Dienstag, 21. August 2007

Gedankensalat

Was ist ekeliger als Katzenkacke auszusieben?
Genau, Hundekacke einzusammeln.
Grund: Die Portionen sind größer. Und zwar um einiges...
Und es riecht einfach extremer.
Aber was tut man nicht alles um besser dazustehen, als die vier Stundenarbeiterinnen, die sich nicht gerade um die Arbeit schlagen.
Ich war also heute im Hundehaus. Das leider leer war.
Die Arbeit war ziemlich ... nass, würde ich sagen. Schließlich musste jede Box drei Mal ausgespritzt werden und nachdem ich den Kniff raus hatte, wie man einen richtigen Strahl aus dem Schlauch bekommt und nicht nur ein paar jämmerliche Tropfen, konnte es auch losgehen.
Nach relativ kurzer Zeit war ich mit dem, was mir aufgetragen war, fertig.
"Hm,...dann kannst jetz erst mal Pause machen." war die Antwort auf die Frage, was ich noch tun könnte.
Eine Antwort, die mir nicht gerade recht war, weil ich mir in solchen Momenten immer ziemlich unnütz vorkomme.
Aber gut, ich hockte mich auf die Veranda. Da hielt ich es allerdings nicht lange aus. Und die Zeit, die das Hundehaus zum Trocknen benötigte, ging ich in das ein odere andere Katzenzimmer, räumte Dreckwäsche weg, wischte den Gang und den Vorplatz; als ich die Boxen wieder eingeräumt hatte war ich fertig mit meiner Arbeit und konnte gehen.

Daheim angekommen wurde erst mal autogenes Training geübt, dann wurden Punkte gezählt (erstaunlich wenig heute - aber dafür kann ich morgen lecker Nudeln mit Tomatensoße essen, hmmmmm) und schließlich wurde gekocht.
Seelachsröllchen, gefüllt mit Champignons und Feta, das alles in Alufolie gewickelt und im Wasserbad gegart. Lecker sag ich euch! - Ich hab schon was drauf in der Küche ;-)

Was ich herausgefunden habe:
Radiohead macht richtig gute Musik.
Bayern 2 ist absolut mein Radiosender.
Wenn man auf dem Boden liegt und die Regalbretter meines Bücherregals anschaut, dann sehen die Schatten der Bücher, die auf deren Unterseite geworfen werden, wie kleine Skylines aus.
Ich hab Angst vorm 17. September und der folgenden Woche, weil: Orientierungspraktikum.
Meine neu gekaufte Hose ist mir zu groß - ärgerlich.
Mir werden nach dieser Woche die Tiere fehlen - das Putzen weniger.
Es geht schon wieder steil auf meinen Geburtstag und auf Weihnachten zu - hoffentlich endet Silvester dieses Jahr besser...
Ich muss lässiger mit mir umgehen und nicht immer alles so ernst nehmen und v. a. nicht alles, was ich tue, in irgendeiner Weise bewerten - es darf auch mal was Sinnloses sein, was einfach nur Spaß macht.

Eine ganze Menge Erkenntnisse, wie ich finde.
Nun gut.
Ich werde heute ein neues Buch anfangen. Sven Regener geb ich auf. Stattdessen beginne ich mit "Die Brücke", dem Buch zum gleichnamigen Film, den ich bereits gesehen und sehr genossen habe, falls man das in diesem Zusammenhang sagen kann; aber der Film ist auf jeden Fall einer meiner Favoriten, wenn es darum geht, zu zeigen, dass nicht alle, die in der Armee gekämpft haben, vollkommen dafür verantwortlich gemacht werden können, was geschehen ist. (Ich glaube, das waren zu viele Kommata...egal.)

Mal sehen, ob ich es endlich wieder schaffe, Dr. House zu kucken. Aber wahrscheinlich lieg ich schon wieder vorher im Bett, weil mir alles weh tut, vor lauter Schrubben und Wischen.
hm...eigentlich könnte ich auch heute abend noch Nudeln essen. Punkte sind genügend übrig...
das wär lecker...ja. Wird gemacht.

Um jetzt diesem sinnlosen Geschreibsel ein Ende zu setzten:
Punkt.

Montag, 20. August 2007

O(h)n(e)line-Anmeldung: sie lebe hoch! hoch! hoch!

Was passiert, wenn man der Universität einen Haufen Geld zu Verfügung stellt, den sie in sinnvolle Neuerungen investieren soll?
Genau:
man richtet eine Onlineanmeldung für die Geschichtsleute ein, die um punkt 12 Uhr, also ab Eröffnung zusammenbricht!
Ich saß geschlagene 3 Stunden vor meinem PC und klickte immer wieder verzweifelt auf "Aktualisieren", in der Hoffnung, dass es irgendwann funktioniert und ich mich endlich für die gewünschten Seminare eintragen kann.
Geklappt hat es schließlich jetzt, um viertel nach vier. Nachdem ich bei meinem lustigen autogenen Training war. - Ich wusste nicht, dass es so schwer ist, nichts zu denken! Dabei dachte ich, das täte ich die ganze Zeit (da, schon wieder!)...
Da glaubt man endlich tiefenentspannt zu sein und was ist? - Der nächste Gedanke taucht auf und schon ist alles wieder im Eimer.
Aber da ich ja lernen soll, lockerer mit mir umzugehen, muss ich mich wohl damit abfinden, dass ich es nicht (noch nicht) perfekt beherrsche. Üben ist angesagt.
Ich zähle weiter fleißig meine Punkte und hoffe auf Besserung!
Bis die Tage ;-)

Freitag, 17. August 2007

Entdeckungen

Es gibt sie tatsächlich.
Bisher dachte ich stets, dass sie nur eine Erfindung wären, aber gestern habe ich einen Menschen kennengelernt, der zu Tieren freundlicher ist, als zu Menschen (speziell zu Praktikantinnen).
Heute hat sich das dann relativiert und es stellte sich heraus, dass dieser Mensch auch zu Tieren unfreundlich ist.
Ich mag grundsätzlich Menschen nicht, die von ihrem Wesen her laut sind. Damit meine ich jetzt nicht nur die Lautstärke im Allgemeinen, sondern auch die Art der Bewegungen, die Gesten, das Verhalten eben. - Es ist schwer zu erklären, aber es gibt eben laute und leise Menschen.
Und wenn dann ein lauter Mensch auch noch unfreundlich ist, ohne ersichtlichen Grund (!), dann ist bei mir ziemlich schnell alles aus. Dann hat es die Person aber mal ganz schwer, sich bei mir wieder beliebt zu machen.
Und eine solche Kombi traf ich eben gestern und auch heute wieder an.
Bei diesen Leuten liegt mir immer die Frage auf den Lippen "Sag mal kannst du mir erklären, was mit dir los ist?". Allerdings kann ich mir vorstellen, dass es diese Leute selbst nicht wissen, dass sie den Grund für ihre teilweise sogar gemeine Art gar nicht kennen und sie das nur noch böser werden lässt. Es lohnt sich also nicht zu fragen. Außerdem lass ich mich nicht gerne grundlos niedermachen.
Überhaupt suche ich immer für alles einen Grund. - Frage mich, ob mir das nicht ab und zu im Weg steht. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein ander Mal erzählt werden (oho, ein Zitat...)
Habe ein neues Hobby:
Fettpunkte zählen.
Und es macht sogar Spaß! ;-)
Man hat pro Tag 50 Fettpunkte, die man verbrauchen darf und 5 Zuckerteufel, die ebenfalls vernascht werden dürfen.
Was man an einem Tag nicht verbraucht, darf man an einem anderen Tag mehr essen. Allerdings nur innerhalb einer Woche, denn nach sieben Tagen verfallen die gesparten Punkte.
Mit der dazu passenden Liste klappt das Zählen wunderbar und es übt das Kopfrechnen kolossal!
Jetzt hoffe ich nur, dass auch ein paar "Punkte" auf der Waage verschwinden...aber man wird sehen.
Bei der Vorgeschichte meines Herrn Lehmanns komme ich nicht weiter, irgendwie reißt es mich nicht vom Hocker. Könnte auch daran liegen, dass ich es jetzt zum zweiten Mal anfange...wer weiß.
*seufz*
Ich bin wie ausgelutscht. Völlig k.o.

