Aber es gibt immer wieder Lichtblicke, die wir allerdings mit der Zeit zu erkennen verlernt haben.
Ich schätze mal, dass man, wenn man die Gewalt im Fernsehen reduzieren wollte, etwa 70 Prozent der Sendungen streichen müsste, um einigermaßen ein Gleichgewicht zu bekommen.
Der Mensch verroht tatsächlich.
Und es tut weh, wenn man das bemerkt und dabei zusieht, dass wir langsam aber sicher auf den ultimativen Genozid zusteuern. Wenn schon nicht den physischen, dann den psychischen.
Schade drum.
Denn es könnte verdammt noch mal echt schön sein auf diesem Planeten. Eigentlich sollte man die Zeit, die man hat, doch wirklich nutzen und mit angenehmen Erlebnissen und Ereignissen füllen, aber es wird einem heute richtig schwer gemacht, sich so ein Leben aufzubauen.
Und trotzdem...
Ich will ein schönes Leben!
Und ich werd es mir holen!
Schokopudding mit ein bisschen Sahne und vielen Erkenntnissen
Manchmal lernt man Leute kennen, bei denen man irgendwann beschließt, dass man sie nie wieder sehen will, weil man weiß, dass es weh tun wird.
Dann sieht man diese Leute doch wieder. Und es tut weh. Und man will am liebsten weglaufen. Bis man merkt, warum es weh tut: weil es so schön ist.
Und wenn man das erkannt hat, dann nimmt man das bisschen Schmerz gern in Kauf, weil das schöne Gefühl wie ein dickes, fettes Zauberpflaster wirkt. Oder wie Schokoladenpudding mit ein bisschen Sahne...
Weitere Erkenntnisse des heutigen Tages (bzw. des gestrigen...):
- mit guten Bekannten abends mal wegzugehen ist schön, tut gut und macht ein bisschen glücklich
- ein Bierfilzchen lässt sich minimal in 152 Stückchen zerteilen (nachgezählt!); die therapeutische Wirkung ist dabei enorm und zieht fast mit autogenem Training gleich
- Wein macht Männer genügsam, Frauen lustig und Abende länger
- "Kleine Haie" ist genail-lustig
Das Leben ist doch ein bisschen schön.
(PS: jetz is mein Pudding leer und ich geh ins Bett.)
Dann sieht man diese Leute doch wieder. Und es tut weh. Und man will am liebsten weglaufen. Bis man merkt, warum es weh tut: weil es so schön ist.
Und wenn man das erkannt hat, dann nimmt man das bisschen Schmerz gern in Kauf, weil das schöne Gefühl wie ein dickes, fettes Zauberpflaster wirkt. Oder wie Schokoladenpudding mit ein bisschen Sahne...
Weitere Erkenntnisse des heutigen Tages (bzw. des gestrigen...):
- mit guten Bekannten abends mal wegzugehen ist schön, tut gut und macht ein bisschen glücklich
- ein Bierfilzchen lässt sich minimal in 152 Stückchen zerteilen (nachgezählt!); die therapeutische Wirkung ist dabei enorm und zieht fast mit autogenem Training gleich
- Wein macht Männer genügsam, Frauen lustig und Abende länger
- "Kleine Haie" ist genail-lustig
Das Leben ist doch ein bisschen schön.
(PS: jetz is mein Pudding leer und ich geh ins Bett.)
Donnerstag, 13. September 2007
Das erste Mal
Kaum zu glauben, aber auch ich zähle seit heute zu den Millionen von Menschen, die es getan haben.
Ja, ich war beim Arbeitsamt.
Nachdem ich mir fest vorgenommen habe, dass nächstes Semester alles anders wird, ich gestern einen schönen Stundenplan gemalt habe und dann zu der Einsicht kam, dass ich meinen Eltern ja nicht ewig auf der Tasche liegen kann, hab ich im Vorlesungsverzeichnis vom Sommersemester nachgeblättert, ob es sowas wie ne Jobvermittlung für Studenten gibt. Es gibt sie. Und da war ich heute.