Perfektes Dinner:
Irgendwie geht mir der Parfümeur auf den Zeiger. Der hat immer was zu meckern, und wenn es nur die Kleinigkeit ist, dass ihm der Wein nicht gut genug temperiert ist oder (noch besser!), dass ihm das Menü nicht kreativ genug ist, im Vergleich zu seinem, das meiner Meinung nach echt überladen war. Gut, ich hab es nicht probiert, aber ich kann es mir als zu viel vorstellen, wenn so ein Berg an Gerüchen und Geschmäckern auf dem Teller durcheinander gewirbelt wird.
Und sein ständiges Geschnüffle nervt mich auch. Wir wissen alle, dass er Parfümeur ist, aber deshalb muss man doch nicht stundenlang an einer kalten Gurkensuppe rumschnüffeln, da gibt es nicht viel zu riechen, auch nicht für den Großmeister aller Gesichtsärker! *grrrr*, der macht mich kirre, der Typ...
Sympathisch find ich dagegen Nicole und die andere Blonde. Die sind ja wohl mal richtig klasse, mit ihren ständigen Lachkrämpfen. Mal sehen, was heute wieder zum kollektiven Zusammenbruch führt ;-)
Außerdem haben sie eine gute Einstellung zu dem ganzen Spiel, denn etwas anderes ist es ja schließlich nicht.
Aber Mr. Nose himself sieht sich ja an der Spitze...meine Güte, wie kann man nur so eingebildet sein, wie geht das???
Der Personaltrainer. Hm. Ich weiß nicht. Der ist nicht Fisch und nicht Fleisch (das er ja nur durchgebraten mag und Fisch überhaupt nicht). Auf jeden Fall ist er schon mal netter als der andere.
Und die Sachbearbeiterin, Mary, die is auch ganz nett. Ruhig, bisschen zurückhaltend, aber kein bisschen langweilig. Ich glaub, die kann ziemlich unterhaltsam sein.

Nun gut.

Mittwoch, 15. August 2007

Beim Häuten der Zwiebel...

...bin ich mir über meine Vergangenheit bewusst geworden und habe den Entschluss gefasst:
Es gibt keine wirksame Diät! - NIEMALS!

Es war jetzt die 3. und sie hat auch nichts gebracht...irgendwie bin ich einfach unfähig sowas durchzuhalten.
Aber ich beginne die 4. und bin voller Hoffnung, dass es vielleicht doch endlich mal klappt. Es muss sich was ändern, denn so kann es nicht weitergehen.

Ja, ich war wieder im Kleintierhaus und JA, es war wieder langweilig wie sonstwas. Danach waren wieder die Ratten und Frettchen, Mäuse und Hamster dran und es nervte mich wieder, dass ich erneut den Sohn eines Pflegers an der Backe hatte, weil der ständig durch den grade zusammengefegten Dreck gelatscht ist oder mir im eh schon kleinen Rattenzimmer im Weg stand...aber ich blieb ruhig und hörte weiter seinem endlosen Gebrabbel (auch noch mit leicht thüringischem Akzent!) zu.

Dr. House hab ich gestern wieder verpasst, langsam bin ich echt auf Entzug.
Dafür konnt ich mir in Ruhe den Rest meines Murakamis (South of the border, West of the sun) zu Gemüte führen und am Ende zu folgender Meinung kommen: Er hat schon Besseres geschrieben. Kafka on the shore hat mir eindeutig mehr zugesagt, oder die Geschichte, bei der das Mädel in der Klapse landet, deren Name mir aber grad nicht einfällt...egal.
Komischerweise überschneiden sich die Ereignisse in den Romanen immer mit meinem realen Leben, was mich schon oft stutzig gemacht hat. - aber man glaubt ja nicht an sowas wie Schicksal oder Fügung, nein!...

Jetzt hab ich "Neue Vahr Süd" angefangen und auf den ersten Seiten gemerkt, dass Sven Regener irgendwie komisch schreibt. Ständig kommt "dachte er" oder "sagte er". Das nervt einen auf die Dauer ungemein. Mich zumindest.

Aber gut, langsam krieg ich Hunger. Es ist jetz viertel nach drei und ich hab noch nichts gegessen. Sollte ich vielleicht mal tun.
Und heute abend wieder "Das perfekte Dinner", ich freu mich drauf! - Auch wenn ich jedes Mal Hunger bekomme...

Dienstag, 14. August 2007

Gutmütigkeit ist nervig!
Das ist meine Erkenntnis, die ich grade getroffen habe.
Da wartet man brav vor dem CIP-Raum (Computerraum in der Unibib), bis endlich ein Platz frei wird und dann drängelt sich jemand vor, der sich, grade zum Bekannten vor mir dazugestoßen, einfach so auf den frei gewordenen Platz setzt. Die, besser gesagt.
Und wer steht kochend im Türrahmen und hält trotzdem brav die Klappe. - Is klar, ich nun wieder.
Haach, warum kann ich nicht ein Mal ein Arschloch sein? - ich meine bewusst...

Und ich durfte wieder das Kleintierhaus und das Rattenzimmer saubermachen, danach abspülen und abtrocknen.
Ein langweiliger Tag, an dem es nur wenige Highlights gab:
ich wurde drei Mal von einem erwachsenen Frettchen gebissen, nachdem ich es nach seinem gelungenen Ausbruch aus dem Käfig wieder in den selben befördern wollte; Pepe (ein kleiner, weißer Mischling) hat in die Küche gepinkelt und ein Hase hat mich angegriffen, als ich ihm sein Futter auswechseln wollte.
So ist es also, wenn man Praktikum macht: man darf das tun, was die normalen Angestellten am wenigsten mögen und bekommt dann genervte Augen hingedreht, wenn man am nächsten Morgen freundlich und erwartungsvoll fragt, was man denn machen soll.
Ich dachte ja, dass die Zeit im Altersheim nicht mehr zu toppen ist, aber das Tierheim holt langsam auf.
Noch eineinhalb Wochen, dann ist es geschafft.
Vielleicht sollte ich das bisher gelernte autogene Training ein bisschen umändern und mir immer wieder sagen, dass es ja vorbeigeht, es wird nächste Woche enden, danach muss ich nie wieder in ein Tierheim, wenn ich es nicht will (wonach es im Augenblick nicht aussieht), so leid mir die Tiere auch tun.
Oh man, irgendwie fällt mir heute kein lustiger, spritziger Text ein, den ich hier veröffentlichen könnte. Mein Nacken ist mehr als verspannt, ich hab Rücken und Füße, die Bisse tun höllisch weh und nachdem ich den Rat befolgt habe und das autogene Training im liegen (auf dem Boden, mein Schlafsofa ist nicht breit genug um seine Arme neben sich zu legen, ohne runterzufallen) gemacht habe, habe ich auch noch Kopfschmerzen.
Ich bin ein Wrack.
Aber mir fällt grad ein, dass ich heute eine CSI-Ratte gesehen habe. Sie hat ein braun-rötliches Fell und hällt immer den Kopf schief. Woran erinnert uns das???

Nun denn, ich quetsch hier jetz noch nen müde lächelnden Smily hin ;-), so, und das war´s dann für heute.
Vielleicht schaff ich es beim nächsten Eintrag ein wenig mehr Stimmung rüberzubringen, gute meine ich...
Tschö.

Nachtrag zum 13. August

Im Eifer des Gefechts habe ich gestern doch glatt etwas Wichtiges vergessen:
Es war Linkshändertag!
Und wie ich durch das Radio erfahren habe, befinde ich mich mit Charlie Chaplin, Albert Einstein, Jimmy Hendrix und Paul McCartney in bester Gesellschaft. Ach ja, und Ned Flanders, der Nachbar der Simpsons, der ist ja auch Linkshänder. Allerdings unterscheiden sich unsere Ansichten, was Glaube und Religion angeht doch sehr...

Montag, 13. August 2007

Vom Tier gelernt (Teil 1)

Jemand streicht einem sanft über den Rücken.
Fährt mit seinen Fingern gefühlvoll durch die Haare und krabbelt einem dann den Nacken. - Wer wünscht sich das nicht?
Aber wie äußern? Wie sage ich meinem Gegenüber, dass es mir jetzt tausend Mal lieber wäre, wenn er die Klappe halten und mich ein wenig kraulen würde?

Man sollte sich einfach mehr von den Tieren abkucken.
Die machen das ganz einfach:
Katzen z. B. stellen sich vor einem hin, machen kurz "miau", kucken treudoof und schon haben sie einen um den Finger gewickelt. - Mich zumindest.
Und schon entdeckt man eine Seite an sich, die man gar nicht gewohnt ist. Man kann "liebevoll" sein. Na sowas!
Ein anderer guter Trick ist auch, dem ausgewählten "Opfer" um die Beine zu schleichen. - Gut, bei uns Menschen sieht das wahrscheinlich weniger elegant aus und im Restaurant kommt das auch nicht so gut, da sollte man dann doch eher miteinander reden...aber zu Hause...*g*.
Eine dritte Möglichkeit geht folgendermaßen:
Man (als Katze) wartet, bis sich die Praktikantin vor den Katzenklos niederkniet, um wiedermal Katzengoldschürfer zu spielen. Dann schleicht man ein bisschen durch die Gegend und am Ende nimmt man ein wenig Anlauf, krallt sich an Hosenbund und T-shirt fest und steht letztlich auf dem Rücken der Praktikantin, die auf Grund zu großer Unbeweglichkeit nicht in der Lage ist, einen vom Rücken zu nehmen. Dann dreht man sich noch zwei Mal um sich selbst und lässt sich im Nackenbereich gemütlich nieder. Prima Plätzchen!
Auch diese Methode der Annäherung sollte unter Menschen vermieden werden, da folgenreiche Verletzungen auftreten können und außerdem dürfte es sich als äußerst peinlich erweisen, seinem Arzt den Hergang des "Unfalls" zu schildern...

Der Abschnitt "Verhaltenslehre" ist damit beendet.

Tja, die neue Woche hat begonnen und es ging mit dem alten Mist weiter. Ich war wieder im Kleintierhaus und langsam gehn mir die Hasen und Meerschweinchen auf den Zeiger.
Gestern allerdings, durfte ich sogar mit nem Hund raus.
Ja, es war Sonntag und Ja, ich habe gearbeitet. Doppelt freiwillig sozusagen.

Und heute war zum ersten Mal autogenes Training angesagt.
Zwischendurch musste ich mich wirklich zusammenreißen. So ernst ich das ganze auch nehme, aber wenn man mit geschlossenen Augen in einem Korbsessel hockt und die Dame gegenüber sechs Mal "Der linke Arm ist ganz schwer" und ein Mal "Ich bin ganz ruhig, Ruhe kommt von selbst" wiederholt, das auch noch drei Mal insgesamt, dann fragt man sich schon, wo wohl die versteckte Kamera sein könnte.
Blöderweise hatte ich dann auch wieder einen Film (Film: eine reale Situation wird im Kopf weiter gedacht; oft seehr phantasievoll...), musste mich also wirklich sehr am Riemen reißen, um nicht loszulachen.
Es ging aber alles gut und nach einer Weile konnte ich mich auch auf die Sache einlassen. Am Ende war ich wirklich der Meinung, dass mein linker Arm schwerer und wärmer (!) als mein rechter war. - Sehr strange...

Abends hab ich mir dann "Auf und davon - Mein Auslandstagebuch" reingezogen. Ein Aupair in Washington, das mit der Beaufsichtigung der Kinder vollkommen überfordert ist und dessen Englisch hart an der Grenze zur Körperverletzung verläuft. - Da fühlt man sich doch glatt ein wenig intelligent.
Aber ich habe mir sagen lassen, dass man in Amerika mit großen, ehrfurchtsvoll blickenden Augen angesehen wird, wenn man nur ein paar Brocken sprechen kann. Nun ja. Amerika. Ich werd nich ganz warm damit. Aber vielleicht sollt ich erst mal hin und mir dann mein Urteil bilden.
Auch wenn ich mir jetzt schon sicher bin, dass ich trotzdem mehr auf den britischen Akzent abfahre...
So long!

Ich und mein Mut. - Warum ich nicht weiß, wie lang ich noch lebe. (aus schlechteren Tagen)

Der Lautsprecher brüllt irgendwas von "together" und "tonight" und "allways me and you" und ich sitze, hänge allein in meinem Stuhl und weiß, dass ich heute nacht und auch morgen nacht und die Nächte darauf allein sein werde.
Und ich werde die nächsten Wochen, Monate und Jahre allein sein. Egal wo ich bin und was ich tue, ich bin und tue es allein.
Meine Welt besteht aus zwei Personen: Das sind ich und "die anderen". Mehr gibt es nicht.
Diese zwei Personen werden nie ein Paar. "Die anderen" kann prima für sich sein, weil er nicht alleine ist mit sich, weil er sich mag und sich schätzt, weil er lieben kann. Er kann sich lieben.
Ich aber kann nur alleine sein und das nicht gut, weil ich mit mir alleine bin.Ich hasse mich abgrundtief und das Schlimmste ist, dass ich nicht lieben kann.Weil ich nicht lieben darf. Ich verbiete es mir! Ich will den anderen nicht weh tun oder sie enttäuschen, darum liebe ich nicht. - Und liebe doch. Geheim und verboten. Falsch. Und ich hasse mich dafür um so mehr.
Immer wieder hasse ich mich so sehr, dass ich mir nur noch eines gönne: den Tod. Er ist das Einzige, was mir noch zusteht. Aber ich bin zu feige.
Dann fange ich wieder an mich zu schneiden. Ich nehme die aus einem Rasierer feinsäuberlich ausgebaute kleine Klinge aus dem schmalen Karton mit den Pflastern drin und lege sie vor mir auf den Schreibtisch, der vorher schön aufgeräumt wurde. Dann lege ich ein Pflaster daneben und einen Verband.Ich kremple meinen Ärmel hoch und wische die Stelle am Oberarm, an der noch keine Narben sind mit einem feuchten Reinigungstuch ab.Dann nehme ich die kleine Klinge in die Hand und sehe sie mir genau an, danach setze ich sie an, übe einen leichten Druck aus und mache den ersten Schnitt.
Es blutet nicht genug, also folgen ein zweiter und ein dritter Schnitt, bis mir kleine rote Bächlein den Arm herunterfließen.
Ich sehe dem ganzen ruhig zu und werde innerlich leichter. Als es genug geblutet hat, wird das vorbereitete Pflaster genommen und drauf geklebt. Der Ärmel wird wieder herunter gekrempelt. Die Klinge wird abgewischt, in die Schachtel gelegt und diese kommt an ihren Platz im Schrank unter dem Bücherregal.
Dann sitze ich wieder am Schreibttisch.
Ich weiß, dass es falsch war, was ich getan habe.
Ich hätte das tun sollen, was mir in der Therapie gezeigt wurde. Eine der vielen Möglichkeiten, die innere Spannung abzubauen.
Aber ich habe mich wieder geschnitten. Neue Narben werden bleiben.
In den nächsten Stunden wird das schlechte Gewissen in mir brodeln.
Du hast versagt! Du hast dich wieder geschnitten! Versager!
Am nächsten Morgen wird es mich wecken. Subtil und hinterhältig wird es mir aus dem Spiegel entgegenstarren.
Erst wenn ich die Narben nicht mehr spüre, wird es weg sein.
Bis zum nächsten Mal.
Aber habe ich dann vielleicht den Mut, den endgültigen Schnitt zu machen?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß nicht, wie lange ich mir noch gebe.
Wie lange lass ich mich noch am Leben?
Nicht einmal ich kann mir die Antwort geben.
Und die anderen wissen nichts davon.
Sie haben keine Ahnung, dass ich mir vorstelle, wie es wohl auf meiner Beerdigung sein wird, während sie mir bei einem Kaffee von ihren schrägen Dozenten oder ihrem Praktikum erzählen. Sie ahnen nicht, dass ich mich schlecht fühle, nur weil sie mit mir hier sitzen und ihre Zeit verbringen. Kein Schimmer von den Vorwürfen, die ich mir mache, weil ich ihnen ihre kostbare Zeit raube. Dabei haben sie mich doch eingeladen. Warum wohl?
Die Selbstzweifel kommen wieder hoch und als sie mich anlachen und freudestrahlend von ihren Mitbewohnern erzählen, frage ich mich wieder mal, warum sie sich eigentlich mit mir abgeben, bin ich mir erneut sicher, dass ich es nicht verdient habe, mit ihnen befreundet zu sein.
Sie haben keine Ahnung, dass ich Angst vor dem Alleinsein habe, dass ich mich davor fürchte, in meinem Zimmer zu hocken und irgendwann doch die ganze Schachtel Tabletten zu nehmen, statt der verordneten Dosis.
Sie wissen nicht wie es ist, wenn man sich zwingen muss, nur eine bestimmte Anzahl von jeder Tablette in das kleine Döschen zu geben, das einen über den Tag hin bis zur Nacht begleiten wird.
Ich habe Angst vor mir selbst.
Angst davor, irgendwann keine Angst mehr vor dem Tod zu haben.
Ich fürchte meinen Mut.
Und das macht es so schlimm, mit mir allein zu sein.
Einmal hab ich Büchner gelesen, die Hundeblume. Darin beschreibt er genau das, was ich fühle.
"Und nun hat man mich mit dem Wesen allein gelassen, nein, nicht nur allein gelassen, zusammen eingesperrt hat man mich mit diesem Wesen, vor dem ich am meisten Angst habe: Mit mir selbst."