Gut, sonderlich freundlich war die Dame nicht gerade, denn sie ließ sich sehr wortkarg meinen Perso und den Studentenausweis zeigen, um mir dann einen Stapel mit abgegriffenen DIN A4 Seiten voller Angebote in die Hand zu drücken, aber...man kann nicht alles haben. Und Beamte und Freundlichkeit sind ja bekanntlich oft wie Sonne und Mond: Sie treten nie gemeinsam auf.
Ich setzte mich also vor das Büro und begann den Stapel Zettel für Zettel, Angebot für Angebot durchzusehen.
Es wird wohl alles darauf hinaus laufen, dass ich entweder in einer Nachhilfeagentur anfange oder beim Kaufland Regale einräume (was schon eher meinen Fähigkeiten entsprechen würde). Eigentlich ist es mir ja egal, so lange ein wenig Geld fließt und ich nicht stundenlang fahren muss, um an den Arbeitsplatz zu kommen. Und das Kaufland (ja, DAS) ist ja nur knappe drei Minuten von meinem Zimmer entfernt...klingt schon mal sehr praktisch.
Wie ich allerdings dann mit dem Lernen zu recht komme, das weiß ich noch nicht. Aber einen Versuch ist es allemal wert. Denke ich.
Und dann ist vielleicht auch das schlechte Gewissen weg, das ich habe, weil meine Eltern mir das Zimmer und Taschengeld zahlen...da kommt man sich wie ein widerlicher Schnorrer vor; wenn ich bedenke, wie sich mein Bild vom Tutor geändert hat, als der meinte, seine Eltern zahlen im die Wohnung...war schon komisch.
Und: es stärkt bestimmt irgendwie mein Selbstvertrauen, wenn ich was nützliches mache. Auch, wenn ständig der Gedanke kommt, dass das ein anderer sicher besser und schneller machen könnte...ein furchtbar hartnäckiger Gedanke, der sich nur schwer, sehr schwer, unterdrücken lässt.
Nachhilfe:
Hm, vielleicht sollte ich da mal mit Grundschule anfangen.
Ach, ich weiß nicht...im Moment ist der Marker auf der Selbstwertskala wiedermal ganz weit unten.
Irgendwas muss sich da sehr schnell ändern, sonst geh ich wieder vor die Hunde und das muss nicht noch mal sein. Aber ich werde schon einen Weg finden. Irgendeinen.
...wenn ich es mir recht überlege, dann war das heute doch eigentlich ein Schritt "nach draußen" oder? Und dass ich gestern in der Mensa und nicht in meinem Zimmer gegessen habe auch... sehr gut.
Ja, ich war beim Arbeitsamt.
Nachdem ich mir fest vorgenommen habe, dass nächstes Semester alles anders wird, ich gestern einen schönen Stundenplan gemalt habe und dann zu der Einsicht kam, dass ich meinen Eltern ja nicht ewig auf der Tasche liegen kann, hab ich im Vorlesungsverzeichnis vom Sommersemester nachgeblättert, ob es sowas wie ne Jobvermittlung für Studenten gibt. Es gibt sie. Und da war ich heute.
Gut, sonderlich freundlich war die Dame nicht gerade, denn sie ließ sich sehr wortkarg meinen Perso und den Studentenausweis zeigen, um mir dann einen Stapel mit abgegriffenen DIN A4 Seiten voller Angebote in die Hand zu drücken, aber...man kann nicht alles haben. Und Beamte und Freundlichkeit sind ja bekanntlich oft wie Sonne und Mond: Sie treten nie gemeinsam auf.
Ich setzte mich also vor das Büro und begann den Stapel Zettel für Zettel, Angebot für Angebot durchzusehen.
Es wird wohl alles darauf hinaus laufen, dass ich entweder in einer Nachhilfeagentur anfange oder beim Kaufland Regale einräume (was schon eher meinen Fähigkeiten entsprechen würde). Eigentlich ist es mir ja egal, so lange ein wenig Geld fließt und ich nicht stundenlang fahren muss, um an den Arbeitsplatz zu kommen. Und das Kaufland (ja, DAS) ist ja nur knappe drei Minuten von meinem Zimmer entfernt...klingt schon mal sehr praktisch.
Wie ich allerdings dann mit dem Lernen zu recht komme, das weiß ich noch nicht. Aber einen Versuch ist es allemal wert. Denke ich.
Und dann ist vielleicht auch das schlechte Gewissen weg, das ich habe, weil meine Eltern mir das Zimmer und Taschengeld zahlen...da kommt man sich wie ein widerlicher Schnorrer vor; wenn ich bedenke, wie sich mein Bild vom Tutor geändert hat, als der meinte, seine Eltern zahlen im die Wohnung...war schon komisch.
Und: es stärkt bestimmt irgendwie mein Selbstvertrauen, wenn ich was nützliches mache. Auch, wenn ständig der Gedanke kommt, dass das ein anderer sicher besser und schneller machen könnte...ein furchtbar hartnäckiger Gedanke, der sich nur schwer, sehr schwer, unterdrücken lässt.
Nachhilfe:
Hm, vielleicht sollte ich da mal mit Grundschule anfangen.
Ach, ich weiß nicht...im Moment ist der Marker auf der Selbstwertskala wiedermal ganz weit unten.
Irgendwas muss sich da sehr schnell ändern, sonst geh ich wieder vor die Hunde und das muss nicht noch mal sein. Aber ich werde schon einen Weg finden. Irgendeinen.
...wenn ich es mir recht überlege, dann war das heute doch eigentlich ein Schritt "nach draußen" oder? Und dass ich gestern in der Mensa und nicht in meinem Zimmer gegessen habe auch... sehr gut.
Mittwoch, 12. September 2007
Eltern...*seufz*
Schulanfang.
Und jedes Jahr der gleiche Terror in den Schreibwarenabteilungen. Dieses Jahr mal zur Abwechslung im Müller.
Neben den schon etwas selbstständigeren Mädels und Jungs, die wissen, was mit den Hieroglyphen auf den Zetteln der Lehrer gemeint ist (Lineatur 28, DIN A 5, ...), sind natürlich auch wieder die besorgten Mütter unterwegs, die ratlos mit einem Zettel in der Hand vor dem Regal stehen und nichts begreifen.
Zum Glück gibt es da die freundlichen und geschulten (wie passend) Ladenmitarbeiter, die mit Rat und Tat zur Seite stehen und eine Frau nach der anderen glücklich machen.
Nun gibt es aber ganz spezielle Härtefälle, die sich zwar Hilfe holen, aber anscheinend nur, um dann zu zeigen, dass sie für ihr Kind ja nur das Beste vom Besten wollen. Heute so erlebt.
Eine Mutter, die, lauthals mit ihrer Tochter "kommunizierend" (das passt wirklich wie die Faust aufs Auge), in die besagte Abteilung kam, suchte nach einem Farbkasten mit zwölf Farben drin. Keine schwere Sache, da geht man zum Regal, kuckt sich die Dinger an, vergleicht die Preise und entscheidet sich dann für einen.
Nicht so diese Frau.
Nein, sie ließ sich von der Hilfskraft die speziellen Unterschiede der vor ihr liegenden Produkte aufzählen und fragte immer wieder in einem sehr ... wie soll ich sagen...investigativen Ton, ob denn auch "die Farbbrillianz" entsprechend gut sei, denn es "soll nicht das Billigste sein", vielleicht "etwas in Richtung Aquarell-Qualität" (Wieso braucht ein Kind in der geschätzten zweiten Klasse sowas???; Antwort einer Mitarbeiterin die nebendran stand "Hammä nimmä doo!") und "es muss nicht viel Plastik um die Farben sein" - meine Güte, dann klöpple deiner Tochter nen Farbkasten!