Freitag, 10. August 2007

Wie schnell sich eine Meinung ändern kann UND "Das letzte Einhorn"

Heute war nicht nur wieder das Kleintierhaus dran.
Nein, ich durfte auch wieder das Nagerzimmer, sprich die Ratten (sehr cool), den Hamster (langweilig, weil nur am pennen), die Mäuse (zu klein...!) und die Frettchen versorgen.
Letztere lösten folgende Situation aus:
Gedanke beim Erblicken des an meiner Hand schnüffelnden Frettchens: Is ja goldig, voll die Knopfaugen und die süßen Pfoten, die meinen Finger festhalten, das Fell ist auch ganz ....
Gedanke beim gebissen werden: Drecksvieh!
Ja ja, so schnell kann´s gehn. Am Ende war ich dann doch der Sieger und letztlich waren dann alle wieder im richtigen Käfig. Und wenn man nicht grade von ihnen gefressen wird, sind sie wirklich drollig, v.a. die Kleinen, wenn sie, sich gegenseitig zwickend, wie ein Knäuel über den Boden kullern.

Gestern hab ich mit vollem Körpereinsatz gearbeitet und mich nebenbei auch noch auf dem Feld der Pädagogik versucht, da einer der Pfleger seinen Sohn dabei hatte und ihn zu mir brachte; er solle bei mir mithelfen.
Ich war natürlich wieder hilfsbereit wie sonst was, "Klar, kein Ding! Wir kommen schon zurecht.".
Ich blieb souverän. Auch als er zum tausendsten Mal eine Käfigtür offen gelassen hatte und ich den Hasen wieder einfangen musste. Ich sagte nichts und versuchte nebenbei meiner normalen Arbeit nachzugehen, nämlich dem Saubermachen der Käfige.
Im NAchhinein hätte ich doch was sagen sollen, denn als ich grade wieder aufstehen und einen der letzten Käfige schließen wollte, spürte ich einen extrem schmerzhaften, stechenden Schmerz am Kopf.
Natürlich: er hatte das Metalltürchen mit dem lustigen kleinen Stift, der zum Verschließen dient und der nach unten vorsteht nicht zu gemacht. Und ich war beim Aufstehen mit voller Wucht dagegengeknallt.
Es hat zwar nicht geblutet, tut aber immer noch echt heftig weh und ist nahe daran ein Horn zu werden...

Ein wenig versöhnt wurde ich dann gestern aber doch noch, denn am frühen Abend entschloss ich mich dazu, zum Institut für Geschichte in die Kochstraße zu latschen und mal zu kucken, ob die Klausurergebnisse der Klausur aushingen, über die ich mich so tierisch aufgeregt hatte.
(der aufmerksame Leser wird sich erinnern)
Sie hingen aus.
Ich suchte die Liste also nach meiner Matrikelnummer (ja, so schnell wird man zur Nummer!) ab und versuchte mich nicht von den zahlreichen rot unterlegten Kästchen beeindrucken zu lassen, die nichts anderes bedeuteten als "durchgefallen".
Ziemlich weit unten stand dann meine Nummer und ich war mehr als überrascht, als ich am Ende die Zahl "2,0" stehen sah.
Unmöglich! Ich muss in der Zeile verrutscht sein. Nochmal suchen!
Nachdem ich drei Mal meine Nummer auf der Liste gesucht und etwa 10 Mal mit der Nummer auf meinem Studentenausweis verglichen hatte, war ich dann doch überzeugt, die Klausur bestanden zu haben.
Nummer drei von vier. Nicht schlecht bis jetzt.
Wenn das nur so weitergehen würde...

Jetzt werd ich erst mal meinen freien Tag genießen und am Montag zum ersten Mal autogenes Training ausprobieren. Bin ja sehr gespannt ;-)

Mittwoch, 8. August 2007

Weitere Erkenntnis...

...auch von einer jungen Katze.
(v.a., wenn sie einem das Hinterteil direkt ins Gesicht reckt...)

Heute war das Kleintierhaus dran.
Jede Menge Hasen, ein paar Meerschweinchen, Rennmäuse, ein Papagei, zwei Nymphensittiche, Chinchillas und - Degus.
Degus sind eine Mischung aus Ratte und Eichhörnchen, würde ich jetzt mal so sagen... Jedenfalls sind es unglaublich possierliche Tierchen, die ich mir echt anschaffen würde, wenn ich die Zeit hätte, mich wirklich um sie zu kümmern und wenn das nötige Geld da wäre, denn Futter muss ja schließlich auch her.
Erschreckend war, wie viele Hasen auf ihrem Zettel, der an jedem Käfig hängt, als Grund für ihren "Aufenthalt" im Tierheim das Wort Zeitmangel stehen haben. Und noch heftiger ist, dass einige von ihnen einfach vor die Tür gestellt wurden. Ohne Zettel oder sonstwas, einfach auf gut Glück. Eine Sache, die ich echt nicht verstehen kann. Aber es muss auch Idioten geben.

Als ich grade drüber war, einen der Käfige zu reinigen, soll heißen die vollgepinkelte Streu rauszuholen, neues Futter und Heu reinzustellen, schaffte es doch tatsächlich einer der beiden Hasen, aus dem Käfig zu huschen.
Super.
Jetzt durfte ich also hinter diesem kleinen grauen Häschen, das fröhlich durch den Raum hoppelte, herlaufen und versuchen, es wieder einzufangen. Es gelang mir, aber fragt nicht, wie ich danach aussah.
Einer der Hasen, war vor kurzem kastriert worden und war ziemlich agressiv. - Ich bin zwar weiblich (kaum zu glauben), aber irgendwie konnte ich ihn verstehen.

Nach einer kurzen Arzt-Pause (ich, nicht die Tiere!) kam ich zurück und versorgte die Vögel und Degus. Einer der Nymphensittiche kann sogar eine Melodie pfeifen und wir wechselten uns lustig ab, wodurch sich eine prima Konversation entwickelte.

Resüme des heutigen Tages:
Ich kann wirklich mit Tieren.

Frage des Tages (die mir zugegebenermaßen ein wenig Sorgen bereitet):
Will ich wirklich studieren?...

Nachricht des Tages:
Ich habe die NDL-Klausur mit einem Ergebnis zwischen 1 und 2 bestanden, laut Aussage einer Mail der Dozentin.

Menü des Tages:
....ne, Schmarrn....

Ich geh jetz nach Hause, mach mir ne Lecker Forelle mit Erbsen - habe ich schon erwähnt, dass ich leidenschaftlich gerne koche? - und genieße meinen neuen Murakami. In english. (Fragt mich nicht warum ich den nicht auf Deutsch lese. Is ne Macke.)

Um mit einem weiteren Zitat von Homer (S.) zu schließen:
Juhuu!

In diesem Sinne!

Dienstag, 7. August 2007

Erkenntnis des Tages

Ein Katzenpups stinkt fürchterlich.

Montag, 6. August 2007

Praktikum I.

Ich will ´ne Katze!
So ist zumindest der momentane Stand nach dem ersten Tag im Tierheim.
Ich bin mir sicher, dass sich das, so ich die Gelegenheit bekomme mich mal um die Hunde zu kümmern, zu Gunsten eben dieser ändern wird.
Wie gesagt, meinen ersten Tag verbrachte ich damit von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr zusammengeklumpte Katzenkacke (ich sag´s einfach mal deftig) in einem Eimer zu sammeln, die Katzenzimmer, immer hin vier Stück, raus zu kehren und zu wischen, Katzenklos zu spülen und Futter rein zu stellen.
Resultat: oben genannter Wunsch und eine Blase an der linken Hand vom ewigen Wischen mit dem Mopp.
Ja, das ist wirklich Arbeit.
Und es macht Spaß.
UND: Ich hab tatsächlich nichts falsch gemacht + ich habe mich getraut, Fragen zu stellen und mit den Leuten dort zu REDEN!
Wenn ich ehrlich sein soll, habe ich mich glaub ich echt wacker geschlagen und im Vergleich zu den beiden anderen Mädels, die dort noch "arbeiten", hab ich wohl eine positivere Bewertung verdient.
Denn sie waren immerhin zu zweit und haben es nicht mal fertig gebracht zwei Zimmer zu wischen. Nein. Sie redeten und redeten und redeten usw. und begingen den wahrscheinlich größten Fehler, den man als Praktikant nur machen kann: Sie sagten zu einer der Angestellten, dass sie ja jetzt fertig seien, ob sie nicht schon mal unterschreiben und gehen könnten.
Wenn mich nicht alles täuscht, sollte man genau das nicht tun, weil: schlechter Eindruck.
Klar, es geht bei dem Praktikum um nichts, ich muss nur drei Wochen dort arbeiten und dann hat sich die Sache. Aber ich habe (wie immer) auch noch den Anspruch, dass ich meine Sache möglichst gut machen möchte, dass ich den Leuten wirklich eine Hilfe sein will und nicht nur lästig oder gar zusätzliche Arbeit.
Ich hab mir echt Mühe gegeben und immer gleich gefragt, was ich noch machen kann, wenn ich mit einer Sache fertig war.
Zum Schluss hab ich schließlich noch den Gang gekehrt und gewischt.
Und da kam dann die "alte" Stina wieder durch.
Die zwei Mädels waren nämlich damit beschäftigt das Nagerzimmer und die darin befindlichen Käfige zu reinigen und neu einzurichten.
Sie hatten auch gesehen, dass ich den Gang kehre. Keine Frage.
Aber sie liefen jedes Mal wieder mit dreckigen Näpfen und Futterschalen durch den Gang und achteten kein bisschen darauf, ob die Streu, die noch am Napf hängt, nun den frisch gekehrten Gang wieder einsaut oder nicht.
Was mach ich? - Ich halte die Klappe und kehre eben nochmal.
Gleiches wiederholte sich beim Wischen, wobei ich da dem Spiel noch die Krone aufgesetzt habe, denn als ich so vor mich hin wischte, fragte das eine Mädel doch glatt, ob ich nicht auch noch den Boden im Nagerzimmer wischen könnte.
Was mache ich? - "Ja klar, kann ich machen." Und das auch noch mit einem freudigen Lächeln.
Zehn Sekunden später dachte ich mir in beiden Fällen den Gleichen Gedanken, wie ein berühmter amerikanischer Philosoph namens H. Simpson, nämlich "NEIN!".

Aber was soll´s. Es hat Spaß gemacht und die kleinen Katzen, die sofort an meinem Bein hochkletterten und total verspielt den Wischmopp erlegen wollten, haben mich dafür entschädigt.
Tiere tun mir gut.
Das ist das Fazit, das ich nach dem heutigen Tag ziehen kann. Auch wenn mir das nun schon mehrmals gesagt wurde und ich weiß, dass ich mit Tieren sogar besser kann, als mit Menschen.
(Mehr dazu in meinem Artikel auf der NEON-Seite...)
Ich freue mich auf morgen (solang ich nicht daran denke, dass ich die nächsten drei Wochen um 7.00 Uhr aufstehen und da hinradeln muss ;-)

So long,
Stina (die grad fröhlich und zufrieden grinst, weil sie zum ersten Mal seit langer Zeit mal wieder das Gefühlt hat, gebraucht zu werden und etwas zu nützen; und die sich jetzt mit "Schatten im Paradies" in den Schlossgarten legt)

Donnerstag, 2. August 2007

Flo

Ich hab dich an Silvester kennen gelernt.
Wir haben Karten gespielt, du hattest deinen orangen Pullover mit dem braunen Querstreifen an und um Mitternacht haben wir mit Kindersekt angestoßen und uns das Feuerwerk angesehen.
Du hast oft Gitarre gespielt, selten geredet und ab und zu gelächelt.
Deine Stimme war warm, ruhig und sehr angenehm. Ich hab dir gerne zugehört.
Du hast viel geschlafen und konntest dich grade mal zehn Stunden zurückerinnern.
Das kommt von den Drogen. Hast du gesagt.
Du liebtest Jazz und klassische Musik. Dein Saxophon hast du nicht gespielt, weil mal von "oben einer geklopft hat". Ich hätte es gerne mal gehört.
Beim Kartenspielen warst du immer dabei.
Beim Monopoly hast du mir Geld geschenkt.
Das fand ich süß, aber habe es dir nicht gesagt. Ich war zu schüchtern. Ich habe mich nie dafür bedankt.
Du hast mal über mich gelacht. Das hat mich gefreut.
Ich war ein bisschen in dich verliebt, aber konnte es dir nicht sagen.
An deinem letzten Tag wolltest du unbedingt noch mal Karten spielen.
Als deine Mutter kam, haben wir abgebrochen. Bis Dienstag. Hast du gesagt.

An einem Samstag blätterte ich die Zeitung durch.
Draußen regnete es und es war kalt.
Dann las ich deinen Namen.
Er war schwarz eingerahmt. Liebe hält euch am Leben. Hast du schreiben lassen.
An einem Freitag bist du gegangen.
Am Montag hast du dich zum letzten Mal schlafen gelegt.
Du wolltest nicht mehr aufstehen.

Ich kannte dich nur drei Wochen.
Ich mochte dich sehr.
Ich konnte es dir nicht sagen.
Ich hasse mich dafür.

Aber jetzt kannst du Saxophon spielen. Keiner wird mehr klopfen.
Und du kannst malen.
Und ganz lange schlafen.

Du fehlst mir.

Mittwoch, 1. August 2007

Endlich wieder zu Hause!

Ich stecke den Schlüssel ins Schloss, dreh ihn um, öffne die Haustür.
Es riecht ein wenig nach Weihrauch, nach Kirche, nach altem, aber sauberem Teppichboden.
Langsam drücke ich die Tür wieder ins Schloss, nehme meine Taschen und mache mich auf den Weg nach oben. Die Stufen der Holztreppe knarren ein wenig. Jeder Schritt bringt mich meinem Zimmer näher. Im Postfach: kein Brief für mich. Von wem auch.
Die nächste Treppe wird in Angriff genommen und als ich oben angekommen vor der Zimmertür stehe, den Schlüssel im Schloss klappernd herumdrehe weiß ich: Ich bin zu Hause. Endlich.

So war es, als ich gestern endlich wieder in Erlangen war.
Eine Woche bei der Familie und man weiß wieder, warum man nicht in Bamberg studiert und ausgezogen ist. Das fängt bei den ungewohnt vielen Menschen um einen herum an und hört beim Essen auf, bei dem man sich immer wieder fragt, wenn es vor einem auf den Tisch kommt: Gibt´s das auch in gesund?
Gut, mein Zimmer hier sah aus wie ein Schlachtfeld. Die letzten Spuren des Lernmarathons sind noch nicht beseitigt.
Aber: es stört keinen. Ich kann es auch liegen lassen. Niemand wird es bemängeln. Es ist mein Zimmer. Mein Chaos. - Das ich heute oder morgen auflösen werde, denn so kann man nicht leben...
Und ich kann mir wieder lecker was kochen. Ohne Sahnesoße (eher Sahne mit Geschmack), mit Öl statt Butter, ohne Mehl, mit viel Gemüse. Herrlich!
Goldene Zeiten kommen auf mich zu.
Das erste Buch ist auch schon beendet. Bronsteins Kinder. Wie ich es finden soll, weiß ich noch nicht. Anfangs dachte ich, dass es nicht schlecht zu sein scheint, aber jetzt, da ich das Ende kenne, finde ich es nicht mehr ganz so toll...
Mal sehen, was ich mir als nächstes zu Gemüte führe.
Für heute ist hier erst mal Schluss.
Die Sonne scheint und der Schlossgarten, der ob der zahlreichen Sandhügel wie Verdun anmutet, ist trotzdem irgendwie schön.
Ich hab frei.
Ne, watt is datt schön ;-)

Donnerstag, 26. Juli 2007

Wie - Freizeit?!

Tja,
nun sind sie also da, die ersten Semesterferien.
Bis ende September keine Uni.
Und irgendwie habe ich Angst davor.
Gut, ich habe drei Wochen ein Praktikum im Tierheim und eine Woche Orientierungspraktikum. Aber was mach ich mit der restlichen Zeit? Ich kann doch nicht ständig alleine irgendwo rumhängen. Da dreh ich nach zwei Tagen am Rad. Und da hilft dann auch noch so viel Qi Gong nicht weiter (was in der Prüfungszeit echt wirksam war, muss ich zugeben).
Seit Montag um 16.50 (ich war wieder früher fertig...) hab ich frei und kann noch kein bisschen abschalten. Das fühlt sich verdammt komisch an.
Hm - Uni macht irgendwie krank: erst läuft alles seinen Gang, dann gibts riesen Prüfungsstress und dann is plötzlich wieder Windstille. Leute, so gehts nicht.