Ich hatte sonst nichts zu tun und blieb etwa eine viertel Stunde im Laden, weil ich wissen wollte, für welches Teil sie sich wohl entscheiden würde. Nach 20 Minuten wurde es mir allerdings zu blöd, weil die Dame in jedem Satz mindestens ein Mal ihr Lieblingswort (Farbbrillianz) verwendete und es mir langsam zu den Ohren raushing.
Ich warte ja darauf, dass irgendwer mal den Dienst anbietet, dass man den Zettel mit den Materialien abgibt, an der Kasse wartet und dann sucht ein Student (dann wären die weg von der Straße...) die Sachen zusammen und fertig. Warum kommt da keiner drauf? Klar, die Eltern wollen sich an der Vielfalt laben und entscheiden, ob der Radiergummi fünfzig Cent oder drei Euro kosten soll, aber dann fragt man eben wie bei Mc Donald´s, ob es die billige oder die teure Variante sein soll, also Mini-Preis oder Maxi.
So.
Die Entscheidung, Kinder zu kriegen, scheitert nicht an der Angst vor dem Stress, den diese mit sich bringen, sondern daran, dass man solche Eltern miterlebt...ehrlich. Ich hab mich gefragt, ob ich irgendwann auch mal so verpeilt bin und ein Stoßgebet losgeschickt (ICH, das Heidenkind par excellance) bitte nicht so zu enden.
Erkenntnis des heutigen Tages:
Ich lebe mein Leben, so wie ich es will!
und
Ich schaffe das sehr wohl!
und
Ich muss nur rausgehen, die Welt wartet darauf, von mir erobert zu werden!
und
Ich muss das Leben auf mich zu kommen lassen und meine Mauer um mich herum einreißen!
So.
Und jedes Jahr der gleiche Terror in den Schreibwarenabteilungen. Dieses Jahr mal zur Abwechslung im Müller.
Neben den schon etwas selbstständigeren Mädels und Jungs, die wissen, was mit den Hieroglyphen auf den Zetteln der Lehrer gemeint ist (Lineatur 28, DIN A 5, ...), sind natürlich auch wieder die besorgten Mütter unterwegs, die ratlos mit einem Zettel in der Hand vor dem Regal stehen und nichts begreifen.
Zum Glück gibt es da die freundlichen und geschulten (wie passend) Ladenmitarbeiter, die mit Rat und Tat zur Seite stehen und eine Frau nach der anderen glücklich machen.
Nun gibt es aber ganz spezielle Härtefälle, die sich zwar Hilfe holen, aber anscheinend nur, um dann zu zeigen, dass sie für ihr Kind ja nur das Beste vom Besten wollen. Heute so erlebt.
Eine Mutter, die, lauthals mit ihrer Tochter "kommunizierend" (das passt wirklich wie die Faust aufs Auge), in die besagte Abteilung kam, suchte nach einem Farbkasten mit zwölf Farben drin. Keine schwere Sache, da geht man zum Regal, kuckt sich die Dinger an, vergleicht die Preise und entscheidet sich dann für einen.
Nicht so diese Frau.
Nein, sie ließ sich von der Hilfskraft die speziellen Unterschiede der vor ihr liegenden Produkte aufzählen und fragte immer wieder in einem sehr ... wie soll ich sagen...investigativen Ton, ob denn auch "die Farbbrillianz" entsprechend gut sei, denn es "soll nicht das Billigste sein", vielleicht "etwas in Richtung Aquarell-Qualität" (Wieso braucht ein Kind in der geschätzten zweiten Klasse sowas???; Antwort einer Mitarbeiterin die nebendran stand "Hammä nimmä doo!") und "es muss nicht viel Plastik um die Farben sein" - meine Güte, dann klöpple deiner Tochter nen Farbkasten!
Ich hatte sonst nichts zu tun und blieb etwa eine viertel Stunde im Laden, weil ich wissen wollte, für welches Teil sie sich wohl entscheiden würde. Nach 20 Minuten wurde es mir allerdings zu blöd, weil die Dame in jedem Satz mindestens ein Mal ihr Lieblingswort (Farbbrillianz) verwendete und es mir langsam zu den Ohren raushing.