Ein bisschen kommt man sich da vor wie ein gewisser Franz B. aus Berlin, der eines Tages vor dem Gefängnistor der Tegeler Anstalt stand und sich nicht getraut hat, in die nächste Tramm zu steigen.

Mal sehen, vielleicht kann ich wieder ein wenig schreiben. Das hilft ja meistens die Zeit rumzubringen.
Ach, und lesen kann ich ja jetzt auch was ich will und wann ich will, und malen... ins Kino auch... hm... ich glaube so schlimm wird es gar nicht. Und wenn doch, mach ich´s wie Elling, denn "Wenn es zu schlimm wird, können wir immer noch wegrennen".

Sonntag, 22. Juli 2007

Kurzgeschichte (sehr kurz)

Ich stand auf dem Bahnsteig und überlegte wieder wie es wohl sei, von einem Zug erfasst zu werden. Sich einfach auf die Schienen zu stellen und darauf zu warten, dass dieser heranfliegende Haufen Stahl auf dem Körper auftrifft. Spührt man den Aufprall? Hört man die eigenen Knochen brechen? Was denkt man, wenn man da steht und wartet, als sei es das, was ein Mensch eben tut. Dastehen und auf einen Zug warten. Auf den sicheren Tod warten. Ist man fähig zu stehen? Oder ist man gewillt, sich hinzuknien, wie vor einem Richter, der das Urteil verkündet, man habe sein Recht zu sein verwirkt, nun folge das Nichts?
Denkt man an Freunde? An die Familie? An den Busfahrer, der einen zur Haltestelle nahe den Gleisen gebracht und einen so unfreundlich angeschnautzt hatte, als man das Fahrgeld nicht passend hatte?
Denkt man an den Zugführer?
Oder fragt man sich, was mit dem eigenen Fahrrad passiert, das man vor einer viertel Stunde am Gartenzaun eines Mehrfamilienhauses abgeschlossen hat?
Wird man ungeduldig, wenn der Zug sich verspätet? Kommt man gar ins Grübeln über seine Entscheidung oder besitzt man kein Zeitgefühl?

Ich stehe auf dem Gleis und fühle, wie der Wind mich umtanzt. Immer wieder schiebt er sich durch meine Haare, kneift mich in die Ohren und drückt gegen meinen Rücken, als wolle er mich meinem Ende näherbringen. Leise beginnen die Schienen zu flüstern. Ich sehe sie an und sie glänzen matt zurück. Dann geht mein Blick in die Ferne. Meinem Ziel entgegen. Es ist egal wann er kommt, solange er nur kommt.
Jetzt singen sie. Sie singen für mich. Ein Solo in moll. Sie werden lauter und ich lege meinen Kopf in den Nacken. Die Hände in den Hosentaschen warte ich mit dem Blick nach oben gewendet. Zum letzten Mal Dein weißes Gesicht, zum letzten Mal mein Blick zu Dir und deiner Stimme. Komm.
Wie der Ton einer sanften Jazz-Trompete drängt sich das Signal des nahenden Zuges in meinen Kopf. Der Wind schweigt, die Nacht hält den Atem an. Mein Leben steht im weichen Licht einer Straßenlaterne, legt zwei Finger an die Stirn und verabschiedet sich lässig, wie von einem guten Bekannten.
Wieder die Trompete. Er spielt sie gut. Sie kommt näher. Ich schließe meine Augen und denke mir - komm.

Ein Güterzug rauschte, einen lauten Takt schlagend, an mir vorbei. Sein Sog zupfte an meiner Jacke. Lockend, bettelnd, ungeduldig, wie ein kleines Kind, das einem etwas unglaubliches zeigen will. Komm.
Das Rauschen nahm kein Ende. Aber als es abriss, war alles seltsam stumm.
Betretene Stille legte sich wie ein schweres, nasses Tuch über den Bahnsteig. Und wie jemand, der vergeblich versucht, seinem verpassten Bus nachzurennen, stolperte ein Fetzen Papier, wie ein Taschentuch, über die Schienen. Es schrie verzweifelt hinterher, aber es war zwecklos. Von der Gewissheit ausgebremst wurde es langsamer und blieb schließlich neben den Schienen liegen. Es musste eingesehen haben, dass es nicht dazugehört. Es war nicht einer dieser Stahlkolosse, die sich unermüdlich durch die Welt schoben, sinnerfüllt die Aufgabe ausführend, zu der sie gemacht waren. Nein. Es rannte einem fremden Sinn hinterher. Es war zu langsam, zu leicht und zu schwach. Es war leer, kantig und etwas angerissen. Abgenutzt und verloren gegangen.
Ich war Papier.

Freitag, 20. Juli 2007

...and on and on...

Ja,
tatsächlich. Es geht weiter und weiter und weiter.
Heute war die vorletzte Klausur (auf die ich gleich im Detail eingehen werde) und ich war wieder früher fertig. Viel früher. Aber heute lag es ausnahmsweise mal an der Klausur und nicht an mir.
Fach: Neuere und Neueste Geschichte + zugehörige Übung
Dozenten: A, B, C (um hier niemanden denunzieren zu müssen...)

Wir bekamen also drei Bögen ausgeteilt.
Aber als ich den ersten vor mir liegen hatte und durch die Rückseite eine der Fragen zu lesen war, war ich schon kurz davor, aufzustehen und zu gehen.
"Welches Buch verfasste Tommaso Campanella im Jahre XY?"(Jahreszahl hab ich vergessen...)
a) der Name wurde 1 Mal kurz in der Vorlesung genannt. Dann nie wieder.
b) das Buch hat keine großen Auswirkungen auf die Geschichte.
c) eigentliche Themen der Klausur: Humanismus, Reformation, 30-jähriger Krieg, Absolutismus & Aufklärung
d) WAS SOLL DER MIST?


Wenn ich eine Klausur in Geschichte schreibe, dann gehe ich davon aus, dass nach Zusammenhängen, Daten, evtl. einer Kombi aus Namen & Daten gefragt wird, eben nach GESCHICHTE, nach WICHTIGEM, BEDEUTSAMEM.
Nicht nach Kinkerlitzchen, die so wichtig sind, wie der berühmte Sack Reis in China, bzw. die einen nur "peripher tangieren", um es mal förmlich auszudrücken.

Und im gleichen Stil setzte sich der gesamte Prüfungsteil des Dozenten A fort.
Kurz: ich muss hoffen (und wenn ich glauben würde, beten), dass ich mehr als die Hälfte der Punkte in diesem Teil habe, sonst darf ich die gesamte Klausur erneut schreiben.

Ganz ehrlich: hätte ich nicht zur Beruhigung vorher Baldrian genommen, ich wäre nach Verlassen des Audimax´ sowas von an die Decke gegangen, dat jlaubste jahrnich...
Ich hatte wirklich Kreislauf danach. Bei sowas geht mir einfach der Hut hoch.
Um es mit den Worten des Dozenten C zu sagen, war der Teil von A "suboptimal" (sch...) gestaltet. Aber echt.

Vielleicht noch eine schöne Nachricht (die ich mir selbst auch schon wieder schlechtgeredet habe):
Mediävistik: 1,7 = 2+ ==> strike!

Eines ist jedenfalls klar:
Ich trink zwar keinen Alkohol, aber am Montag ab 18:00 (wie ich mich kenne wieder vorher...), werde ich mir mit irgendetwas sowas von die Kante geben!
Aber scho!

Dienstag, 17. Juli 2007

and it goes on and on and on...

Leute,
was soll ich sagen, in diesem Moment habe ich das KH verlassen und meine NDL-Klausur hinter mir. Und: ich war nach 40 Minuten (von 90) fertig. Mein seltsamer run durch die Prüfungen geht also weiter.
Es ist ja nicht so, dass es das erste Mal so schnell geht, aber ich dachte, dass sich das an der Uni legt, weil hier die Ansprüche ja noch höher sind...
Nun ja, vielleicht schreib ich einfach nur sehr schnell, kann ja auch sein.
Jetzt noch die beiden Geschichts-Klausuren bestehen und dann bin ich wohl zum ersten Mal seit langer langer langer Zeit mal wieder (so etwas wie) glücklich.
Ehrlich, wenn alle Klausuren so laufen würden, wie gerade NDL, ich hätte mein Studium in null-komma-nix hinter mir.
Aber: Hochmut kommt vor dem Fall; ich warte lieber doch erst die Ergebnisse ab. Morgen bekomme ich Mediävistik zurück und da bin ich weitaus weniger euphorisch, im Gegenteil, hier muss ich hoffen, dass es gereicht hat. Wirklich.
Mal sehen.
Jetzt geh ich zurück in meine kleine private Sauna (Wohnen unterm Dach ist warm - auch ohne Dachschräge) und genieße meinen Tee, den ich seit heute morgen mit mir rumtrage und der nur unmerklich abgekühlt ist. Dank ans Wetter.
Bis die Tage!

PS: Ich glaube, ich höre mich grade ziemlich positiv an. - Muss am Baldrian liegen, mir is alles grad wurscht, ich liebe die Welt und alle Menschen (na ja, fast alle...) ;-)

Donnerstag, 12. Juli 2007

Wie immer...

Die erste Klausur ist überstanden und es hat sich seit dem Gymnasium nichts verändert:
Wir hatten 135 Minuten Zeit, um die Mediävistik-Klausur zu bearbeiten. Wer steht nach 60 Minuten auf und verlässt den Raum?
Es lief wie im Abitur:
Hinschreiben, was man alles weiß und wenn man nichts mehr weiß, was nicht schon dort steht: gehen.
Nun muss es nur noch ein gutes Ergebnis sein, denn noch mal mach ich den Kurs sicherlich nicht. Mittelalterliche Texte sind einfach nicht mein Ding. Zumindest mag ich sie nicht soo sehr, dass ich mich damit intensiver beschäftigen möchte.

Jetzt heißt es allerdings büffeln was das Zeug hält, denn NDL, Alte und Neuere&Neueste Geschichte folgen noch. Und das wird mit Sicherheit kein Zuckerschlecken.

Was freu ich mich auf die Semesterferien...wenn auch zwei Praktika auf mich warten. Das Tierheim und die Schule. Mal sehen, ob ich nicht doch noch auf Tierpfleger umsattle. Dürfte ja nicht großartig anders sein...*g*

Baggern: Eine Sache, die ich irgendwie noch lernen muss. Damit is es wie mit Fremdsprachen: wenn man sie nicht kann, findet man nur schwer Anschluss.
Blöd ist es natürlich, wenn man jemanden im Auge hat, den man durchaus gerne ansprechen würde, man aber ums Verrecken nicht weiß, wie.
Mal sehen...

Freitag, 6. Juli 2007

Kurze Info

Warum bist Du eigentlich so scheiße drauf?

Antwort:
Ich schreib am 11., 18., 20. und 23. Klausuren und bin noch nicht mal mit der Hälfte des Stoffes durch, bin nahe an einem Nervenzusammenbruch und mein Vater liegt im Krankenhaus!
Darf ich jetzt scheiße drauf sein?
Danke.

Freitag, 29. Juni 2007

Noch´n Gedicht

Ich gebe Antworten, die nicht gefragt sind.
Und stelle Fragen, einer Antwort nicht würdig.
Mein Kopf spricht mit sich selbst
und meine Hand fühlt sich nicht mehr.
Wortlos sitze ich da und schreie.
Stumm brülle ic hdie Welt an, sie möge zusammenbrechen,
aber die Trümmer liegen still.
Zu spät. Die Welt war schneller.



Die Stille wird lauter.
Jeden Tag.
Im Schlaf ist sie stumm.
Im Schlaf?
Der Schlaf ist tot. Es gibt nur noch Bewegung
oder Stillstand,
kein Schlafen, kein Wachen, kein Tag und
kein Nacht.
Nur Stille.

Die Stille wird lauter.

Jeden Tag.




Es scheint überflüssig.
Atmen, Leben, Existieren.
Das Blut pulsiert und dreht sich doch nur im Kreis.
Es kreist in mir und keiner spürt es.
Ich kreise um mich und keiner spürt es.
Es hält mich am Atmen, Leben, Existieren.
Es ist überflüssig.


(Keine Panik. Mir geht´s gut.)

Donnerstag, 28. Juni 2007

Was macht das Blatt da?

Samstag. Samstag Abend, um genau zu sein.
Wie so oft sitze ich alleine vor der Glotze und starre völlig deprimiert auf den Bildschirm, der mir grade eine Doku über einen Typen zeigt, der früher Tänzer war, durch einen Autounfall ein Bein verlor und jetzt wieder tanzt.
Nebenbei gibt´s gefrorene Beeren in Joghurt und tausend glühende Fragen in meinem Schädel, warum mein Leben so läuft, wie es läuft.
Mitten in den schönsten "es ist alles eitel"-Gedanken, zieht ein Blatt unter einem nicht weit entfernten Stuhl meine Aufmerksamkeit auf sich. Erst für ein paar Sekunden.
Dann aber bin ich irritiert, denn das Blatt bewegt sich. Ja. Es ist keine Täuschung. Und als ich genauer hinsehe, bemerke ich, dass es gar kein Blatt ist. Nein.
Es ist eine Maus.
Tatsächlich.
Wie weit muss ich gesunken sein, dass ich meine Abende mit einer Maus vor der Glotze verbringe?
Bei Jungs mag das ja öfter mal vorkommen, aber ... was soll ich mit einer Maus?
Nun ja. Zumindest war ich nicht mehr alleine. Es fühlte sich wirklich besser an, mit "jemandem" da zu hocken und wenigstens im Geiste Gedankenaustausch betreiben zu können.
Allerdings war es der Maus nach etwa einer Minute auch zu blöd und sie verzog sich. Wieder allein.
Diese kleine graubraune Maus war zu ihrer "Familie" gegangen. Ich saß weiterhin allein mit mir auf dem Sofa. Und wenn man gerade dabei ist, sich in die tiefsten Tiefen seiner Psyche zu grübeln, kommt unweigerlich die Frage "Warum ich?" bzw. "Warum ich nicht?".
Warum finde ich mich immer wieder alleine irgendwo?
Warum bin ich nicht jemand, der "unter Leute" geht?
Warum bin ich (anscheinend) zum Single geboren?
Und: Warum wache ich nicht einfach nicht mehr auf?
Weil ich noch nicht alles von Borchert gelesen habe? - Mag sein. Aber der Moment wird auch kommen und was dann? Nächster Autor?
Weil ich eine auto-sadistische/sarkastische Ader habe, und ich nur, um mich selbst immer auf´s Neue zu quälen, am Leben bleiben muss?
Vielleicht, weil immer einer der Jochen ist?
Ja, es ist schon schwierig, mit sich selbst klarzukommen.
Und wie mal jemand richtig gesagt hat: man kann nicht einfach raus gehen und die Tür zu machen; das eigene Ich, dass einem grade dermaßen auf den Zeiger geht, kommt schließlich immer mit. Immer. Egal wohin.
Es ist immer da.
Selbst wenn es einem ausnahmsweise mal gut geht, nur so ein bisschen; das Ich ist wieder da und "zack" gibt man sich selbst eines oben drauf, sodass die Stimmung wieder im Keller ist.
Und irgendwann hat man einfach keine Lust mehr, sich einen Tritt zu geben und sich nicht in dieses Loch fallen zu lassen. Irgendwann hat man genug von allem und am meisten von sich selbst.
Was macht man dann?
Schlafen? - Hilft manchmal. Aber ich kann mich nicht gleich nach dem Aufstehen wieder hinlegen und sagen ", mir geht´s jetzt schlecht. Habt mich gern.".
Wobei ich das gerne mal sagen würde, aber mit anderer Bedeutung beladen.
Habt mich gern = Liebt mich vielleicht auch mal jemand?
Aber womöglich müsste ich damit bei mir selbst anfangen.
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.
Was mach ich, wenn ich mich nicht ausstehen kann?
Vielleicht gibt es deshalb so viele "böse" Menschen. Die können sich alle selbst nicht leiden und lassen ihren Frust dann an anderen aus.
Ist zwar auch keine Erklärung für Selbstmord-Attentäter, aber für so manchen eingebildeten Idioten, der nur damit beschäftigt ist, andere niederzumachen.
Und irgendwann passiert das, was jetzt passiert ist.
Die Gedanken reißen ab und man denkt nichts. Rein gar nichts. Null. Völlige Leere.
Man hört die Stecknadel im eigenen Hirn traurig wiederhallen.

Soweit eine Studentin, die im Moment keinen Plan hat, was sie eigentlich wirklich tun soll, will, kann...
(...um auch mal was Ernstes zu schreiben...)

Dienstag, 19. Juni 2007

Darum!