Ich warte ja darauf, dass irgendwer mal den Dienst anbietet, dass man den Zettel mit den Materialien abgibt, an der Kasse wartet und dann sucht ein Student (dann wären die weg von der Straße...) die Sachen zusammen und fertig. Warum kommt da keiner drauf? Klar, die Eltern wollen sich an der Vielfalt laben und entscheiden, ob der Radiergummi fünfzig Cent oder drei Euro kosten soll, aber dann fragt man eben wie bei Mc Donald´s, ob es die billige oder die teure Variante sein soll, also Mini-Preis oder Maxi.
So.
Die Entscheidung, Kinder zu kriegen, scheitert nicht an der Angst vor dem Stress, den diese mit sich bringen, sondern daran, dass man solche Eltern miterlebt...ehrlich. Ich hab mich gefragt, ob ich irgendwann auch mal so verpeilt bin und ein Stoßgebet losgeschickt (ICH, das Heidenkind par excellance) bitte nicht so zu enden.
Erkenntnis des heutigen Tages:
Ich lebe mein Leben, so wie ich es will!
und
Ich schaffe das sehr wohl!
und
Ich muss nur rausgehen, die Welt wartet darauf, von mir erobert zu werden!
und
Ich muss das Leben auf mich zu kommen lassen und meine Mauer um mich herum einreißen!
So.
Sonntag, 9. September 2007
Wenn schon nicht...
...die Möglichkeit besteht, das Lied hier online zu stellen, dann wenigstens den Text.
Allerdings übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit, denn ich geh auch nur danach, was ich höre, und bei englischen Texten, na ja...hier jedenfalls der Text:
It's ok to think about ending
And it's ok to not even start
Put it away and wait till tomorrow
Put it away and take care of your heart
of your heart
And it's ok to stay here forever
And it's ok to read in the dark
Put it away and wait till tomorrow
Put it away and take care of your heart
of your heart
Just for a while
I'll sing and smile
Just for a while
I'll sing and smile
Schön oder?
Allerdings übernehme ich keine Haftung für die Richtigkeit, denn ich geh auch nur danach, was ich höre, und bei englischen Texten, na ja...hier jedenfalls der Text:
It's ok to think about ending
And it's ok to not even start
Put it away and wait till tomorrow
Put it away and take care of your heart
of your heart
And it's ok to stay here forever
And it's ok to read in the dark
Put it away and wait till tomorrow
Put it away and take care of your heart
of your heart
Just for a while
I'll sing and smile
Just for a while
I'll sing and smile
Schön oder?
"man lebt sein eigenes Leben doppelt"
Es gibt Momente, in denen einem sein ganzes Leben plötzlich klar wird. Man ist sich für Sekundenbruchteile bewusst, was läuft. Das eigene Verhältnis zu anderen, zu seiner Umwelt, zu bestimmten Leuten, zu sich selbst, das eigene Ich im großen und ganzen konzentriert sich vor dem inneren Auge zu einem Satz. Und dieser eine Satz ist in einer Sprache verfasst, die man selbst nicht beherrscht, man kann sie nicht sprechen oder schreiben, man kann sie nur verstehen. Nur mit dem Herzen. Mit dem, was gemeinhin als Seele bezeichnet wird.
Dann wird man für diesen kurzen Augenblick von einem einzigen Gefühl beherrscht, das einen durchströmt und es fließt von den Enden des Körpers zum Herz hin. In der Mitte der Brust fühlt es sich an, als ziehe sich alles in ein unsichtbares Loch zurück, man selbst verschwindet in einem Vakuum und kann niemandem erklären, was eigentlich geschieht. Man weiß nur eines: Für einen minimalen Zeitraum begreift man alles.
Aber man kann diese paar Sekunden nicht festhalten, man kann sie nicht ausdehnen und versuchen, sie zu hinterfragen. Sie gehen noch schneller, als sie gekommen sind und lassen einen wissend nickend zurück und man denkt sich "Genau".