Die Deutschen werden immer dicker!
Ja, ok, ist jetzt nicht die brandneue Nachricht...
Aber zumindest gibt es einen Laden, der etwas dagegen unternehmen möchte. Man höre und staune: H&M.
Ja.
Warum wohl findet man die Kleidungsstücke ab 44 (eine Unverschämtheit für sich) bis 56 immer (!) im obersten Stockwerk?
In Bamberg ist es zum Beispiel der zweite Stock, der in einer relativ kleinen Ecke Kleidung für wirkliche "Frauen" bereithält.
Man darf also am schönsten und strahlendsten Sommertag, wenn man eigentlich mal in Shoppinglaune ist, die Treppen hochschnaufen und wenn man nicht schon auf dem Weg nach oben den Entschluss gefasst hat, dass man gleich morgen abnehmen wird, nur um nicht mehr derart schikaniert zu werden, dann tut man dies spätestens, wenn man sich die dortige Auswahl einmal ansieht. Und zwar genau ansieht.
Die einfachsten No-goes sind dort reihenweise gebrochen. Als würden aufgesetzte Taschen und Glitzerkram eine schlankere Linie vorgaukeln...dass ich nicht lache!
Wie gesagt:
Meiner Meinung nach wird das ja nur so gemacht, damit Deutschland endlich abnimmt. Einschränkung: das betrifft natürlich nur wieder die weiblichen Mitglieder der Gesellschaft. Die Jungs können weiterhin ihren Bauch vor sich her schieben. Hauptsache WIR sehen "gut" aus...

Das war das Wort zum Sommer-Sonne-Einkaufsfrust!
Bis die Tage!

Mittwoch, 13. Juni 2007

Gebt mir ein Loch!

Die Badeanzugstory.
Voller Tatendrang und mit dem Vorsatz nicht in Panik zu verfallen begebe ich mich also in die Sportabteilung. - Neuland. Und dort in die Ecke mit den Bademoden. - Ein neuer Planet!
Zuerst kreiste ich, wie ein Aasgeier über seiner Beute, zwei drei Runden um den Ständer mit den Badeanzügen.
Bei meiner Kleidergröße lohnt es sich nicht, um das ganze mal abzukürzen, sich an den vielen tollen Modellen von Esprit oder sonstigen Großen Marken zu orientieren. Nein. Man geht nach Größe, statt nach Modell. Wo könnte ich grobgeschätzt reinpassen und was sieht davon nicht unbedingt nach Großmutters bestem Stück aus? - Das war also die Frage.
Und die Antwort kam prompt: Es gab etwa 100 verschiedene Teile in der wahrscheinlich passenden Größe, von diesen 100 aber, waren 50% mit Glitzer, Blumen- oder Leopardenmuster, was so gar nicht mein Ding ist. Dann gab es noch pinke Dinger (wer kommt auf die hirnrissige Idee, dass dicke Menschen in Pink!!!! gut aussehen?
Nachdem ich von den übriggebliebenen 4 Modellen zwei in die engere Auswahl gefasst hatte, machte ich mich mit hochrotem Kopf (so fühlte ich mich jedenfalls) auf die Suche nach einer Kabine. In Gedanken der Ansicht, dass jeder, der mir auf dem Weg dorthin begegnet, sich innerlich kaputtlacht, bei der Vorstellung, dass ich in so ein Teil reinpassen soll.
Nachdem ich etwa drei mal im Kreis gelaufen war, hatte ich die Umkleiden gefunden und war am Probieren, natürlich erst zum Spiegel kuckend, als das Schlimmste vorbei war...dachte ich. Dann sah ich das Unfassbare: In diesem Modell, waren Bauch und Oberweite zu EINEM geworden: Ich war Helmut Kohl.
Geschockt und schon leicht zitternd probierte ich das andere Modell, das auch eigentlich passte. Bis auf - die Oberweite. Diesmal waren Bauch und ebendieselbe zwar getrennt, aber letztere hing ungefähr an den Ohren .
Also raus aus dem Zeug.
Schnell noch ne Nummer kleiner geholt und nochmal probiert. Joa...passt eigentlich. Doch. Wenn man die Augen zu hat, siehts gut aus. Blau. - Dunkelblau. - Blauwal. - egal...
Ab zur Kasse!
Dort angekommen und immer noch peinlich berührt von dem, was mir in der Kabine wiederfahren war, stellte ich mich natürlich an der falschen Seite der Kasse an, nämlich am forderen Ende der Schlange. Missverständnisse waren vorprogramiert und während sich die Kundin vor mir und die Kassiererin noch darüber belustigten, wie man sich denn so anstellen konnte (im Wortsinn), zahlte ich und ging nun wirklich mit roten Ohren aus dem Laden. Immer noch mit der Annahme, dass jeder Mensch in diesem bekloppten Kaufhaus mitbekommen hat, was mir passiert ist.
Mein Mut und die verhältnismäßig gute Stimmung, die ich bei Betreten des Ladens hatte, waren wie weggeblasen und das Teil blieb bis zum ersten Einsatz schön brav in seiner Tüte.
Eines ist klar:
so schnell mach ich das nicht wieder! Wenn ich mir nicht blöd dabei vorkommen würde, würde ich persönlich ja in Shorts und T-shirt schwimmen gehen. Aber diese bescheuerten Konventionen und ungeschriebenen Gesetze (Tautologie?!).
Bis die Tage,
Moby Dick!

Sonntag, 10. Juni 2007

Lachen oder weinen?

Was tut man, wenn man etwas an seiner Lebenseinstellung verändern will? - Genau: Dinge, die man sonst niemals tun würde oder die man schon sehr lange nicht mehr getan hat.
Was mach also ich? - Ja, es gibt viele Dinge, die ich seit langer Zeit nicht mehr getan habe, aber wovor drücke ich mich am meisten? - JA: Vorm Freibad!
Und genau da war ich am Freitag!
Tatsächlich!
Ich habe mich überwunden, mir einen Badeanzug gekauft (was eine Story für sich ist...) und bin nach der Vorlesung, etwa dreiviertel sechs, mit dem Rad ins Röthelheimbad gefahren. Wie ein Roboter habe ich mir dann an der Kasse ein Ticket gekauft und mir im Kopf schon die besten Strategien überlegt, wie ich möglichst kurz an Land nur in Badeanzug zu sehen wäre.
Nachdem ich mich also umgezogen und meinen Kram weggesperrt hatte, suchte ich mit geschultem "ich will nicht, dass mich jemand SO sieht"-Blick einen Platz möglichst nah am Becken.
(Außerdem hätten es dann die Leute von Greenpeace mit ihrer "Schiebt den Wal zurück ins Meer"-Aktion auch nicht so schwer.)
Und dann hieß es: Auf ins Abenteuer Freibad!
Der Weg von meinem Platz zum Becken war nicht sonderlich lang, aber um mich zu verteidigen: er war auch nicht der Kürzeste.
Endlich im Wasser begann ich mein Vorhaben "Beschleunige die Diät durch Sport!" und schwamm los.
Nach der ersten Bahn war ich einer Herzattacke mehr als nah, aber nach der zweiten hatte sich mein Körper dann doch von "Siebenschläfer" zumindest auf "Schnecke" umgestellt.
Nach etwa viereinhalb Bahnen, kam Wind auf und der Himmel bewölkte sich. Kurze Zeit später donnerte es auch noch und die Gäste wurden gebeten, das Becken zu verlassen.
Super.
Da schafft man es ein Mal, sich zu überwinden und dann sowas!
Zu meiner Überraschung war ich sogar sauer, dass ich wieder gehen musste, denn gerade hatte es angefangen Spaß zu machen.
Aber: Ich war endlich mal wieder ein kleines bisschen stolz auf mich, weil ich das bisher unglaubliche geschafft hatte.
Ich fuhr nach Hause und dort wartete die zweite Überraschung des Tages auf mich.

Ich hatte mir grade in der Küche einen Schluck Milch gegönnt und war wieder am gehen, als ein Mitbewohner die Tür des Wohnzimmers öffnete und meinte, er habe versucht mir heute vorm KH zu winken, ich hätte ihn aber nicht gesehen. -
Ich war baff. Aber richtig.
Das konnte doch nicht mit rechten Dingen zugehen. Mir winkt jemand freiwillig?!? Häää?
Wir käsperten dann noch ein wenig von wegen "nächstes Mal bitte mit Schildern und Leuchtreklame!" und als ich später mit ihm vor der Glotze saß und er telefonierte, wurde ich sogar der Person am anderen Ende der Leitung vorgestellt. Komisch sowas...ehrlich...

Jetzt heißt es allerdings wieder Lernen. In etwa vier Wochen ist die erste Klausur (Mediävistik) und ich habe null Peilung was Grammatik und Syntax und bla angeht...Ich bin jetzt schon der Ansicht, dass ich keine der anstehenden Klausuren bestehe. Wie immer...
bis die Tage!