Man kann dieses Etwas nicht kontrollieren, bestimmen, wann es kommt und wann es wieder geht, es passiert einfach so. Für einen kurzen Moment ist man der klügste, einfühlsamste, verständnisvollste und gleichzeitig einsamste Mensch der Welt, weil man das, was man gerade erfährt, nicht mitteilen kann, man kann es eigentlich nicht in Worte fassen und das hier ist auch nur ein stümperhafter Versuch eine Umschreibung zu finden.
Leider ist es meist nur das Negative, was einem deutlich gemacht wird. Alle Fehler und Fehlschaltungen, alle Missverständnisse und jedes noch so kleine Unglück leuchtet vor einem auf.
Als sei man in einem Kinosessel festgeschnallt, kann man nicht wegkucken. Irgendwer deutet auf DIE Stelle im eigenen Leben, erwischt zielsicher DEN Punkt, der einen im Grunde am meisten bewegt oder regungslos, oft einfach nur hilflos sein lässt, den man aber die ganze Zeit immer wieder verdrängt, man verschließt jedes Mal die Augen, hält sie sich zu, wie ein kleines Kind und ruft unsicher "Ich seh dich nicht", dabei weiß man doch, dass es das gibt.
Wenn einen dann aber so ein Moment eiskalt erwischt, gibt es keine Chance, nicht hinzusehen. So sehr man die Augen auch verschließt, das Bild wird nur deutlicher.
In den paar Sekunden lebt man sein eigenes Leben doppelt: von außen und von innen.
Dann starrt man äußerlich ins Leere und beendet den Kurztripp mit einem Seufzer, der tiefer nicht sein könnte...
Dann wird man für diesen kurzen Augenblick von einem einzigen Gefühl beherrscht, das einen durchströmt und es fließt von den Enden des Körpers zum Herz hin. In der Mitte der Brust fühlt es sich an, als ziehe sich alles in ein unsichtbares Loch zurück, man selbst verschwindet in einem Vakuum und kann niemandem erklären, was eigentlich geschieht. Man weiß nur eines: Für einen minimalen Zeitraum begreift man alles.
Aber man kann diese paar Sekunden nicht festhalten, man kann sie nicht ausdehnen und versuchen, sie zu hinterfragen. Sie gehen noch schneller, als sie gekommen sind und lassen einen wissend nickend zurück und man denkt sich "Genau".
Man kann dieses Etwas nicht kontrollieren, bestimmen, wann es kommt und wann es wieder geht, es passiert einfach so. Für einen kurzen Moment ist man der klügste, einfühlsamste, verständnisvollste und gleichzeitig einsamste Mensch der Welt, weil man das, was man gerade erfährt, nicht mitteilen kann, man kann es eigentlich nicht in Worte fassen und das hier ist auch nur ein stümperhafter Versuch eine Umschreibung zu finden.
Leider ist es meist nur das Negative, was einem deutlich gemacht wird. Alle Fehler und Fehlschaltungen, alle Missverständnisse und jedes noch so kleine Unglück leuchtet vor einem auf.
Als sei man in einem Kinosessel festgeschnallt, kann man nicht wegkucken. Irgendwer deutet auf DIE Stelle im eigenen Leben, erwischt zielsicher DEN Punkt, der einen im Grunde am meisten bewegt oder regungslos, oft einfach nur hilflos sein lässt, den man aber die ganze Zeit immer wieder verdrängt, man verschließt jedes Mal die Augen, hält sie sich zu, wie ein kleines Kind und ruft unsicher "Ich seh dich nicht", dabei weiß man doch, dass es das gibt.
Wenn einen dann aber so ein Moment eiskalt erwischt, gibt es keine Chance, nicht hinzusehen. So sehr man die Augen auch verschließt, das Bild wird nur deutlicher.
In den paar Sekunden lebt man sein eigenes Leben doppelt: von außen und von innen.
Dann starrt man äußerlich ins Leere und beendet den Kurztripp mit einem Seufzer, der tiefer nicht sein könnte...
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